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Mittwoch, 14.03.2018

Grundbuchamt wird erst im September fertig

Der Umzug zum Amtsgericht verschiebt sich voraussichtlich um vier Monate. Erst dann gibt es Baufreiheit für den Rechnungshof.

Von Jens Hoyer

Ein architektonischer Höhepunkt ist er nicht, der Archivanbau am Grundbuchamt in Döbeln. Allerdings ist der fensterlose Zweckbau aus Beton noch nicht verputzt. Derzeit läuft der Innenausbau.
Ein architektonischer Höhepunkt ist er nicht, der Archivanbau am Grundbuchamt in Döbeln. Allerdings ist der fensterlose Zweckbau aus Beton noch nicht verputzt. Derzeit läuft der Innenausbau.

© André Braun

Döbeln. Eigentlich sollte das Grundbuchamt im kommenden Monat von seinem Interimsstandort im ehemaligen Straßenbauamt an der Kunzemannstraße wieder zurück zum Amtsgericht ziehen. Aber daraus wird nichts. Die Bauarbeiten zur Erweiterung des Gebäudes werden nach jetzigem Stand rund vier Monate länger dauern. Statt im April ist der Umzug jetzt für Anfang September vorgesehen, so Tobias Lorenz vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (Sib) auf Anfrage. Der Grund für den Verzug: Erst während des Umbaus des alten Bestandsgebäudes hatte sich herausgestellt, dass die Decken nicht tragfähig genug sind und „statisch ertüchtigt“ werden müssen. Bei der derzeitigen Baukonjunktur sei es zudem schwierig gewesen, die zusätzlichen Leistungen an eine Firma zu vergeben.

Vor einem Jahr war Baubeginn am Grundbuchamt. Seitdem ist hinter dem denkmalgeschützten Altgebäude ein zweigeschossiger, fensterloser Zweckbau hochgezogen worden. Derzeit zeigt er sich von außen noch im Rohbau. Die Fassade wird erst im Juni verputzt.

Das Amtsgericht hat noch keinen Termin für einen Rückzug der Grundbücher an die Rosa-Luxemburg-Straße. „Das ist noch zu früh. Sobald es einen Termin gibt, werden wir ihn bekannt geben, weil wir dann für einige Tage schließen müssen“, sagte Karin Fahlberg, Pressesprecherin des Amtsgerichts. Die Verzögerung habe zwar keine Auswirkungen auf die Arbeit des Grundbuchamtes, aber der Tag des Rückzugs wird schon herbeigesehnt. „Dann können wir endlich wieder an einem Standort ohne räumliche Trennung arbeiten. Was wir alleine an Post zum Grundbuchamt fahren...“

Mit dem Anbau bekommt das Grundbuchamt jetzt moderne Archivräume und Büros für die Mitarbeiter. Der Umbau war nach der Verschmelzung der Amtsgerichte Döbeln und Hainichen nötig geworden, als sich die Anzahl der Grundbücher durch die Zusammenlegung von rund 28 000 auf fast 80 000 erhöht hat. 2013 war das Grundbuchamt deshalb an der Kunzemannstraße mit eingezogen, wo es in dem ehemaligen Kasernengebäude mehr Platz gibt. Allerdings soll das Haus in absehbarer Zeit selbst zur Baustelle werden. Es wird nämlich für den Umzug des Sächsischen Rechnungshofs von Leipzig nach Döbeln umgestaltet.

Diese Arbeiten können erst beginnen, wenn das Grundbuchamt ausgezogen ist. Die vier Monate Bauverzug kollidieren derzeit noch nicht mit den Zeitplänen für den Rechnungshof: Es gibt nämlich noch keine. Er werden gerade die Entwurfsplanungen erarbeitet, sagte Stephan Gößl, Sprecher des sächsischen Finanzministeriums. Solange noch keine Planung für dem Umbau vorliegt, gibt es auch keine Termine. Bis auf einen: An dem Vorhaben, dass der Umzug bis Ende 2020 erfolgt, werde festgehalten. In Leipzig ist der Rechnungshof in einem Verwaltungszentrum eingemietet. Der Vertrag gewähre ausreichenden Spielraum, um einen geordneten Umzug zwischen Mietobjekt und landeseigenem Objekt in Döbeln nach Fertigstellung zu ermöglichen, so Stephan Gößl.