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Donnerstag, 02.08.2018

Görlitz-Botschafter im besten Sinne

Von Robert Eifler

Da haben wirklich alle (bis auf Marc Rechner rechts) das Grinsen im Gesicht. Spaß gemacht hat das Turnier wieder.Foto: Verein
Da haben wirklich alle (bis auf Marc Rechner rechts) das Grinsen im Gesicht. Spaß gemacht hat das Turnier wieder.Foto: Verein

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Fast wäre es der erste Titel der neuen Saison geworden – zum Abschluss einer zweiwöchigen Trainingspause nutzten wieder einige Handballer des SV Koweg Görlitz die Gelegenheit zur Teilnahme am Rasenhandballturnier in Oberviechtach (Bayern). Und beinahe hätte es zum Gewinn nach 2008 und 2014 gereicht – in einem packenden Finale scheiterten die Görlitzer aber am Dauerkonkurrenten TV Oberflockenbach.

Zum nun schon 24. Mal reisten einige Görlitzer Handballer zum Doktor-Eisenbarth-Turnier nach Oberviechtach, um dort neben reichlich Spaß auch die sportliche Herausforderung zu suchen. Verbunden ist das Rasenturnier für die Neißestädter auch mit einem Wiedersehen von vielen ehemaligen Spielern, die es inzwischen beruflich in andere Bundesländer der Republik verschlagen hat. Für das Wochenende versteht man sich aber nahezu blind, was die Laufwege und Zuspiele betreffen. Um das Turnier aber nicht nur auf das sportliche Wochenende – zeitlich gleichzusetzen mit dem Ferienbeginn in Bayern – zu begrenzen, reisen die Görlitzer bereits am Donnerstag an und schlagen ihre Zelte in jenem Stadion auf, wo später die zehn Spielfelder aufgebaut sind. Jeweils fünf Felder werden an beiden Spieltagen genutzt. Der Freitag dient dem Teambuilding – je nach Wetterlage stehen diverse Aktivitäten auf dem Plan. Die Dauerhitze in diesem Jahr ließ einzig den Besuch des örtlichen Freibades als Option.

Nachdem am Freitagabend auch die letzten Mitglieder eingetroffen waren, zählte die Mannschaft ganze 17 Aktive. Es war der größte Kader, mit dem Koweg jemals angetreten ist. Damit machte man sich schon Hoffnung, nach 2008 und 2014 zum dritten Mal den Titel holen zu können. Doch schon nach dem ersten Hinrundenspiel schien dieser Traum ad acta gelegt werden zu können. Mit einem 8:10 gegen die Wildcats – trotz der teils illustren Mannschaftsnamen ist das Turnier von sportlich ansehnlichem Niveau geprägt – war die Ausgangslage für ein Weiterkommen nicht gerade optimal, zumal Koweg nur in einer Dreiergruppe antrat. Insgesamt baute das Turnier auf sechs Vierer- und drei Dreiergruppen auf.

Im Titelkampf können nach der Vorrunde nur die jeweils Gruppenersten und die sieben besten Gruppenzweiten mitmischen. Damit die Teams der reduzierten Gruppen auch eine echte Chance haben, werden die besten Gruppenzweiten über den Punktequotienten und bei Gleichstand im Nachgang über den Torequotienten bestimmt. Für die Görlitzer galt also im zweiten und zugleich letzten Vorrundenspiel, alles in die Waagschale zu werfen, um sich das Weiterkommen zu sichern. Zu jenem Zeitpunkt konnte Spielmacher Fabrice Türkowsky schon gar nicht mehr mitwirken, da er sich nach gut einer Minute im ersten Spiel eine Verletzung am Fuß zuzog. Mit einem 16:3 über ein Oberviechtacher Team sorgten die Blau-Gelben schließlich für die Qualifikation. Die letzte Partie des Sonnabends musste gegen die „Nachwuchshelden“ – wie der spätere Finalgegner Oberflockenbach ein Dauerrivale – bestritten werden. Hier riefen die Görlitzer ihr wohl beste Leistung ab und setzten sich eindrucksvoll mit 9:3 durch. Damit stand man im Viertelfinale am Sonntag.

Und als hätte die abendliche Party im Festzelt keine Spuren hinterlassen konnten die Görlitzer nahtlos an ihre Leistung anknüpfen. Der ESV Rosenheim wurde deutlich mit 14:5 in die Schranken gewiesen. Auf bedeutend mehr Gegenwehr stießen die Neißestädter im Halbfinale gegen die „Rhöner“, einem Team aus der Nähe von Würzburg. Unter praller Mittagssonne wurde das Duell knapp mit 6:5 gewonnen – man stand somit zum vierten Mal im Endspiel um den Wanderpokal, der bei dreimaligem Gewinn in die eigene Sammlung übergeht. In den 30 Finalminuten wirkte der Gegner TV Oberflockenbach aber wesentlich frischer und abgebrühter. Schnell baute dieser sich eine Führung auf (2:5), die bis zum Abpfiff verteidigt werden konnte. Ein Ausgleichstreffer und damit spannenderer Spielverlauf wäre sicherlich möglich gewesen, allerdings scheiterten die Koweg-Herren auch wiederholt am starken Keeper. Bei den Damen setzte sich unter 24 Mannschaften eine Abordnung aus Stockerau (Österreich) durch.

Mit ihrem Gesamtauftritt waren die Görlitzer letztlich recht zufrieden – und während ein Großteil bereits am Sonntag wieder abreiste, erholten sich ein paar Akteure noch von den Strapazen und bauten gemütlich Montagvormittag die Zelte ab. Der nächste Angriff auf den Pokal wird auf alle Fälle 2019 genommen, denn das Rasenhandballturnier ist fest im Terminkalender der Görlitzer verankert.

Koweg: Lukas Rohne, Karl-Heinz Hartberger – Patrick Michel, Fabrice Türkowsky, Tino Wallor, Thorsten Michel, Tom Baugstatt, Marc Rechner, Robert Eifler, André Feja, Florian Höhne, Torsten Kuhnt, Andreas Hahn, Danilo Krause, Birk Hähnel, Maximilian Fütterer, André Scholz