erweiterte Suche
Donnerstag, 28.09.2017

Genial, aber nicht immer gut drauf

Er spielt einen extravaganten Ball. Er ist aber auch selbst extravagant. Das allein sollte kein Problem sein. Schwierig wird es aber, wenn Naby Keita nicht gut drauf ist. Für RB Leipzig keine leichte Situation.

Naby Keita
Naby Keita

© dpa

Leipzig. Über Naby Keita muss sich RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl zumindest ein paar Tage nicht den Kopf zerbrechen. Der, der den Fußball-Bundesligisten nach dieser Saison für die festgeschriebene Ablösesumme von angeblich 55 Millionen Euro verlassen und in der Premier League beim FC Liverpool spielen wird, steht dem Coach beim 1. FC Köln am Sonntag eh nicht zur Verfügung.

Keita, der Leipzig am zweiten Spieltag der vergangenen Saison den ersten Ligasieg (1:0 gegen Borussia Dortmund) beschert hatte, ist gesperrt. Zum letzten Mal muss er aussetzen, nachdem er für seine Rote Karte im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach für drei Partien gesperrt worden war.

Seine Fußballkünste sind unbestritten. Nicht umsonst ließ sich Liverpool mit dem deutschen Trainer Jürgen Klopp auf den Deal ein, schon ein Jahr vorher den 22 Jahre alten Nationalspieler aus Guinea ab der Saison 2018/2019 zu verpflichten.

Keita macht es - so entsteht der Eindruck - seinen Trainern aber auch nicht immer ganz leicht. In Teilen der Mannschaft gebe es seit Wochen Stimmen, die Keitas Extrawürste kritisch sehen würden, hieß es am Donnerstag im Fachmagazin „kicker“.

Da gibt es den extravaganten Naby Keita. Am Tag der Partie gegen Eintracht Frankfurt - Spiel zwei seiner Sperre - tauchte er mit einem kaum unauffälligen Samtsakko und Hut auf. „Auch wenn wir heute das erste Mal ohne Naby Keita ein Spiel in der Bundesliga gewonnen haben, ist es mir lieber, ich sehe ihn nicht mit Hut und rotem Sakko auf der Tribüne, sondern im Trikot auf dem Platz“, sagte Hasenhüttl nach dem 2:1-Sieg damals. Ein Satz, der die Bedeutung Keitas für den Leipziger Erfolg klarmachte, nicht ohne en passant das Outfit des Spielers erwähnt zu lassen.

Keita ist der geniale Ideengeber im Leipziger Mittelfeld, kann auf der sechs wie auf der zehn spielen. Seine Ballbehandlung ist eine Augenweide, seine Pässe sind ebenso präzise wie überraschend - wenn Keita gut drauf ist. Nur ist Keita nicht immer gut drauf. So wie im Moment.

Erst ein Tor gelang ihm in dieser Saison in der Liga, dazu kommt gerade mal eine Vorlage. Dafür kassierte er schon eine Rote Karte und sah in seinen insgesamt vier Einsätzen in der Meisterschaft auch noch zweimal Gelb. Das passt irgendwie ins Bild: Wenn es nicht läuft bei dem im Sommer 2016 von Red Bull Salzburg nach Leipzig gewechselten Super-Techniker, neigt er zu Nickeligkeiten und Foulspielen. So wie zuletzt auch bei der 0:2-Niederlage auswärts in der Champions League gegen Besiktas Istanbul.

Sein Einsatz war bis zuletzt offen. Keita klage über Oberschenkelbeschwerden, hieß es. Letztlich wurde er aber rechtzeitig fit. Auf dem Platz gelang ihm nichts. Nur weil Timo Werner vorzeitig rausmusste, bekam der früh verwarnte Keita eine weitere Frist. Nach dem Spiel bereute der 50 Jahre alte Coach, Keita aufgeboten zu haben. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen: 1000
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein