erweiterte Suche
Dienstag, 10.07.2018

Großeinsatz der Polizei an der Grenze

Bild 1 von 2

Bis zu den Mittagsstunden kontrollierten die Polizisten an der Grenze rund 1000 Fahrzeuge und 1800 Personen.
Bis zu den Mittagsstunden kontrollierten die Polizisten an der Grenze rund 1 000 Fahrzeuge und 1 800 Personen.

© Polizei

  • Bis zu den Mittagsstunden kontrollierten die Polizisten an der Grenze rund 1000 Fahrzeuge und 1800 Personen.
    Bis zu den Mittagsstunden kontrollierten die Polizisten an der Grenze rund 1 000 Fahrzeuge und 1 800 Personen.
  • Rund 240 Beamte waren im Einsatz.
    Rund 240 Beamte waren im Einsatz.

Ostsachsen/Brandenburg. Elf entdeckte Straftaten und 21 angezeigte Ordnungswidrigkeiten – das ist die Bilanz eines Großeinsatzes von Polizei und Zoll entlang der deutsch-polnischen Grenze am Dienstag. Der Einsatz dauert von 5 bis 12 Uhr insgesamt sieben Stunden an. Es sei vor allem um die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Eigentumskriminalität gegangen und war der Auftakt von häufiger stattfindenden temporären Kontrollen im grenznahen Raum, teilte die Polizei mit. Die eingesetzten Bundespolizisten richteten ihr Hauptaugenmerk auf die Bekämpfung der Schleuserkriminalität und konzentrierten sich zudem auf die Aufdeckung aufenthaltsrechtlicher Verstöße.

Die Kontrollen der Polizei erstreckten sich auf einen etwa 180 Kilometer langen Abschnitt der deutsch-polnischen Grenze. Seit den Morgenstunden hatten rund 240 Beamte der Polizeidirektion Görlitz, der sächsischen Bereitschaftspolizei und der Polizeidirektion Süd im brandenburgischen Cottbus sowie der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf alle mit Kraftfahrzeugen befahrbare Grenzübergänge zwischen Zittau in Sachsen und der Bundesstraße 320 bei Guben in Brandenburg besetzt. Hubschrauber sowie Fährten- und Rauschgiftspürhunde unterstützten den Einsatz, um gegebenenfalls flüchtende Täter zu erwischen. Verbindungsbeamte des polnischen Grenzschutzes waren in den Einsatz eingebunden und fragten über die polnischen Behörden Fahndungsinformationen ab.

Was der Großeinsatz zutage brachte

1 von 5

Unterhalb der Görlitzer Stadtbrücke ertappten Bundespolizisten am frühen Morgen einen 23-jährigen polnischen Staatsbürger. Der Mann war im Besitz von Diebesgut im Wert von rund 350 Euro. Die Bekleidungsgegenstände, Schmuck und Whiskyflaschen waren tags zuvor im Stadtgebiet von Görlitz in verschiedenen Geschäften gestohlen worden. Beamte des Reviers Görlitz übernahmen die weiteren Ermittlungen, stellten die gestohlenen Waren sicher und nahmen den Tatverdächtigen zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit zum Revier.

Am Autobahngrenzübergang Ludwigsdorf bei Görlitz ertappten Bundespolizisten am Morgen einen 44-jährigen ukrainischen Staatsbürger. Er transportierte in einem in Polen zugelassenen VW Golf zehn Fahrradrahmen. Nach einer ersten Überprüfung konnten sechs Stück bereits Fahrraddiebstählen im Raum Leipzig zugeordnet werden, die erst vor wenigen Tagen geschehen waren. Die Beamten nahmen den Tatverdächtigen vorläufig fest und stellten alle zehn Fahrradrahmen sicher. Ein Strafverfahren zum Verdacht der Hehlerei wurde eingeleitet.

Am Vormittag kontrollierten Bundespolizisten am Autobahngrenzübergang einen 26-jährigen russischen Staatsbürger, der in Deutschland Asyl beantragt hat und das Land nicht verlassen durfte. Zudem soll der Mann am gestrigen Tag in einer Ausländerbehörde in Thüringen eine andere Person geschlagen haben. Hier liefen bereits Ermittlungen zum Vorwurf der Körperverletzung. Warum er auf dem Weg nach Polen war, wird nun ebenso Gegenstand der weiteren Untersuchungen sein.

Ebenfalls am Grenzübergang der A 4 bei Ludwigsdorf fiel den Beamten um die Mittagszeit ein Kleintransporter ins Auge. Der 37-jährige Fahrer transportierte neben Sperrmüll auch ein Fahrrad. Dieses stand bereits in Fahndung, weil es als gestohlen gemeldet worden war. Die Polizisten stellten den Drahtesel sicher und leiteten auch hier ein Strafverfahren zum Verdacht der Hehlerei ein.

Bei den intensiven Kontrollen gerieten auch zwei Männer in den Fokus der Beamten, einer in Brandenburg und einer auf der A 4 bei Ludwigsdorf, nach denen bereits europaweit per Haftbefehl gesucht wurde. Sie waren polnischer Nationalität und hatten gerichtlich verhängte Geldstrafen bislang nicht beglichen. Die Betroffenen bekamen vor Ort eine letzte Möglichkeit, ihre Schulden zu bezahlen, andernfalls drohte die sofortige Verhaftung. Ein 24-Jähriger konnte die von der Staatsanwaltschaft München geforderte Summe von rund 2300 Euro bei der Kontrolle auf der Autobahn bei Görlitz nicht bezahlen. Bundespolizisten verhafteten den Mann daher und überstellten ihn in eine Justizvollzugsanstalt.

Weitere Polizeinachrichten vom Dienstag

1 von 8

Autodiebe scheitern

Bad Muskau. In der Nacht zum Montag habe Unbekannte in Bad Muskau vergeblich versucht, einen VW-Transporter an der Schlossstraße zu stehlen. Sie drangen gewaltsam in den Bulli ein, konnten den Motor jedoch nicht starten. Die Täter verschwanden ohne Beute und hinterließen einen Sachschaden von rund 1000 Euro. Ein Kriminaltechniker sicherte Spuren.

Handtaschen entwendet

Zittau. Am Montag um die Mittagszeit haben unbekannte Diebe in Zittau die Handtaschen von zwei Seniorinnen entwendet. Das meldet die Polizei. Zuerst schnappte sich ein Mann die Tasche einer 81-Jährigen an der Rosa-Luxemburg-Straße und lief mit seiner Beute davon. Etwa eineinhalb Stunden später stahl ein Dieb an der Äußere Weberstraße die Handtasche einer 71 Jahre alten Rentnerin aus ihrem Einkaufskorb um anschließend mit einem weißen Auto oberhalb des Weberhofes wegzufahren. In den Taschen der Geschädigten befanden sich die Wohnungsschlüssel, Geldbörsen und persönlichen Dokumente sowie EC-Karten. Ob es sich in beiden Fällen um denselben Täter handelt, wird Teil der kriminalpolizeilichen Ermittlungen sein.

Gestohlenes Fahrrad sichergestellt

Zittau. In der Nacht zum Dienstag hat eine Streife des Reviers Zittau-Oberland im Westpark in Zittau einen flüchtenden Mann ergriffen. Der 27-Jährige wollte sich auf einem Fahrrad einer Kontrolle entziehen, doch die Beamten waren schneller. Der Grund für die versuchte Flucht wurde auch gewahr, saß der Mann doch auf einem Mountainbike, welches vor drei Jahren als gestohlen gemeldet worden war. Die Beamten stellten das Zweirad sicher, erhoben die Personalien des Tatverdächtigen und leiteten ein Strafverfahren zum Verdacht der Hehlerei ein.

In Wohnhaus eingedrungen

Gebelzig. In Gebelzig sind Unbekannte zwischen Sonntag- und Montagabend in ein Wohnhaus eingedrungen. Nachbarn bemerkten die Tat und informierten die Polizei. Die Räumlichkeiten wurden durchsucht. Ob etwas gestohlen wurde, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Kontrolle deckt Drogenfahrt auf

Görlitz. In der Nacht zu Dienstag hat eine Streife bei einer Kontrolle auf dem Klosterplatz eine Drogenfahrt aufgedeckt. Die Beamten stoppten einen 35-Jährigen mit seinem Pick-up. Bei der Überprüfung seiner Fahrtauglichkeit kamen den Polizisten Zweifel. Ein Test zeigte den Konsum von Amphetaminen und Opiaten an. Die Ordnungshüter ordneten eine Blutentnahme an und untersagten die Weiterfahrt. Sollte die Blutanalyse den Verdacht bestätigen drohen dem Betroffenen mindestens 500 Euro Bußgeld sowie ein Monat Fahrverbot in der Bundesrepublik Deutschland. Zur Nationalität des Mannes konnte die Polizei auf Nachfrage keine Angabe machen.

Erfolgreich kontrolliert

Görlitz. Beamte des Görlitzer Reviers haben am Montagnachmittag erfolgreich Fahrzeuge kontrolliert und dabei mehrere Verkehrsverstöße aufgedeckt. So nahmen sie 14 Fahrzeugführer und ihre Wagen genauer unter die Lupe. Vier Lenker konnten verbotenerweise während der Fahrt nicht die Finger von ihrem Handy lassen. Weitere vier Betroffene nahmen es mit dem Sicherheitsgurt nicht so genau und einen Fahrer ertappten die Polizisten mit überhöhter Geschwindigkeit. Die Ordnungshüter ahndeten die Fehler entweder an Ort und Stelle oder fertigten Bußgeldanzeigen.

Gefälschtes belgisches Kennzeichen am Mercedes

Kodersdorf. Während einer Kontrolle, die am gestrigen Morgen in der Nähe von Kodersdorf erfolgte, spielten insbesondere die belgischen Kennzeichentafeln an einem A-Klasse-Mercedes eine Rolle. Dabei war den Augen der Beamten nicht entgangen, dass jemand die Sicherheitsprägungen auf den Tafeln verändert hatte. Der Fahrer des Pkw, ein 22 Jahre alter Mann aus Polen, erklärte, es handele sich um das Auto seines Schwiegervaters in spe. Inwiefern er selbst oder der Schwiegervater an der Nachprägung der beiden Kennzeichen möglicherweise beteiligt ist, bleibt zu klären. Ersten Erkenntnissen zufolge ist ein Fahrzeug mit den echten Kennzeichen im März 2016 in Belgien abgemeldet worden. Der 22-Jährige wurde wegen des Verdachts des Kennzeichenmissbrauchs angezeigt. Nach Sicherstellung der falschen Kennzeichen ging es für den Mercedes „Huckepack“ auf einem Abschleppwagen weiter.

Auf der Autobahn bei Ludwigsdorf war die Reise zu Ende

Ludwigsdorf. Für vier ukrainische Frauen (18, 42, 45, 54) und deren männlichen ukrainischen Begleiter (41) war gestern Abend auf der Autobahn bei Ludwigsdorf die Reise zu Ende. Das Quintett saß in einem polnischen Kleintransporter, mit dem es eigentlich nach Frankreich gehen sollte. Während einer eingehenden Kontrolle ergaben sich hinreichende Widersprüche zum Zweck der Reise, darüber hinaus fehlten den Damen und dem Herrn die notwendigen finanziellen Mittel, um ohne Probleme „über die Runden“ zu kommen. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatten die ukrainischen Staatsangehörigen die Absicht, sich dauerhaft im Schengen-Raum aufzuhalten. Ihnen ist angesichts des weggebrochenen Reiserechts die Einreise verweigert worden. Es folgte die Zurückschiebung nach Polen. Gegen die Personen wurde Anzeige wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise erstattet.

Begleitet wurden die Kontrollen von Einsatzmaßnahmen des Zolls und der Bundespolizeiinspektion Ebersbach, die häufig genutzte Verbringungsrouten im Hinterland und die Grenzübergänge zur Tschechischen Republik im Zittauer Gebirge sowie im Oberland im Fokus hatten.

Bis zu den Mittagsstunden kontrollierten die Polizisten rund 1 000 Fahrzeuge und 1 800 Personen. Dabei stellten sie elf Straftaten und 21 Ordnungswidrigkeiten fest. Darunter fielen sechs Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz und zwei Fälle, bei denen der Verdacht der Hehlerei von Diebesgut besteht. Die sicht- und spürbare Präsenz der Polizei trägt auch zur Verhinderung von Straftaten bei, jedoch sei dieser Effekt nicht mit validen Kennziffern messbar, erklärte die Polizei. (szo)