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Freitag, 14.09.2018

Hammerschläge fürs Gymnasium

Am Freitag wurde Richtfest in Wilsdruff gefeiert. Nicht nur die großen Schüler interessieren sich für den Neubau.

Von Maik Brückner

Not macht erfinderisch. Weil das neue Wilsdruffer Gymnasium keinen Dachstuhl bekommt, wurde zum Richtfest am Freitag ein Balken vor das Gebäude gelegt. Hier schlugen Architekt Dirk Fellendorf, die Beigeordnete des Landrates Kati Hille, Schulleiterin Katja Laetsch, Minister Roland Wöller und Bürgermeister Ralf Rother (v.li.) symbolisch den letzten Nagel ein.
Not macht erfinderisch. Weil das neue Wilsdruffer Gymnasium keinen Dachstuhl bekommt, wurde zum Richtfest am Freitag ein Balken vor das Gebäude gelegt. Hier schlugen Architekt Dirk Fellendorf, die Beigeordnete des Landrates Kati Hille, Schulleiterin Katja Laetsch, Minister Roland Wöller und Bürgermeister Ralf Rother (v.li.) symbolisch den letzten Nagel ein.

© Andreas Weihs

Wilsdruff. Ralf Rother setzt den Hammer an. Treffsicher haut der Wilsdruffer Bürgermeister den dicken Nagel in den mächtigen Balken. Nach wenigen Minuten ist der drin. Seine Mitstreiter brauchen etwas länger. Kurz nach dem letzten Hammerschlag lädt Rother zum gemütlichen Teil ein.

Um die 400 große und kleine Gäste sind an diesem Freitagnachmittag auf die Baustelle an der Nossener Straße gekommen, um mit Rother Richtfest am Gymnasiumsneubau zu feiern. Mit dabei ist Innenminister Roland Wöller (CDU). Der lobte die Entschlossenheit der Wilsdruffer, dass diese es trotz der politischen Widerstände aus der Nachbarschaft geschafft haben, mit dem Bau dieses Gymnasiums zu beginnen. Es gebe derzeit keine sächsische Kommune im ländlichen Raum, der Ähnliches gelungen ist, so Wöller. Durch die juristischen Auseinandersetzungen habe man viel Zeit verloren, ergänzte Rother. Doch seit einem Jahr werde gebaut – und das recht zügig, sodass die Stadt ein Jahr nach dem ersten Spatenstich Richtfest feiern kann. „19 Millionen Euro haben wir schon beauftragt, sechs Millionen sind verbaut“, sagt er. Die veranschlagten 22 Millionen Euro werden aber nicht ausreichen. Rother rechnet mit zehn Prozent Mehrausgaben, aber auch, dass die Arbeiten zügig weitergehen und im Sommer 2019 abgeschlossen werden. Dann sollen die jetzigen Fünftklässler von ihrem Interimsstandort in Freital-Kleinnaundorf nach Wilsdruff umziehen.

Über den zügigen Baufortschritt freut sich auch Hartmut Fleischer. Er leitet die Wilsdruffer Grundschule und kann es kaum erwarten, dass das Gymnasium fertig wird. Denn auch er braucht es. „Unsere Schülerzahlen explodieren“, sagt er. In diesem August hat er drei erste Klassen aufgenommen. „Es wären fast vier geworden“, sagt er. Nach den Prognosen wird es im kommenden Jahr ähnlich, 2020 wird er wohl vier erste Klassen einschulen. Weil die Schule und der Hort aus allen Nähten platzen, werden fast alle Klassezimmer doppelt genutzt – von der Schule und vom Hort. „Uns fehlen Räume“, sagt Fleischer. Es sei deshalb froh, dass Bürgermeister Rother angeboten hat, dass die Grundschule Räume im neuen Gymnasiumsgebäude nutzen kann. Denn nach der Fertigstellung und dem Umzug des Gymnasiums nach Wilsdruff werden dort noch einige Räume leer stehen, weil das in diesem Jahr gegründete Gymnasium im Schuljahr 2019/2020 nur fünfte und sechste Klassen unterrichten wird. Die Klassenräume der Sekundarstufe II werden in den nächsten Jahren vom Gymnasium noch nicht gebraucht. Deshalb wird die Grundschule diese nutzen.

In den nächsten Wochen wolle man mit der Stadt Details zur Ausgestaltung besprechen, sagt Fleischer. „Es müssen Lernmittel und andere Dinge bestellt werden.“ Die Stadt Wilsdruff wird sich mit der erneuten Erweiterung der Grundschule befassen. „Die vorübergehende Nutzung des Gymnasiums verschafft uns dazu Zeit und Raum“, sagt Bürgermeister Rother.

Doch auch mit dem Gymnasium wird sich der Stadtrat noch einige Male beschäftigen. Denn noch stehen ein paar Vergaben aus. Und es gibt schon die ersten Wünsche. Vorgetragen wurden sie von Schülern des Gymnasiums. Sie wünschen sich unter anderem einen Volleyballplatz, eine große Bibliothek, Computer, ein Trampolin und einen großen Spielplatz. „Hängematten wurden übrigens ganz oft gewünscht“, sagte Schulleiterin Katja Laetsch. Dabei konnte sie sich ein Lächeln nicht verkneifen.

„Wir freuen uns auf die neue Schule“, sagt sie. Nicht nur für sie und ihre Kollegen sei das ein historischer Tag, sondern auch für die Schüler. „Es gibt nur wenige Schüler, die das Richtfest ihrer Schule feiern können.“ Ähnlich ist es bei Rother. Er sei dankbar, dass er dieses Gebäude bauen kann, so der Rathauschef. Ausdrücklich dankte er den Bauarbeitern, dem Stadtrat und seinen Mitarbeitern. „Dieser Schulbau ist etwas ganz Besonderes.“ Deshalb hat er auch den Hammer mitgebracht, den er im vorigen Jahr nach der Wiederwahl als Bürgermeister geschenkt bekommt hat.