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Dienstag, 30.04.2013

Genossenschaft will Laubegaster Werft retten

Sechs Handwerksunternehmen aus Sachsen haben sich zusammengeschlossen. Sie verhandeln mit den Gläubigern.

Von Bettina Klemm

Das Laubegaster Werftgelände kurz nach dem Aus. Der Schnee ist inzwischen geschmolzen. Ob die Arbeiter nun ebenso zurückkehren wie der Frühling?Foto: André Wirsig
Das Laubegaster Werftgelände kurz nach dem Aus. Der Schnee ist inzwischen geschmolzen. Ob die Arbeiter nun ebenso zurückkehren wie der Frühling? Foto: André Wirsig

Es gibt wieder Hoffnung für die Laubegaster Werft: Mit einem acht Meter langen und 1,30 Meter hohen Plakat will die neue Handwerkergenossenschaft auf sich aufmerksam machen. „Handwerkergenossenschaft ,Schiffswerft Dresden/Laubegast eG‘ – Mit uns kann‘s weitergehen“, steht darauf. Rechtzeitig vor der Dampferparade am 1. Mai hängen die Handwerker heute Nachmittag das Plakat an der Laubgaster Werft auf.

„Wir haben in der vergangenen Woche unsere Genossenschaft gegründet“, sagt Gesine Matthes. Die Unternehmerin aus der Immobilienbranche wurde zum Vorstand gewählt. Zu den sechs Gründern gehören Handwerker aus Dresden und Chemnitz, die in irgendeiner Weise mit dem Schiffsbau zu tun haben und die Tradition gern fortsetzen wollen. Einige von ihnen wollen derzeit noch nicht öffentlich genannt werden. Weitere Branchen seien willkommen. Die Gründung war der erste Schritt. Die Genossenschaftler haben nach eigener Aussage bereits Gespräche mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, der Stadt und der Sächsischen Dampfschiffahrt geführt. „Wir haben positive Signale“, erklärt Gesine Matthes. Die Sparkasse mag das derzeit nicht kommentieren, sie verweist auf das Bankgeheimnis. Die Gespräche seien erst in der Anfangsphase, sagt eine Sprecherin.

Die Genossenschaft will die Werft weiter betreiben und Arbeitsplätze erhalten. „Das Traditionsunternehmen muss fortgeführt, Erfahrungen und Kenntnisse der Mitarbeiter genutzt und erhalten werden“, sagt Peter Hänel. Der Chef der Firma Stahl- und Feineisenbau hat bereits erste Werftmitarbeiter eingestellt.

Nach über 150 Jahren musste das Traditionsunternehmen Laubegaster Werft in diesem Monat dichtgemacht. Seit der Wende musste die Werft zweimal Insolvenz anmelden, einmal wurde sie verkauft. Doch das war nicht von Dauer, so hat Insolvenzverwalter Franz Ludwig Danko mehr als zwei Jahre nach einem neuen Käufer gesucht, der das Unternehmen weiterführt. Viele Mitarbeiter haben schon Jahrzehnte im Unternehmen gearbeitet, für sie brach eine Welt zusammen.

In der Werft wurden regelmäßig die Dampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt repariert und von Zeit zu Zeit generalüberholt. Außerdem hat das Unternehmen Fähren, zuletzt eine für die Dresdner Verkehrsbetriebe, gebaut.

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