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Mittwoch, 16.05.2018 Kommentar

Gut fürs Betriebsklima

Von Daniel Klein

SZ Sportredakteur Daniel Klein.
SZ Sportredakteur Daniel Klein.

© Robert Michael

Er ist die einzige Überraschung im vorläufigen WM-Kader: Nils Petersen darf zumindest mit ins Vorbereitungscamp, hat aber auch gute Chancen, in die Endauswahl zu kommen. Überraschend kommt die Nominierung aber nur, wenn man sich die internationale Vita des Freiburgers anschaut: kein einziges Länderspiel und gerade einmal 125 Minuten in der Champions-League – vor sieben Jahren mit dem FC Bayern.

Das ist nicht gerade eine typische Bewerbung für eine WM-Endrunde und doch nur die eine Seite. Die andere liest sich so: Petersen war in der abgelaufenen Saison der treffsicherste Bundesliga-Stürmer mit deutschem Pass, erzielte drei Tore mehr als Sandro Wagner, der fest mit seiner Nominierung gerechnet hatte.

Doch die Entscheidung für Petersen und gegen Wagner war wohl nicht nur eine rein sportliche. Auch zwischenmenschlich muss es in einer Mannschaft während der Vorbereitung und des Turnieres passen. Und da hat der Bundestrainer im Fall Wagner wohl seine berechtigten Zweifel. Überbordendes und zur Schau gestelltes Selbstbewusstsein zählt nicht zu Löws Lieblingstugenden.

Wer sich selbst öffentlich „zum mit Abstand besten deutschen Stürmer“ erhebt und findet, dass Bundesligaspieler „eher zu wenig Geld“ verdienen, betreibt keine Werbung in eigener Sache. Statt auf den Lautsprecher setzt Löw lieber auf den Leisetreter. Eine kluge Entscheidung.

Von Petersen wird kein Klagen zu hören sein, falls er während des WM-Turnieres keine einzige Minute zum Einsatz kommen sollte. Und dieses Schicksal droht Stürmer Nummer drei – egal ob Petersen oder Wagner. Spielen werden andere, sehr wahrscheinlich Timo Werner und als Ersatz Mario Gomez. Doch vielleicht kommt es auch anders. Es wäre nicht das erste Mal ...

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