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Dienstag, 13.03.2018

Geordnetes Parkchaos in Klosterbuch

Bei größeren Veranstaltungen wird es häufig unübersichtlich in dem kleinen Ort. Neues ergibt sich auch mit dem Flutschutz.

Von Heike Heisig

Mit dem Bau der Hochwasserschutzanlagen in Klosterbuch ändert sich die Parkplatzsituation. 1: Die Wiese am Ortseingang ist durch den Deich nicht mehr zu erreichen. Außerdem ist sie in privatem Eigentum. 2: Der Flachbau ist weggerissen. Auf dem Gelände stellt die Stadt Leisnig als Eigentümer rund 30 Stellflächen zur Verfügung. 3: Im historischen Feld kann nur bedingt geparkt werden, bei einigen Veranstaltungen werden die Flächen anderweitig benötigt. 4: Bei Großveranstaltungen ist die Wiese zwischen Deich und den Grundstücken weiterhin nutzbar. 5: Diese Fläche steht ständig als Parkplatz zur Verfügung. 6: Dieses Stück Land soll zusätzlich noch fürs Parken ausgewiesen werden.
Mit dem Bau der Hochwasserschutzanlagen in Klosterbuch ändert sich die Parkplatzsituation. 1: Die Wiese am Ortseingang ist durch den Deich nicht mehr zu erreichen. Außerdem ist sie in privatem Eigentum. 2: Der Flachbau ist weggerissen. Auf dem Gelände stellt die Stadt Leisnig als Eigentümer rund 30 Stellflächen zur Verfügung. 3: Im historischen Feld kann nur bedingt geparkt werden, bei einigen Veranstaltungen werden die Flächen anderweitig benötigt. 4: Bei Großveranstaltungen ist die Wiese zwischen Deich und den Grundstücken weiterhin nutzbar. 5: Diese Fläche steht ständig als Parkplatz zur Verfügung. 6: Dieses Stück Land soll zusätzlich noch fürs Parken ausgewiesen werden.

© Dietmar Thomas

Leisnig. An normalen Tagen reichen in Klosterbuch vielleicht ein oder zwei Dutzend Parkplätze. Doch bei Veranstaltungen wie dem Bauernmarkt am Wochenende oder dem Erntedankfest wollen schon einmal tausend Autos untergebracht sein.

Das größte Potenzial, Fahrzeuge aufzunehmen, gibt es nach wie vor am Ortseingang aus Richtung Scheergrund. Allerdings teilt der entstandene Hochwasserschutzdeich die Fläche in eine kleinere entlang der Straße und eine größere zwischen Deich, Grundstücken und dem früheren Kuhstall. „Die zuletzt genannte Fläche steht uns bei größeren Veranstaltungen weiter zur Verfügung“, sagt Heiner Stephan, Vorsitzender des Fördervereins Kloster Buch. Schlecht könne dort und vorm Deich nach tagelangem Regen geparkt werden. „Wenn der Boden aufgeweicht ist, haben wir fast überall ein Problem“, stellt er fest. Mehrfach schon haben sich Fahrzeuge festgefahren oder tiefe Schneisen hinterlassen. Auch im historischen Feld.

Das befindet sich in der Klosteranlage selbst. Zum Parken ist es etwa bei Bauernmärkten freigegeben, damit vor allem Besucher, die weniger gut zu Fuß sind, ihre Einkäufe nicht weit schleppen müssen. Eine Ausfahrt ist bisher sozusagen um das Gelände des Outdoor-Teams Unger erfolgt. Im Moment stünden die Kraftfahrer am Ende aber vor der neu errichteten Hochwasserschutzmauer. An dieser Stelle soll noch an einer Lösung gearbeitet werden.

Beim Markt am Sonnabend durften die Autofahrer über das Outdoor-Gelände fahren. Im Sommer, wenn das Camp genutzt wird, ist das nicht mehr möglich. Notfalls steht das Einbahnstraßensystem auf der Kippe. Dabei hat sich diese Verkehrsführung bewährt. Denn das reguläre Tor ist einfach zu schmal, um von beiden Seiten Fahrzeuge aufs Gelände und herunterfahren zu lassen und dabei auch noch Gefahren für Fußgänger auszuschließen.

Ein paar neue Stellflächen sind durch den Abriss des ehemaligen Flachbaus entstanden. Das Gelände gehört jetzt der Kommune. Sie will es unbefestigt als klosternahe Stellflächen zum Parken zur Verfügung stellen, wie Bauamtsleiter Thomas Schröder sagte, als es um den Abriss und die Nachnutzung der Fläche ging.

Ebenfalls neu nutzen kann der Förderverein eine Parkfläche am Ortsausgang in Richtung Scheergrund links. Das Grundstück befindet sich oberhalb des Bereiches, der im Moment noch als Baustelleneinrichtung und für Baufahrzeuge/-container zur Verfügung steht. Das zuletzt genannte Stück Land kann wieder bewirtschaftet werden. Es ist laut Planfeststellungsbeschluss nicht als zukünftiger Parkplatz vorgesehen, teilt Britta Andreas, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung, mit. Vor reichlich zehn Jahren ist das etwas anders gewesen. Als nach der Flut 2002 die Kreisstraße wieder in Ordnung gebracht werden musste, ist die Fläche der damaligen Baustelleneinrichtung als Parkplatz geblieben. Dabei handelt es sich um das jetzt außerhalb des Dammes liegende Grundstück am Ortsausgang in Richtung Scheergrund.

Mit den neuen und den alten Parkflächen ist der Fördervereinschef durchaus zufrieden. „Veranstaltungen, bei denen zeitgleich mehrere tausend Fahrzeug unterzubringen sind, stehen im Moment nicht an“, begründet er. Der Fall war das zum Beispiel bei Philharmonic Rock in Zusammenarbeit mit dem Mittelsächsischen Kultursommer. Bei Bauernmärkten und Festen verteilen sich die Besucher nach den Erfahrungen des Fördervereins häufig recht gut. Mit der Splittung der bewirtschafteten Flächen allerdings hat der Förderverein ein personelles Problem. Statt bisher an zwei Parkplätzen werden weitere Kassierer benötigt. „Das ist schwierig. Doch wir brauchen auch diese Einnahmen“, sagt Stephan frei heraus.

Komplett weggefallen sind die Parkmöglichkeiten am Ortseingang aus Richtung Paudritzsch nach der Muldenbrücke links. Die Flächen sind privat. Doch der Eigentümer hat vorm Deichbau häufig die Gunst der Stunde genutzt und Einnahmen über die Vermietung dieser Flächen bei Veranstaltungen erzielt. Das ist jetzt schon nicht mehr möglich: Der neue Deich endet dort, wo sich früher die Ein- und Ausfahrt befunden hat.

Heiner Stephan schätzt, dass auf allen Flächen, auf denen geparkt werden kann, mindestens 1 000 Fahrzeuge unterzubringen sind. Das muss genügen. Den Landwirten, die direkt am Ort Flächen gepachtet haben, will er nicht einmal mehr stundenweise Äcker oder Wiesen zum Parken abringen. „Das ging vielleicht vor zehn Jahren noch. Aber jetzt sprechen die EU-Bewirtschaftungsrichtlinien dagegen“, erklärt der Vereinschef. Schon jetzt entschuldige sich der Verein, wenn Besucher die Hinweise auf ausgeschilderte Parkplätze ignorieren und sich einfach auf Felder stellen. Schlimmstenfalls kann das den Landwirt in Erklärungsnot bringen und zum Verlust von Fördergeld führen, wenn gerade an diesem Tag seine Flächen überflogen, vermessen und kontrolliert werden.