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Freitag, 13.07.2018

Großes Interesse an Bahnumbauprojekt

Auch in Rietschen stellten sich Deutsche Bahn und Leag den Fragen von Einwohnern. Die Trasse muss für den Tagebau Reichwalde verlegt werden.

Von Carla Mattern

Die Bahntrasse muss für den nach Osten weiterrückenden Tagebau Reichwalde verlegt werden. (Symbolbild)
Die Bahntrasse muss für den nach Osten weiterrückenden Tagebau Reichwalde verlegt werden. (Symbolbild)

© ZB

Wer in acht Jahren mit der Bahn von Görlitz nach Berlin fährt, wird voraussichtlich drei Kilometer länger unterwegs sein. Denn die Bahntrasse muss für den nach Osten weiterrückenden Tagebau Reichwalde verlegt werden. Zehn Kilometer lang ist der Streckenabschnitt, dessen Bau seit dem September 2017 geplant wird (SZ berichtete). Noch bevor über die neue Trasse entschieden wird, informierten Deutsche Bahn als Bauherr und die Lausitzer Energie und Bergbau AG Leag als Auftraggeber am Dienstag in Weißkeißel und am Mittwoch in Rietschen Einwohner. 47 Interessierte kamen am Mittwoch zwischen 15 und 19 Uhr in das Feuerwehrgerätehaus in Rietschen, teilt Susann Holtorp von der DB Netz AG auf Nachfrage mit.

Renate Mrusek ließ sich anhand einer Karte den möglichen Trassenverlauf zeigen. „Das ist besser, als darüber nur berichtet zu bekommen“, sagt die Rietschenerin. Sie hat sich ein Bild davon gemacht, dass die Ortslage Rietschen nicht betroffen sein wird. Nördlich hinter Werda schwenkt der neue Trassenverlauf aus dem jetzigen heraus. Dass eine Variante gebaut wird, bei der das Teichgebiet Niederspree-Hammerstadt zerschnitten wird, ist eher unwahrscheinlich. Die Vorzugsvariante der Deutschen Bahn aus den drei vorgeplanten im Untersuchungsraum Rietschen ermöglicht, dass Züge mit bis zu 160 Stundenkilometern unterwegs sein können. Dafür muss allerdings ein Teil der neuen Gleise über das mögliche Kohleabbaugebiet geführt werden. Dem zuzustimmen ist Sache der Leag. Auch darüber ist noch nicht entschieden, sagt Tagebaubetriebsleiter Matthias Kuhle von der Leag. Ein bis zwei Prozent der Fläche des Nordfeldes des Tagebaus Reichwalde mache das aus, die für die Kohleförderung verloren gingen. Viele Besucher der Infoveranstaltung wollten bei den Leag-Mitarbeitern vor Ort erfahren, wie schnell der Tagebau fortschreitet. „In den nächsten 25 Jahren läuft der Tagebau Reichwalde. Dann haben wir den Kohleausstieg selber gemacht - wenn uns die Politik lässt“, sagt Matthais Kuhle. Auch Klaus Noack und seine Frau sahen sich um. Sie waren aus den Heidehäusern in Rietschen zur Infoveranstaltung gekommen. „Uns geht es um unser Waldgrundstück und die Wiesen“, sagt der Senior.

Wenn Klarheit herrscht über die Vorzugsvariante für die neue Bahntrasse, dann wollen Deutsche Bahn und Leag die Einwohner wieder einladen und informieren. Aktuelle Infos bietet die Deutsche Bahn auch auf ihrer Internetseite.

https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/weisswasser-rietschen