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Donnerstag, 12.07.2018

Großröhrsdorf will neue Turnhalle bauen

Geld für die Planung ist bereits im Etat. Aber der Standort muss noch gefunden werden.

Von Reiner Hanke

Die Turnhalle an der Großröhrsdorfer Melanchthonstraße ist marode. Die Stadt will sie nicht übernehmen.
Die Turnhalle an der Großröhrsdorfer Melanchthonstraße ist marode. Die Stadt will sie nicht übernehmen.

© Reiner Hanke

Großröhrsdorf. Die Entscheidung ist gefallen. Großröhrsdorf wird die alte Sporthalle im Schulzentrum an der Melanchthonstraße nicht übernehmen und sanieren. Das ist die Konsequenz eines Stadtratsbeschlusses. Den fasste das Gremium jetzt mit großer Mehrheit. Damit bleibt das Grundstück im Eigentum des Kreises, was wohl den Abriss der Halle bedeutet.

Die Entscheidung zur alten Halle hatte die Stadt schon lange vor sich hergeschoben. Zu Jahresbeginn deutete Bürgermeisterin Kerstin Ternes allerdings an, das Hallenproblem endlich zu klären. Dabei war schon der Trend Richtung Neubau zu vernehmen. Das machte die Rathauschefin jetzt noch einmal klar: „Die Sanierung der alten Halle ist nicht wirtschaftlich.“ Das hängt mit dem Zustand zusammen. Die Mängel reichen von den Sanitäranlagen bis zum Dach mit Asbest.

Außerdem kann die Halle nicht mehr ohne moderne Sicherheitsstandards betrieben werden, was in der Vergangenheit noch möglich war. So sind inzwischen wohl auch die Stimmen weitgehend verstummt, die den Weg der kleinen Schritte mit der alten Halle favorisiert hatten. Mit einer Modernisierung nach Kassenlage. Es habe etliche Termine vor Ort gegeben mit dem Landratsamt, mit Stadträten, mit Planern. Die schätzten auch die enormen Kosten, die eine Sanierung bringen würde. Auf etwa eine Million Euro wurden die berechnet. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen, so Dietrich Krause (CDU). Die Stadt brauche eine Halle mit zeitgemäßem technischen Niveau, auf die sie selbst Zugriff habe.

Schulstandort stärken

Aus Sicht der Stadt sei das Thema auch längst nicht mehr eine reine Sporthallendiskussion. Es hänge mit der Situation des gesamten Schulstandortes Großröhrsdorf zusammen, den die Stadt stärken will, schätzt die Bürgermeisterin ein. Der Altbau ist eine Halle mit einem Spielfeld. Damit sei es nicht mehr getan. „Wir sehen die Notwendigkeit einer modernen städtischen Zweifeldhalle für die Stadt“, ließ die Bürgermeisterin bereits gegenüber der SZ wissen. Die Vielzahl der Vereinssportler stehe auf der einen Seite. Außerdem quellen die Schulen im Rödertal und in der Umgebung über. Schon wegen der voraussichtlich weiter steigenden Schülerzahlen sei ein Neubau unumgänglich.

Deshalb verbindet die Stadt den Verzicht auf das Grundstück auch mit einem Angebot an den Kreis. Der sollte es zur Schulerweiterung nutzen. Klagen über Platzmangel waren in der Vergangenheit immer wieder an die Öffentlichkeit gedrungen. So gebe es durchaus Schulbereiche, die Oberschule und Gymnasium gemeinsam in einem Anbau nutzen könnten. Die Situation habe die Stadt in einem Schreiben an den Kreis dokumentiert. Der reagierte noch etwas zurückhaltend. Er wolle eine Analyse abwarten, das Siedlungs-Entwicklungskonzept für den Raum Kamenz-Radeberg, wie es heißt. Die Ergebnisse sollen im dritten Quartal vorliegen. In Großröhrsdorf ist man zuversichtlich, dass diese Studie die Großröhrsdorfer Sichtweise noch untermauern werde.

Hemmende Hängepartie

Unklar war Holger Poitzsch (Freie Wähler), warum die Entscheidung gerade jetzt fallen müsse. Der Kreis könnte ja an anderer Stelle erweitern und die Stadt die Althallen-Option zur Sicherheit noch behalten. Niemand dränge die Stadt, so Kerstin Ternes. Aber eine Entscheidung könne auch nicht immer wieder verschoben werden. Durch die Hängepartie mit der Althalle lagen im Übrigen auch die Pläne für ein Sportstättenkonzept im oberen Rödertal auf Eis. Nach der jetzigen Entscheidung führt an einem Sporthallen-Neubau nichts mehr vorbei. Für die Planung hat die Stadt bereits 50 000 Euro vorgesehen. Erstrebenswert wäre ein Bau im Jahr 2020, wenn alles gut läuft, so die Bürgermeisterin. Über den Standort müsse man sich noch austauschen. Kerstin Ternes selbst favorisiere eine Fläche im Umfeld des Schulzentrums. Nur das habe Sinn, wenn der Schulstandort gestärkt werden soll.