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Mittwoch, 13.06.2018

Heftige Attacken unter Asylbewerbern in Cottbus

Wegen mehrerer Angriffe unter Asylbewerbern war die Polizei in Cottbus Dienstagnacht im Dauereinsatz. Wie es heißt, mussten alle verfügbaren Kräfte der Polizeidirektion mobilisiert werden.

© Friso Gentsch/dpa

Binnen Stunden hat es in Cottbus gleich mehrere heftige Angriffe unter Asylbewerbern mit Verletzten gegeben. Wegen der Vielzahl der Auseinandersetzungen wurden am Dienstag alle verfügbaren Kräfte der Polizeidirektion Süd, der Bereitschaftspolizei und ein Polizeihubschrauber nach Cottbus beordert, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. 26 Tschetschenen seien in der Nacht in Polizeigewahrsam genommen worden.

Bei den Attacken unter Asylbewerbern erlitten ein 28 Jahre alter Tschetschene eine Stichverletzung im Rippenbereich, zwei weitere Landsmänner im Alter von 17 und 18 Jahren Kopfverletzungen und drei Afghanen (19, 20 und 27 Jahre) Gesichtsverletzungen, wie es hieß. Ein Zeuge hätte die Beamten zu einem Sportplatz gerufen, in der Nähe befindet sich ein Asylbewerberheim. Die Polizei habe zwei Männergruppen angetroffen: Etwa 15 Männer aus Afghanistan auf dem Sportplatz und eine größere Männergruppe aus Tschetschenien an der Unterkunft.

Bereits am Sonntag hatte es im selben Asylbewerberheim im Süden von Cottbus laut Polizei eine Schlägerei gegeben. Ein 28 Jahre alter Afghane war demnach von mehreren Männern aus Tschetschenien geschlagen worden. Der Verletzte sei ins Krankenhaus gebracht worden.

Laut Polizei kam es am Dienstag nach den Vorfällen im Umfeld der Asylbewerberunterkunft wenig später in der Notaufnahme des Cottbuser Klinikums zu einem weiteren Angriff unter Asylbewerbern. Ein Tschetschene habe mit einem Feuerlöscher gegen den Kopf eines Afghanen geschlagen. Ein Klinikmitarbeiter habe die Beamten alarmiert, hieß es. An einem anderen Ort in der Stadt sei wenig später ein Syrer von acht Afghanen mit Faustschlägen und Pfefferspray angegriffen worden. Ein Deutscher soll zudem in der Innenstadt von einer mit Latten ausgerüsteten Gruppe verfolgt worden sein. Ein Zeuge habe die Polizei alarmiert, hieß es. Die Nationalität der Menschen aus der Gruppe war noch unklar.

Die 26 Tschetschenen waren auch am Mittwoch noch in Gewahrsam, sagte ein Polizeisprecher. Nach den Vorfällen am Dienstag ermitteln die Beamten wegen Landfriedensbruch. Dabei handelt es sich laut Strafgesetzbuch (Paragraf 125) unter anderem um Gewalttätigkeiten gegen Menschen, die aus einer Menschenmenge heraus in einer die öffentliche Sicherheit gefährdenden Weise begangen werden.

Erst am Dienstag hatte das Innenministerium mitgeteilt, dass es in der Cottbuser Innenstadt eine neue Anlaufstelle für Sicherheit und Ordnung für Bürger geben soll. Polizisten und Ordnungsamt sollen Ansprechpartner sein. Cottbus geriet Anfang des Jahres bundesweit in die Schlagzeilen, weil es in Brandenburgs zweitgrößter Stadt zu gehäuften Angriffen zwischen Einheimischen und Ausländern gekommen war. (dpa)