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Samstag, 15.09.2018

Globalisierungskritiker besetzen Frankfurter Paulskirche

50 Aktivisten fordern: „Her mit der Demokratie!“ Am Sonnabendnachmittag soll es eine Podiumsdiskussion geben.

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Attac-Aktivisten stehen in der Frankfrurter Paulskirche und als symbolischer Protest besetzen den Gedenkort. Aufgerufen zu der Veranstaltung hatte das globalisierungskritische Netzwerk Attac im Rahmen einer europaweiten Aktion unter dem Motto „Finance for the People!“. Die Aktion soll noch bis zum Sonntag dauern.
Attac-Aktivisten stehen in der Frankfrurter Paulskirche und als symbolischer Protest besetzen den Gedenkort. Aufgerufen zu der Veranstaltung hatte das globalisierungskritische Netzwerk Attac im Rahmen einer europaweiten Aktion unter dem Motto „Finance for the People!“. Die Aktion soll noch bis zum Sonntag dauern.

© dpa

Frankfurt/Main. Globalisierungskritiker haben am Sonnabend die Paulskirche in Frankfurt besetzt. Rund 50 Aktivisten versammelten sich in der Kirche und entrollten Plakate. Eine Aufschrift lautete: „Her mit der Demokratie!“ Am Nachmittag wollten sie dort eine Podiumsdiskussion veranstalten, wie das globalisierungskritische Netzwerk Attac mitteilte.

Die Aktivisten wollten bis Sonntagvormittag in der Kirche bleiben. Polizeikräfte beobachteten die Situation, griffen zunächst aber nicht ein. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sei über die Aktion informiert worden und eingeladen, an der Diskussionsveranstaltung teilzunehmen, hieß es von Attac. Die Paulskirche gilt als Symbol der Demokratie in Deutschland.

Zuvor hatten rund 200 Demonstranten an den Beginn der globalen Finanzkrise vor zehn Jahren erinnert. Verkleidet als Sklaven und mit den Börsen-Symboltieren Bulle und Bär waren sie durch das Bankenviertel gezogen. Aufgerufen zu der Veranstaltung hatte Attac im Rahmen einer europaweiten Aktion unter dem Motto „Finance for the People!“. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 13 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Über-Begrifflichkeit

    Wer Straftaten begeht, ist ein Straftäter bzw. ein einer Straftat Verdächtiger. Und kein "Aktivist". Oder heißt es in Zukunft: "Zwei Aktivisten wurden bei einem Einbruch in ein Mehrfamilienhaus gestellt." Oder "Ein betrunkener Aktivist wurde letzte Nacht in einem gestohlenen Pkw festgestellt." Also so in Zukunft?

  2. MajorKong

    50 (!) "Aktivisten" fordern "Her mit der Demokratie!" ??LOL !! ? Augenscheinlich haben die "Aktivisten" keine relevanten demokratischen Mehrheiten hinter sich, die ihre Anliegen unterstützten. Oder meinen die "Aktivisten", dass nur dann Demokratie herrscht, wenn sich alle der Auffassung von "attac" (vielsagender Name übrigens) anschließen?

  3. RU

    Ich finde die Forderung „Her mit der Demokratie“ richtig, selbst wenn es nur 50 Personen sind. Warum? Weil wir keine Demokratie haben, die jedem Menschen wirklich das gleiche Recht einräumt. Was wir haben ist Demokratie und Freiheit vor allem für das Große Geld und die Personen, die es besitzen. Die großen Banken, Konzerne und Kapitalbesitzer besitzen die Macht und bestimmen, wie diese ausgeübt wird. Öffentlich wird darüber nicht diskutiert. James Madison war der maßgebliche Verfasser der amerikanischen Verfassung. Er kam zu dem Schluss, dass die Demokratie eingeschränkt werden muss. Das System sei so zu gestalten, „dass die Macht in den Händen der Reichen liege, und die Bevölkerung auf vielerlei Weise spalten, damit sie sich nicht zusammenschließen könne, um den Reichen die Macht zu entreißen.“ (Chomsky: Requiem für den amerikanischen Traum). Demokratie ist also bei weitem nicht nur reisen zu können, wohin man will und sagen zu können, was man will.

  4. MajorKong

    @3 "Öffentlich wird darüber nicht diskutiert." Ach tatsächlich? Ich habe eher den Eindruck, dass es in der öffentlichen Diskussion ständig darum geht, wie Reichtum umverteilt werden sollte. Reisen zu können, wohin man will und sagen zu können was man will sind m. E. wichtige freiheitliche Errungenschaften, die viele Menschen auf dieser Welt gerne hätten, ebenso wie die Demokratie nach dem Grundsatz "one man one vote". Demokratie heißt auch, dass alle Menschen gleiche Rechte haben, ich verstehe nicht, warum Sie der Auffassung sind, dass diese Rechte nur Reichen zustehen. Wenn Sie meinen, ihre Rechte mit mehr Geld besser ausüben zu können, dann bemühen Sie sich doch darum, reich(er) zu werden, wer hindert Sie?

  5. brainpain

    Wird da nicht was verwechselt? Die Demokratie war für die Länder des Ostblocks erst als Folge des Systemzusammenbruchs erreichbar, obwohl sie dort zuvor auf dem Papier bereits bestand. Globalisierung ist kein Phänomen fehlender Demokratie, sondern wachstumsorientierter Wirtschaft mit Tunnelblick auf maximale Renditen. "Wir" befeuern dieses wirtschaften durch unsere kritiklose Bereitschaft, für Geld Jobs in Asien, Lateinamerika, Afrika zu übernehmen - und hier im eigenen Land traditionelle Industriezweige wie den Textilsektor vor die Hunde gehen zu lassen. Schön blöd, aber so sind "wir" nun mal. "Die Reichen" sind nur eine Seite des Problems, es gehören immer auch genügend Dumme dazu, die deren Spielchen mitspielen. Wer >60,80 oder 100.000 € im Jahr für seine Arbeit bekommt, ist noch nicht richtig reich, fühlt sich aber schon eher auf der Gewinnerseite. @1: bin ich froh, dass es nicht nur Leute wie Sie gibt, sondern auch welche, die den zivilen Ungehorsam praktizieren!

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