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Sonntag, 22.07.2018

Gohrischheide so trocken wie seit Jahren nicht

Das Laub sieht so aus, als wäre es schon Ende September. Der Förster bereitet sich schon für den schlimmsten Fall vor.

Von Christoph Scharf

Stefan Müller leitet für den Staatsbetrieb Sachsenforst das Revier Zeithain – damit ist er für die Gohrischheide zuständig.
Stefan Müller leitet für den Staatsbetrieb Sachsenforst das Revier Zeithain – damit ist er für die Gohrischheide zuständig.

© Klaus-Dieter Brühl

Zeithain. In der Gohrischheide ist es so trocken, dass die Birken schon ihre Blätter verloren haben. „Sogar die Eichen werden schon braun“, sagt Stefan Müller. „Wir haben hier ein Bild, als ob es schon Ende September wäre“, so der Revierförster. Vergangenes Jahr war das noch ganz anders: 2017 galt als feucht – das ist bei dem sandigen Boden perfekt für den Wald. Aber dieses Jahr? „Nach unseren Aufzeichnungen wird das bei uns noch schlimmer als 2003.“ In den Monaten Mai, Juni und Juli 2018 habe es bislang keinen nennenswerten Niederschlag gegeben. Laut einer eigenen Messstation sind in der Gohrischheide in der Epoche gerade mal 37,5 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Was kann man da tun? „Nur hoffen, dass es nicht brennt“, sagt Stefan Müller. Das wäre in der großflächigen Heide mit dem trockenen Baumbestand und dem kampfmittelbelasteten Boden fatal. Gerade erst hat der Revierleiter ein Abstimmungsgespräch mit Zeithains Gemeindewehrleiter Matthias Heydel geführt. „Wir haben die Wege kontrolliert, damit sie für die Feuerwehr im Brandfall auch befahrbar sind und nicht durch umgestürzte Bäume blockiert werden.“ – Selbst lässt der Förster derzeit allerdings lieber das Auto am Rand der Heide stehen: Bei der mittlerweile wieder geltenden höchsten Waldbrandstufe 5 könnte schon ein heißer Katalysator ausreichen, um einen Waldbrand auszulösen. „Wir gehen deshalb für Kontrollen besser nur zu Fuß in die Gohrischheide.“ Wobei auch das bei der Hitze und Trockenheit keine Freude macht.

Stefan Müller ist noch nicht sehr lange für das ausgedehnte Waldgebiet zuständig. „Als Kollege aber ist schon seit 1998 dabei“, sagt der Förster. „Und der sagt: So eine Trockenheit hat es hier seitdem noch nie gegeben.“