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Freitag, 17.08.2018

Handy am Steuer: Was erlaubt ist und was nicht

Mal kurz einen Anruf entgegennehmen oder schnell eine Nachricht beantworten?

Bildquelle: Relaxhotels
Bildquelle: Relaxhotels

Das ist laut Straßenverkehrsordnung verboten und wird in der Regel mit Bußgeldern geahndet. Per Freisprechanlage telefonieren hingegen ist in Ordnung, genauso wie das Diktieren von Nachrichten. Was genau erlaubt ist, was man besser lassen sollte und wie teuer mögliche Verstöße werden können, zeigt dieser Artikel.

Die gesetzliche Grundlage

§ 23 Abs. 1a der Straßenverkehrsordnung bestimmt die Nutzung eines Handys beim Autofahren. Nach der Aktualisierung vom Oktober 2017 sieht der Paragraph nun folgendes vor:

„(1a) Wer ein Fahrzeug führt, darf ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, nur benutzen, wenn

  • 1. hierfür das Gerät weder aufgenommen noch gehalten wird und
  • 2. entweder a) nur eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt wird oder b) zur Bedienung und Nutzung des Gerätes nur eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist.“

Einfach formuliert heißt das, es ist erlaubt, mit der Freisprechanlage zu telefonieren oder eine Nachricht zu diktieren, wenn sich das Mobiltelefon in einer entsprechenden Auto-Halterung befindet und so angebracht ist, dass der Fahrer gut darauf blicken kann, ohne großartig abgelenkt zu werden. Dagegen ist es verboten, das Handy beispielsweise im Schoß oder auf dem Beifahrersitz liegend zu bedienen. Wenn der Motor nicht läuft, darf das Gerät durchaus in die Hand genommen werden. Übrigens sind nach diesem Gesetzestext nicht nur Handys und Smartphones gemeint, sondern auch andere Geräte der Unterhaltungselektronik wie Tablets oder Videobrillen.

Um noch einige weitere praktische Beispiele zu nennen: Verboten ist unter anderem die Uhrzeit vom Handy ablesen, im Internet surfen, das Handy an der Ampel oder im Stau verwenden.

Gefahr im Straßenverkehr

Immer häufiger wird das Handy von Expertenseite als große Gefahrenquelle im Straßenverkehr betrachtet. Offizielle Zahlen zu Unfällen durch Handynutzung am Steuer liegen in Deutschland allerdings kaum vor. Doch mittlerweile wird von unterschiedlicher Seite regelmäßig vor der Ablenkung durch Handys gewarnt. Tippen auf dem Handy beispielsweise steigert das Unfallrisiko im Straßenverkehr um das 23-fache. Besonders auf der Autobahn wird laut wissenschaftlicher Beobachtungen vermehrt zum Handy gegriffen und der Blick länger von der Fahrbahn abgewendet. Gerade jüngere Verkehrsteilnehmer haben öfter das Handy in der Hand. Bei nur 3 Sekunden Ablenkung sind das mit Tempo 120 schon mehr als 120 Meter ohne einen Blick auf die Fahrbahn.

Bußgelder bei Verstoß

Laut aktuellem Bußgeldkatalog kostet es 100 € und einen Punkt in Flensburg, mit dem Handy am Steuer erwischt zu werden. Liegt darüber hinaus eine Gefährdung vor oder kommt es zu Sachbeschädigung, werden 2 Punkte, 150 € oder 200 € Bußgeld sowie ein Monat Fahrverbot verhängt. Übrigens ist auch die Handynutzung auf dem Fahrrad tabu und wird mit 55 € Bußgeld geahndet.