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Samstag, 15.09.2018

Grüne wollen sicheren Radweg an Petersburger Straße

Nach dem Tod einer Radfahrerin sollen die Parkplätze am Straßenrand verschwinden.

Die St. Petersburger Straße vom Wiener Platz aus gesehen.
Die St. Petersburger Straße vom Wiener Platz aus gesehen.

© Archivbild/André Wirsig

Die St. Petersburger Straße soll sicherer werden. Das fordert die Stadtratsfraktion der Grünen in einem Antrag. Demnach soll der Parkstreifen einem Radweg weichen. Zurzeit gibt es für Radfahrer nur einen schmalen Weg zwischen den Parkplätzen und der Straße. Im August ist dieser Weg einer 45-Jährigen zum Verhängnis geworden. Die Frau war mit ihrem Rad in Richtung Hauptbahnhof unterwegs, als sie in Höhe des Rundkinos gegen die plötzlich aufgerissene Tür eines Autos prallte und auf die Fahrbahn geschleudert wurde. Dort wurde sie von einem Auto überrollt. Kurz darauf starb sie im Krankenhaus.

Ende August startete der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) deshalb eine Petition, in der er fordert, Straße und Radweg baulich zu trennen. Der Club schlägt dabei vor, dass die Parkplätze zu einem Fahrradweg umgebaut werden. Die Grünen-Stadtratsfraktion unterstützt den ADFC-Vorschlag. „Wir sehen im Moment einfach keine andere Möglichkeit“, sagt Johannes Lichdi, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen. Dem pflichtet auch der Dresdner Grünen-Chef Thomas Löser bei. Als Vorbilder nennt er Berlin und Rotterdam, wo es schon ähnliche Konzepte gibt. In Berlin wurden entlang einiger Radwege Poller aufgestellt, die Radfahrer und Autos auf Abstand halten sollen. In Rotterdam trennen breite Freiflächen die beiden Gruppen. „Unser Ziel ist eine Mischform“, sagt Löser. So könnten die Pfosten im Bereich der Bahnhaltestellen und Ampeln aufgestellt werden, sodass die Straße weiterhin gut überquert werden kann. An anderen Stellen könnte ein breiter Grasstreifen dafür sorgen, dass sich Autos und Radfahrer nicht zu nahe kommen.

Sollte es zu einem Umbau kommen, würden etwa 100 Parkplätze entlang der St. Petersburger Straße wegfallen. Einen Parknotstand gebe es deshalb aber trotzdem nicht. „Für uns ist es einfach eine Frage der Abwägung“, sagt Lichdi. Besonders zwischen Georg- und Wiener Platz müsse etwas getan werden, um künftig weitere Verkehrstote zu verhindern. (joba)