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Freitag, 10.08.2018

Gemischte Bilanz für Mehrgenerationenpark

Das Areal in Freital-Zauckerode wird ein halbes Jahr nach der Fertigstellung gut genutzt. Sorgen bereitet nur der Vandalismus.

Von Tobias Winzer

1,35 Millionen Euro hat der Bau des Mehrgenerationenparks gekostet. Vorher stand an dieser Stelle eine Schule.
1,35 Millionen Euro hat der Bau des Mehrgenerationenparks gekostet. Vorher stand an dieser Stelle eine Schule.

© Andreas Weihs

Freital. Ein künstlicher Bachlauf schlängelt sich gemütlich durch die Landschaft. Ein großer Spielplatz lädt zum Toben und Spielen ein. Wer will, kann sich auch an Qutdoor-Fitnessgeräten verausgaben, auf einer Skater-Strecke ausprobieren oder einfach nur auf Sonnenliegen entspannen. Das Angebot des Mehrgenerationenparks an der Ringstraße in Zauckerode sucht seinesgleichen in Freital. Ein halbes Jahr nach der endgültigen Fertigstellung des insgesamt 1,35 Millionen Euro teuren Projekts zieht die Stadt eine positive Bilanz. Sorgen bereitet der Stadt allerdings der Vandalismus.

„Aus unserer Erfahrung heraus wird der Mehrgenerationenpark sehr gut genutzt“, sagt Rathaussprecher Matthias Weigel, „vor allem von Familien am Wochenende und auch durch Kindergartengruppen Freitaler Kitas.“ Mit dem Projekt sei das Wohnumfeld in Zauckerode insgesamt noch einmal erheblich aufgewertet worden. Alle Generationen könnten sich in der vielfältigen Gestaltung wiederfinden. Auch die Outdoor-Fitnessgeräte, die in Freital einzigartig sind, werden nach Angaben der Stadt gut genutzt.

Doch nicht alle meinen es gut mit dem Park. Nach Angaben des Rathauses gab es in den vergangenen sechs Monaten zahlreiche Vandalismusschäden. So wurden zum Beispiel zwei Sonnensegel geklaut und die Dächer der Outdoor-Fitnessgeräte zerstört. Zudem wurden Pflastersteine herausgenommen. Die meisten Vandalismusschäden seien unter finanziellem und auch bürokratischem Aufwand dabei umgehend wieder repariert worden, so Rathaussprecher Weigel. Allein für die Sonnensegel beträgt der Schaden 500 Euro.

Ebenfalls Geld in die Hand nehmen will die Stadt für die Ausbesserung der Wege. Die Wegedecke sei durch Starkregen an einigen Stellen ausgespült worden. Keine Reparatur ist hingegen beim Bachlauf und einem angeschlossenen Teich nötig. In den vergangenen Wochen waren sie häufig wasserlos. Darüber wunderte sich Anwohner. Das liege an der allgemeinen Trockenheit, so die Stadt. Sowohl ein Tiefbrunnen als auch eine Regenwasserzisterne seien leer. Und den Bach mit Trinkwasser zu speisen, sei unwirtschaftlich.

Ein Manko hat der neue Park allerdings auch dann noch. Es fehlt die öffentliche Toilette. Das WC der Turnhalle nebenan kann zwar bei angemeldeten Veranstaltungen im Park stundenweise mitgenutzt werden. Als dauerhafte Lösung für die Nutzer des Parkes – ob Beachvolleyballer, spielende Kinder oder Fitness-Enthusiasten – ist das allerdings nicht gedacht. „Die Sicherheit des Sportbetriebes wäre nicht mehr gegeben und es würde außerdem zeitweise eine unbeaufsichtigte Nutzung der Turnhalle entstehen – mit all ihren Folgen“, sagt Weigel.

Die Stadtverwaltung werde in diesem Jahr jedoch eine Studie zu öffentlichen Toiletten in Freital erarbeiten lassen. Dabei wird auch der Bereich des Mehrgenerationenparks mit betrachtet. Die Studie hatten die Bürger für Freital im Stadtrat angeregt.

Nach dem Abriss des einstigen Ardenne-Gymnasiums hatte die Stadt Freital 2010 mit der Entwicklung der Brache am Rand des Plattenbaugebietes begonnen. Die im Dezember 2017 Ende gegangenen Arbeiten waren der dritte und letzte Bauabschnitt. Von den Baukosten wurden etwa zwei Drittel als Fördermittel von Bund und Land bezuschusst.