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Donnerstag, 06.02.2014

Globus-Entscheid kommt in den Stadtrat

Nach langer Diskussion vertagt der Bauausschuss die endgültige Abstimmung über den umstrittenen Supermarkt.

Von Tobias Winzer

21 Die Globus-Entwürfe

Entwurf für das Areal Alter Leipziger Bahnhof.
Entwurf für das Areal Alter Leipziger Bahnhof.

© Kretschmar+Dr. Borchers/Freie Architekten

Voraussichtlich im März entscheidet sich, ob das Unternehmen Globus mit den Feinplanungen für seinen Supermarkt am alten Leipziger Bahnhof starten kann. Der Bauausschuss hob die für gestern angesetzte endgültige Abstimmung in das höhere Gremium, den Stadtrat. Dieser tagt im kommenden Monat wieder.

Die Globus-Entwürfe

Wie sich in der gestrigen, gut zweistündigen Debatte zeigte, ist dort ein äußerst knappes Votum zu erwarten. Während die CDU als größte Fraktion dem Vorhaben zustimmt und es SPD sowie Grüne ablehnen, sind Linke, Bürgerfraktion und FDP noch unentschieden. „Wir haben uns noch keine abschließende Meinung gebildet“, sagte FDP-Stadtrat Matteo Böhme. Allerdings entscheidet der Stadtrat im März noch nicht über den Baustart. Sollte er zustimmen, würde das Vorhaben offengelegt, sodass beispielsweise Anwohner ihre Bedenken schriftlich einreichen können. Anschließend stimmt der Stadtrat noch einmal über das Projekt ab.

Globus will auf dem Grundstück einen Supermarkt mit 8.800 Quadratmetern errichten. Außerdem sollen die historischen und vom Verfall bedrohten Bahnhofsgebäude saniert und zu Läden umgebaut werden. Dadurch erhöht sich die Einzelhandelsfläche auf 12.000 Quadratmeter. Tausend Parkplätze sind geplant. 60 Millionen Euro soll das alles kosten. Die Gegner des Projekts bemängeln, dass das Vorhaben gegen verschiedene vom Stadtrat beschlossene Stadtentwicklungskonzepte verstößt. Außerdem werden an der Leipziger Straße Staus erwartet.

Auch der Eigentümer des Nachbargrundstücks scheint wenig begeistert von dem Millionenprojekt. „Es schränkt unser geplantes Vorhaben erheblich ein“, sagt der Geschäftsführer des Hamburger Immobilienunternehmens Procom Invest, Dennis Barth. Seinen Angaben nach hat Procom ein 65.000 Quadratmeter großes Grundstück östlich des Globus-Areals gekauft. Nun sollen dort 370 Wohnungen entstehen. „Eine Nahversorgung hätte ich schon gern in der Nähe“, sagte Barth. „Aber nicht in der Größe wie Globus sie plant.“ Für ihr Projekt hat Procom im vergangenen Sommer bei der Stadt einen Antrag auf einen Bebauungsplan gestellt. Wann es losgeht, ist aber noch offen. Sollte sich die Stadt für das Globus-Projekt entscheiden, behält sich Barth rechtliche Schritte vor. „Wir werden uns ansehen, wie es mit dem Globus-Vorhaben weitergeht und dann entscheiden, wie wir damit umgehen.“

Unterdessen spricht sich auch der Wirtschaftsverein Pro Dresden gegen das Globus-Projekt aus. „Wir führen keine Kampagne gegen Globus“, sagte Geschäftsführer Klaus Birke. „Aber wir sind dafür, dass die bisherigen Konzeptionen für die Fläche umgesetzt werden.“ Stellvertretender Vorsitzender des Vereins ist übrigens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

Leser-Kommentare

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Insgesamt 21 Kommentare

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  1. Dirk

    Wie häßlich!!! Dresden/Sachsen hat bereits mit 11,5% deutschlandweit die zweitgrößte Verkaufsfläche pro Einwohner aller Bundesländern (größer noch als Bayern mit 9,5%), dagegen hat Sachsen nach Mecklenburg/Vorpommern das geringste Einkommen aller 16 Bundesländer, wann endlich reagiert eine Oberbürgermeisterin um diesen Wahnsinn zu beenden?!

  2. Heiko Naumann

    Ich finde die Entwürfe sehr gut. Globus könnte die derzeitige Brache auf jeden Fall aufwerten. Wenn der Denkmalschutz mit beachtet wird, dürfte es eine schöne Ecke werden. Die Verkehrsprobleme können durch eine intelligente Verkehrsführung auf jeden Fall gelöst werden. Ich hoffe das Projekt wird umgesetzt.

  3. D.W.

    Vielleicht wäre es sinnvoller, die Fläche mit Schulen, Kindergärten und bezahlbaren Wohnungen für Familien zu bebauen, wo diese doch zurzeit so knapp in Dresden sind?

  4. JensDD

    Beton, Beton, wir mischen den Beton - ob Globus oder Königsbrücker, Parkplatz am Blauen Wunder - Freie Fahrt und Einkaufstempel, das ist der Bürgerwille. Warum nicht endlich überall drive and buy inn´s bauen, wäre noch bequemer und würde noch mehr Fläche und Beton benötigen. Beton, Beton, wir mischen den Beton

  5. larsmichel

    Ein tropisches Spass-und Erlebnisbad(Schwimmbad),ein Delfinarium,ein Zirkus Sarassani oder ein grosses Wohnviertel(geschlossen wegen der Strassen drumrum) mit Schule und Kindergarten über Globus wäre hier wirklich sinnvoll.Also alles über dem Globus nach oben gebaut und Globus im Erdgeschoss untendrunter. Eventuell noch Tiefgaragen untendrunter für Bewohner und Kunden. Denn Dresden muß mal endlich für die Zukunft bauen und nicht planlos Riesenareale baulich versiegeln. Dresden hat nicht so riesig viel Bauraum zur Verfügung in diesem Anschnitt hier. Es muß sparsam und rational umgegangen werden mit städtischen Bauflächen,denn andere Investoren wollen auch noch was errichten. Heißt also. Gewerbe-und Wohnbau "verzahnen",also ineinander und übereinander planen und bauen und vor allem nach oben mit den Wohnungen,auch und vor allem in der Innenstadt.Zukünftig natürlich.Also muß jeder Millimeter Bau-und Bodenraum exakt rational geplant werden,denn Dresden bracht bezahlbare tausende Wohnungen.

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