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Freitag, 06.07.2018

Georgier mit 43 Identitäten

Bereits am Dienstagmorgen nahm die Bundespolizei im Hauptbahnhof Dresden einen georgischen Reisenden fest, dessen Vita anfangs viele Geheimnisse barg.

Ein abgeschobener Georgier riskierte einen Asylantrag zu viel.
Ein abgeschobener Georgier riskierte einen Asylantrag zu viel.

© dpa

Am Dienstagmorgen endete für einen 51-jährigen Georgier die Fahrt im Eurocity EC 178 von Prag nach Berlin bereits in Dresden. Dort nahmen Bundespolizisten den vielfachen Straftäter in Empfang, allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnend, um wen es sich handelt.

Nach der ersten Identitätsprüfung noch im Zug habe sich gezeigt, dass der Mann von der Ausländerbehörde in Essen gesucht wurde und zur Festnahme ausgeschrieben war. Nach weiteren Recherchen stellten die Beamten fest, dass der Georgier sicherheitshalber noch einen zweiten Reisepass unter anderem Namen bei sich führte.

Das Dokument hätte ihm aber auch nicht viel weiter geholfen, denn nach einer „eingehenden Überprüfung wurden nun weitere 43 Personalien von ihm bekannt“, wie es im Polizeibericht heißt. Der Mann hatte demnach bereits 43 mal seine Identität frisiert, mit Buchstabendrehern, neuen Namen oder unterschiedlichen Geburtsorten. Mit den falschen Personalangaben beging der Georgier etliche Straftaten, wie Wohnungseinbrüche und Diebstähle.

Polizeibericht vom 6. Juli

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VW entwendet

04.07.2018, 20 Uhr bis 05.07.2018, 5 Uhr / Dresden-Prohlis

Autodiebe stahlen in der Nacht zum Donnerstag von einem Parkplatz an der Elsterwerdaer Straße einen silbergrauen VW Caddy. Der Wert des sechs Jahre alten Wagens wird mit rund 9000 Euro beziffert.

Werkzeugkoffer gestohlen

04.07.2018, 19.45 Uhr bis 05.07.2018, 5 Uhr / Dresden-Prohlis/Mickten

In derselben Nacht öffneten Diebe gewaltsam einen Mercedes Sprinter an der Spremberger Straße und stahlen aus dem Kleintransporter einen Werkzeugkoffer, in dem sich unter anderem ein Trennschleifer im Wert von rund 250 Euro befand.

Rund fünfzehn Kilometer weiter nordwestlich in der Sternstraße stahlen Diebe aus einem Mercedes Vito einen Werkzeugkoffer, einen Akkuschrauber sowie Zigaretten. Zur Höhe des entstandenen Schadens liegen in diesem Fall noch keine Angaben vor.

Navigationsgerät und Autositze gestohlen

05.07.2018, 21.45 Uhr bis 06.07.2018, 00.45 Uhr / Dresden-Strehlen

Donnerstagnacht öffneten Diebe einen VW T5 an der Julius-Otto-Straße und bauten aus dem Wageninneren die Radio-Navigations-Einheit sowie zwei Sitzreihen und eine Lautsprecherbox aus und nahmen sie mit. Der Schaden wird mit über 2000 Euro beziffert.

Falsche Polizisten in Dresden unterwegs - Zeugenaufruf

06.07.2018, 02.45 Uhr / Dresden-Südvorstadt

In der Nacht zum Freitag waren zwei Männer in der Stadt unterwegs, die sich als Polizisten ausgaben. Das Duo fuhr mit einem dunkelblauen Opel auf der Werdauer Straße egs und stoppte dort eine Autofahrerin sowie einen Autofahrer. Dabei benutzen sie eine Lichttafel mit dem Schriftzug „Stopp Polizei“ in der Heckscheibe ihres Wagens.

In der Folge gaben sich die Männer als Polizeibeamte in zivil aus und warfen den Betroffenen unter anderem Handyverstöße am Steuer vor. Dem Autofahrer nahmen sie daraufhin ein „Verwarngeld“ von 30 Euro ab. Die Autofahrerin zahlte nicht. Später meldeten sich die beiden Betroffenen via Notruf bei der Dresdner Polizei, da ihnen die Sache im Nachgang nicht geheuer vorkam.

Ein Ermittlungsverfahren wegen Amtsanmaßung wurde eingeleitet. Die Polizei sucht weitere Zeugen, die Angaben machen können zu den Tätern und dem Auto. Hinweise nimmt die Polizeidirektion entgegen unter der Rufnummer 0351 / 483 22 33.

Zigarettenautomaten aufgebrochen

04.07.2018, 23 Uhr bis 05.07.2018, 08.50 Uhr / Dresden-Wilsdruffer Vorstadt

Einbrecher sind in der Nacht zum Donnerstag in ein Restaurant an der Straße Am Schießhaus eingestiegen. Die Täter begaben sich in die Gasträume und brachen einen Zigarettenautomaten auf. Aus diesem stahlen sie eine bislang unbekannte Menge Tabakwaren.

Betrügerischer Anruf

05.07.2018, 13 Uhr / Dresden-Südvorstadt

Am Donnerstagmittag erhielt eine Seniorin einen Anruf eines angeblichen Mitarbeiters der Rentenkasse. Dieser forderte über 3000 Euro Gebühren für ein Gewinnspielabo. Die Summe sollte bei einem Reisebüro eingezahlt und dann auf ein thailändisches Konto überwiesen werden. Im Fall des Nichtzahlens drohte der Unbekannte mit einer Kürzung ihrer Rente. Die 79-Jährige ließ sich bei ihrer Bank beraten. Dort erkannte man den Betrugsversuch. Ein finanzieller Schaden entstand der Frau nicht.

Schwerer Unfall auf der Autobahn

05.07.2018, 16.25 Uhr / Dresden, BAB 4 Eisenach-Dresden, Höhe Wilsdruff

Der Fahrer (51, polnischer Staatsangehöriger) eines Skoda Octavia war am Donnerstagnachmittag auf der BAB 4 in Richtung Dresden unterwegs. Kurz vor der Raststätte „Dresdner Tor“ fuhr er auf einen polnischen Sattelzug Scania (Fahrer 36) auf und wurde in seinem Wagen eingeklemmt. Der 51-Jährige erlitt schwere Verletzungen und kam in ein Krankenhaus. Er stand unter Alkoholeinfluss. Ein Test ergab einen Wert von über 2,4 Promille. Der bei der Kollision entstandene Sachschaden wird auf über 25.000 Euro beziffert.

Die Autobahn musste im Zuge der Rettungsmaßnahmen und Unfallaufnahme für rund eine Stunde voll gesperrt werden. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. (ir)

Rabiater Autofahrer attackierte Frau – Zeugen gesucht

05.07.2018, 14.20 Uhr / Dresden-Seevorstadt

Am Donnerstagnachmittag wurde eine Autofahrerin auf der St. Petersburger Straße am Pirnaischen Platz vom Fahrer eines schwarzen Skoda attackiert und dabei leicht verletzt.Die Frau war mit einem blauen VW in Richtung Carolabrücke unterwegs und musste an der Ampel stoppen. Plötzlich stieg der Fahrer hinter ihr aus seinem Wagen und schlug gegen das Dach und den Außenspiegel des VW. Anschließend attackierte er die Frau und verletzte sie dabei. Wer hat den Vorfall beobachtet? Wer kann nähere Angaben zu dem unbekannten Mann und dessen Auto machen? Hinweise nimmt die Polizei entgegen unter der Rufnummer 0351 / 483 22 33.

Bis zu Zwölfmal wurde im Zeitraum von 1997 bis 2018 wegen diverser Eigentumsdelikte gegen ihn ermittelt. Außerdem wurde er bereits viermal aus Deutschland abgeschoben. Was den 51-Jähriggen aber nicht davon abhielt, weiter fleißig Asyl zu beantragen. Ein Asylfolgeverfahren lehnten die Behörden letztmalig im April 2018 ab, verbunden mit einer fünf Jahre dauernden Einreisesperre für das Schengengebiet. Das habe der georgische Staatsangehörige jedoch ignoriert - um abermals einen Asylantrag zu stellen.

Die Beamten der Bundespolizei Dresden traten nun an die zuständige Staatsanwaltschaft Pirna heran und beantragten Untersuchungshaft. Für die Haftrichtervorführung brachten die Polizeibeamten ihren „dicken Fahndungserfolg“ zum Amtsgericht nach Pirna. Als sie ihm die Fahrt zur Justiz ankündigten, habe er dies mit lautstarken Beleidigungen quittiert.

Der Ermittlungsrichter entschied, den Georgier bis zur Eröffnung eines Gerichtsverfahrens in U-Haft zu nehmen. Der Mann muss sich nun wegen mehrfachen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz und wegen Beleidigung verantworten.