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Donnerstag, 26.10.2017

Gymnasiast gewinnt Bundespreis

Florian Winkler kann sich mit automatisiertem Gewächshaus beim bundesweiten Wettbewerb in München durchsetzen.

Von Catharina Karlshaus

Am Montag war es in München so weit: Moderatorin Ursula Heller überreicht Florian Winkler den Sonderpreis des Bundesforschungsministeriums.
Am Montag war es in München so weit: Moderatorin Ursula Heller überreicht Florian Winkler den Sonderpreis des Bundesforschungsministeriums.

© Michaela Handrek-Rehle

Großenhain/München. Florian Winkler ist in Siegerlaune. Der 18-jährige Schüler aus Großenhain hat auch allen Grund dazu: Am Montagabend präsentierte er beim Mikro-System-Technik-Kongress in München seinen Beitrag zum bundesweiten Nachwuchswettbewerb „Invent a Chip“. Und hatte Glück. Mit seinem selbst entwickelten und in mühevoller Heimarbeit gebauten, vollautomatischen Gewächshaus erkämpfte sich Florian Winkler den mit 2 000 Euro dotierten Sonderpreis des Bundesforschungsministeriums. „Ich freue mich natürlich ganz sehr darüber“, bekennt der Zwölftklässler im Telefonat mit der Sächsischen Zeitung.

Gemeinsam mit seinem Informatiklehrer Peter Fröbel befindet er sich gerade erst auf der Heimfahrt nach Großenhain. Mit im Gepäck jenes Gewächshaus, welches ihm letztlich geholfen hat, sich in dem gemeinsamen Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Technologieverbandes VDE in einem Feld von rund 2150 bundesweiten Mitstreitern durchzusetzen. „Dieses besteht aus einer Aluminium-Wanne, in der sich die Erde, die Bewässerung, die Belüftung sowie der Feuchte-Sensor befinden. Außerdem ein Plexiglasdach, an das eine Belüftungsklappe, ein CO2-Sensor und die LED-Beleuchtung montiert sind“, erklärt Florian Winkler. Wie er betont, sei es komplett fertig und könne ohne Fremdeinwirkung vollautomatisch Pflanzen gedeihen lassen und optimale Standortbedingungen schaffen. „Mit seiner Entwicklung verknüpft Florian Winkler Technik und Natur, sodass Pflanzen vollautomatisch unter den für sie optimalen Standortbedingungen gedeihen können“, heißt es in der Würdigung der Juroren.

Mit seinem Projekt, das ihn nach eigenem Bekunden nicht nur in den sechswöchigen Sommerferien, sondern auch so manche Nacht während der Schulzeit beschäftigt habe, ging der Abiturient im Übrigen als einziger Ostdeutscher auf Finalkurs. Dass er sich schon in der Grundschule für technische Dinge begeisterte, bereits als zwölf Jahre alter Junge mit LED-Leuchten und Batterien experimentierte oder später für seine Freundin eine mit selbst ausgewählter Musik bestückte Klingelbox baute, mag durchaus von Vorteil gewesen sein. Von seiner Hinwendung zu Mathematik, Elektronik und Informatik ganz zu schweigen. Eine, die ihm mit einem Techniker als Vater geradezu in die Wiege gelegt worden ist. „Er hat immer schon mit mir gebaut und mich an diese Materie herangeführt. Für das Projekt ist er mein größter Helfer gewesen“, so Florian Winkler. Bei aller Begeisterung macht der Schüler indes keinen Hehl daraus, dass der Aufwand in den vergangenen Monaten sehr groß gewesen ist. In einem Workshop der Leibniz Universität Hannover hatte er im Mai eigens für den Wettbewerb eine Hardware-Beschreibungssprache erlernt, mit der er eine Unmenge von Schaltungselementen im Mikrochip verdrahten kann. In seinem Zimmer im elterlichen Haus in Rostig war der Tüftler damit in der Lage, so wie Profis einen hochintegrierten Schaltkreis für elektronische Geräte zu entwickeln.

Was er offenkundig mit Erfolg getan hat. So wie die anderen drei Preisträger erwarten den Großenhainer nun Kontakte zu Industrie und Hochschulen sowie Einladungen, ihre Projekte auf Messen zu präsentieren. Daneben erhält er die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Und damit nicht genug. Auch in der Bundeshauptstadt ist man auf den Geistesblitz aus der Röderstadt aufmerksam geworden: Florian Winkler soll sich mit seinem Projekt für die GreenTec Awards 2018 bewerben. Seit neun Jahren haben sich diese zu einem der wichtigsten Umweltpreise weltweit entwickelt. Sie richten sich an alle Initiativen, Privatpersonen, Start-ups, mittelständische oder große Unternehmen, die sich für einen Green Lifestyle engagieren. „Am Freitag ist Abgabeschluss, also muss ich mich beeilen. Aber das war beim Wettbewerb Invent a Chip auch so und hat mir ja irgendwie Glück gebracht!“