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Mittwoch, 16.05.2018

Görlitzer Hafenprojekt vorerst ausgebremst

Die Görlitzer Wohnungsbaugesellschaft Kommwohnen will Ferienhäuser errichten mit Dauerwohnungen. Das stößt auf Vorbehalte.

Von Sebastian Beutler

An der auf dem Foto rechten Hafenkante plant Kommwohnen den Bau von 28 Ferienwohnungen, darunter sieben als Dauerwohnungen.
An der auf dem Foto rechten Hafenkante plant Kommwohnen den Bau von 28 Ferienwohnungen, darunter sieben als Dauerwohnungen.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Schönau-Berzdorf hat erwartungsgemäß Probleme mit der Absicht des Görlitzer Großvermieters Kommwohnen, am südlichen Hafenbecken Ferienhäuser mit 28 Wohnungen zu errichten. Dabei sind es weniger die Zahl der Wohnungen und die Ferienhäuser überhaupt, die Diskussionsbedarf bei Schönaus Bürgermeister Christian Hänel auslösten. Ausdrücklich betonte Hänel am Montag vor dem Planungsverband Berzdorfer See, dass die Gemeinde das Vorhaben an sich nicht verhindern wolle. Aber die sieben Wohnungen bereiten ihm Bauchschmerzen, die für dauerhaftes Wohnen vorgesehen sind. Außer diesen sieben Wohnungen sollen ohne großen bürokratischen Aufwand keine weiteren für dauerhaftes Wohnen errichtet werden – und zwar an keiner Stelle des Sees mehr.

Doch auch Investoren in Schönau-Berzdorf haben Ambitionen, ihre Ferienhausprojekte mit dauerhaftem Wohnen zu verbinden. Sei es aus Sicherheitsgründen wie am Hafen, oder einfach, wie es der Görlitzer Stadtrat Joachim Schulze schon im März im Rat sagte, aus Gründen der Belebung des Sees. Spätestens nach dem SZ-Interview mit Winfried Stöcker, in dem er sich auch Häuser rund um sein geplantes Kongresszentrum auf der Neuberzdorfer Höhe vorstellen konnte, war klar, dass das Thema geklärt werden muss. Auf der anderen Seite gibt es die Sorge, dass überall am See Dauerwohnungen entstehen, die wiederum Ver- und Entsorgung nach sich ziehen. Eine solche Zersiedelung ist politisch nicht gewollt. Deswegen soll nun noch mal eine Arbeitsgruppe des Planungsverbandes über die Frage des dauerhaften Wohnens am See beraten. Solange wurde die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Projekt zurückgestellt.

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch hätte die Görlitzer Seite das auch früher haben können. Selbst die eigene Wirtschaftsförderung hatte in einer Stellungnahme Stadtrat und Rathaus gemahnt: Erst müsse grundsätzlich das Thema Wohnbebauung auf dem gesamten Seeareal geklärt werden, sozusagen der Rahmen für die Einzelprojekte abgesteckt werden. Trotzdem brachte der Stadtrat das Projekt im März auf den Weg und wurde jetzt erst einmal vom Planungsverband gebremst. Oberbürgermeister Siegfried Deinege jedenfalls kam Schönau-Berzdorf entgegen und nahm ohne Diskussion den B-Plan für das Vorhaben von der Tagesordnung des Verbandes. Zugleich mahnte der Görlitzer Rathauschef aber, es müsse zügig beraten werden: Er möchte das Vorhaben nicht auf die lange Bank schieben.