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Freitag, 13.07.2018

Gewerkschaft nennt Angebot von Halberg Guss „Almosen“

Frankfurt am Main. Im Konflikt um die Zukunft des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) hat das Unternehmen ein neues Angebot vorgelegt. Das Management bot den zur Entlassung stehenden Mitarbeitern Abfindungen an, wenn der Streik in Leipzig und Saarbrücken beendet werde. Die verbleibenden Beschäftigten sollten bis Ende 2019 vor Kündigungen geschützt werden und zu den Regelungen des IG-Metall-Flächentarifvertrags mit der 35-Stunden-Woche zurückkehren können, so NHG. Die IG Metall sprach in einer Verhandlungspause von einer Verschlechterung der bisherigen Offerte. Bei den Abfindungen hat NHG nach eigenen Angaben einen Faktor von 0,4 Bruttogehältern pro Jahr der Betriebsangehörigkeit angeboten. Laut IG Metall war in früheren Gesprächen von einem Faktor 0,6 die Rede. Die Verhandlungen wurden ergebnislos abgebrochen. Einen neuen Termin gibt es nicht.

Der Hersteller von Motorblöcken und Antriebswellen gehört zur Prevent-Gruppe, die sich vor allem mit VW immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten und Aufträge verloren hat. Das Management will das Werk Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 schließen. Im Stammwerk Saarbrücken mit 1 500 Beschäftigten wurde ein Abbau von 300 Jobs erwogen. Die Beschäftigten streiken seit dem 14. Juni für einen Sozialtarifplan. Der IG-Metall-Hauptkassierer Jürgen Kerner warf Prevent vor, das Unternehmen leer räumen zu wollen. „Wir lassen uns nicht mit Almosen abspeisen. Eigentlich wollen wir arbeiten. Aber wenn ihr die Arbeit kaputtmacht, zahlt wenigstens anständig“, verlangte Kerner. (dpa)

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