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Montag, 11.06.2018

Graf Arnim auf den Spuren der eigenen Geschichte

Mit einer Schau der Superlative würdigt die Pückler-Stiftung das Wirken einer bedeutenden Familie.

Von Rolf Ullmann

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Thomas Graf von Arnim besucht den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau.
Thomas Graf von Arnim besucht den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau.

© Rolf Ullmann

  • Thomas Graf von Arnim besucht den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau.
    Thomas Graf von Arnim besucht den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau.
  • Besucherinnen in der Ausstellung.
    Besucherinnen in der Ausstellung.

Bad Muskau. Das Weltkulturerbe des Fürst-Pückler-Parkes ist untrennbar mit dem Namen und dem Wirken des grünen Fürsten verbunden. Er ist eine Lichtgestalt des 19. Jahrhunderts und wirft seither einen langen Schatten auf die Wahrnehmung des Parks, der Schlösser sowie aller weiteren Bauwerke, die unter seiner Leitung, aber auch noch danach entstanden sind. Im Schlagschatten findet das Wirken derer, die nach ihm sein Werk fortsetzten und viele seiner Projekte zur Reife führten und vollendeten, häufig noch nicht die Anerkennung, die ihnen gebührt. Cord Panning, der Geschäftsführer der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ unterstreicht diese Tatsache mit den Worten „Muskau ist mehr als nur Pückler.“

Mit der Ausstellung „Die Grafen Arnim als Muskauer Standesherren“ die am Sonnabend eröffnet wurde, wird eine große Lücke in der bisherigen Betrachtungsweise der Geschichte von Bad Muskau und insbesondere seiner Standesherren geschlossen. Die Schau verdeutlicht anschaulich das Wirken der drei Grafen Traugott, Adolf und Hermann von Arnim im Zeitraum von 1881 bis zum Sommer 1945. Die Zahl drei prägt den Inhalt sowie die Gestaltung der Ausstellung. Denn sie würdigt das Werk dreier herausragender Persönlichkeiten, die in drei Epochen, der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und im dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte, der Nazizeit, der Standesherrschaft ihren Stempel aufdrückten. Die Zahl drei steht aber auch für die Darstellung der Einheit zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung der Region, der weiteren Gestaltung des Parks und schließlich des Umbaus des Neuen Schlosses. Entsprechend dieser Dreiteilung ist auch die Ausstellung selbst gegliedert. Nach den Bildnissen sowie dem Stammbaum der Familie erwartet den Besucher zuerst die sehr anschaulich gestaltete Familiengeschichte. Sie wird im nächsten Raum durch die Darstellung der Leistungen der Familie zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region Bad Muskau ergänzt. Der letzte Raum schließlich widmet sich der Gestaltung des Parks. Dass die Ausstellung mit einer opulenten Fülle von Fotos, Dokumenten und Sachzeugnissen den Betrachter förmlich überwältigt, ist den Leihgaben von Institutionen aus Deutschland sowie Polen, privater Sammlungen und nicht zuletzt der Familie Arnim zu verdanken. Während der Eröffnung fiel deshalb immer wieder der Satz, „ein Besuch ist bei weitem nicht genug, zu beeindruckend ist das, was hier zusammengefügt wurde.“

Die Ausstellung ist im zweiten Obergeschoss des Neuen Schlosses noch bis zum 9. September zu sehen.