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Mittwoch, 09.08.2017

Hasenhüttl feiert auf dem Platz

Geburtstagsstimmung wollte bei dem RB-Trainer zum 50. nicht aufkommen. Sollte wohl auch nicht. Er beging den Tag mit zwei Einheiten auf dem Trainingsplatz.

Von Gerald Fritsche

Rasen statt Restaurant: Auch an seinem 50. Geburtstag stand RB-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl auf dem Platz.
Rasen statt Restaurant: Auch an seinem 50. Geburtstag stand RB-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl auf dem Platz.

© dpa (Archivbild)

Leipzig. Von einem weiteren Ständchen der Journalistenschar wollte Ralph Hasenhüttl nichts wissen. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig bat am Mittwoch förmlich darum, davon abzusehen. An seinem 50. Geburtstag war der Österreicher zuvor schon mehrfach mit dem Klassiker „Happy Birthday“ „beschenkt“ worden. Bereits als er auf den Trainingsplatz lief, grölten einige der rund 200 Zaungäste das Lied. Hasenhüttl nahm es ebenso locker zur Kenntnis wie wenig später den Gesang der Mannschaft, die diesen noch mit rhythmischem Klatschen unterlegte. Später gab es von den Fans noch einen Blumenstrauß, eine Torte und eine Glückwunschkarte - das war’s aber auch schon.

Dachte der Trainer. Immerhin wusste er da noch nicht, dass sich die Mannschaft noch eine Überraschung ausgedacht hatte. Von deren Gesang war er zumindest angetan. „Sie können wirklich gut singen, üben das ja auch bei jedem Geburtstag innerhalb des Teams“, verriet der Musikliebhaber. Hasenhüttl spielt selbst Klavier und vergleicht seine Arbeit und deren Ergebnisse durchaus mit der Instrumentenkunst.

In einem Interview mit dem „Playboy“ (Donnerstag) sagte er über die vergangene Spielzeit, sie sei durchaus mit dem dritten Satz der „Mondscheinsonate“ vergleichbar. „Der geht sehr impulsiv los, ist dynamisch, sehr temporeich, fast schon nicht mehr spielbar. Das würde die Art, wie wir auf dem Platz aufgetreten sind, sehr gut beschreiben“, erklärte Hasenhüttl, der sich zudem als Dirigent sieht: „Ich habe hier ein Orchester zu leiten, das aus Spielern, Trainern und Betreuern besteht. Die einen sind die Streicher, die anderen die Bläser, aber die Musik funktioniert nur, wenn alle im richtigen Moment einsetzen.“

Hasenhüttl nahm den runden Ehrentag aber weniger ernst. Ob er als sportliches Geschenk der Mannschaft einen zweistelligen Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Sechstligisten SF Dorfmerkingen als solches annehmen würde, wurde der Österreicher gefragt. „Das würde ich sofort unterschreiben. Ja, das wäre ganz schön“, sagte er. Am Abend wartete noch die Familie mit einem Abendessen auf ihn. „Ich darf heute zweimal auf dem Trainingsplatz stehen. Ich habe einen Job, wo man nicht auf Geburtstage Rücksicht nehmen muss, sondern darauf, was für die Mannschaft das Beste ist. Das ist schon okay“, meinte Hasenhüttl. (dpa)

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