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Freitag, 17.08.2018

Heidenauer Zahnarzt auf Hilfsurlaub

Frank Würfel behandelt zum fünften Mal Patienten auf einem anderen Kontinent. Wieder begleitet ihn eine Tochter.

Von Heike Sabel

Gemeinsames Essen nach getaner Hilfe: Frank Würfel während seines Einsatzes in Thailand.
Gemeinsames Essen nach getaner Hilfe: Frank Würfel während seines Einsatzes in Thailand.

© privat

Heidenau. Gambia, Kambodscha, Kenia, Thailand: Das liest sich wie neidisch machende Urlaubsziele. Frank Würfel wählt die Länder nach anderen Gesichtspunkten aus. Der Heidenauer Zahnarzt geht dort hin, wo er effektiv helfen kann. Effektiv heißt, wo er gebraucht wird, die Menschen etwas von seinem Aufenthalt haben und kein Geld in große Organisationen fließt. Er sucht und findet immer wieder andere kleine karitative Vereine und hat bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Im Oktober geht es nun zum zweiten Mal nach Kambodscha, zum zweiten Mal wird eine Tochter dabei sein. Die älteste begleitete ihn nach Kenia und die jüngste studiert noch Zahnmedizin. Vater und mittlere Tochter hatten sich die gemeinsame Reise schon viele Jahre vorgenommen. Doch während des Zahnmedizin-Studiums war dafür keine Zeit. Aber Familie Würfel sieht ihre Kernarbeit nach wie vor in Heidenau. Nun passt es aber wieder einmal. Am 3. Oktober soll es losgehen.

Zur Reisevorbereitung gehören zwei wichtige Dinge: das Recherchieren der Bedingungen vor Ort und das Sammeln von Geldspenden. Nicht, um die Reise zu finanzieren, sondern um vor Ort für die dortige Praxis zu kaufen, was benötigt wird. Die Resonanz der Patienten ist gut, sagt Frank Würfel. Sie kennen ihren Zahnarzt und wissen das Geld in guten Händen. Für Madagaskar im vergangenen Jahr waren über 2 700 Euro zusammengekommen. Die dafür gekauften Gerätschaften sicherten für einige Monate die Arbeit der Praxis, in der er gearbeitet hatte. Er will vor Ort praktisch, konkret arbeiten und gleichzeitig Land, Leben, Leute aufnehmen.

Vor dem ersten Hilfsurlaub 2010 in Gambia wusste Frank Würfel noch nicht, ob weitere folgen. Inzwischen ist er sicher: So lange er es selbst gesundheitlich kann, wird er sich einmal im Jahr zwei, drei Wochen Zeit nehmen. Genug, um dort zu helfen und nicht zu viel, um die Praxis hier zu vernachlässigen. Den Spielraum dazwischen will Frank Würfel nutzen, um ein Stück von dem zurückzugeben, was er hat. An Wissen, Möglichkeiten, Mitgefühl. Würfel hilft auch hier – zum Beispiel geistig und körperlich Behinderten bei ihren speziellen Bedürfnissen im Zusammenhang mit einem Zahnarztbesuch. Auch der Wünschewagen der Arbeiterwohlfahrt liegt Frank Würfel am Herzen. Er will die Hilfe vor der Haustür mit der weltweit verbinden, beides im Blick behalten, denn Leid gibt es überall. Er will helfen mit dem, was er am besten kann: Und das sei eben Zähne behandeln.

Auf Risiko ist Frank Würfel bei seinen Reisen in ferne Länder nicht aus. Deshalb sagte er seine Reise voriges Jahr auch 14 Tage vorher ab. In Madagaskar war die Lungenpest ausgebrochen. „Aber das Land steht weiter auf meiner Liste“, sagt Frank Würfel. So sehr es ihn immer wieder in die Welt zieht, so gern kommt er zurück. Zu seiner Familie, seinem Team, seinen Kollegen. Und das Geld, das seine Patienten für Madagaskar spendeten, hat der Verein vor Ort komplett für die Menschen verwendet.