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Freitag, 10.08.2018

Gemeinde geht gegen den Lärm vor

Für die Anwohner ist es an der A14 zu laut. Nun will die Gemeinde einen Maßnahmeplan erstellen lassen.

Von Nadine Franke

Bei dem Verkehrslärm der A 14 helfen DA-Volontärin Nadine Franke nur Ohrenschützer. Für die Anwohner in Großweitzschen ist das aber keine Dauerlösung.
Bei dem Verkehrslärm der A 14 helfen DA-Volontärin Nadine Franke nur Ohrenschützer. Für die Anwohner in Großweitzschen ist das aber keine Dauerlösung.

© Dietmar Thomas

Großweitzschen. Die A 14 schlängelt sich durch die Gemeinde Großweitzschen. Der Verkehr nimmt zu. Und damit auch der Lärm. Das geht aus einer 2017 durchgeführten Lärmkartierung hervor. In dem Jahr der Messung fuhren 34 816 Fahrzeuge pro Tag über die Autobahn durch die Gemeinde. Fünf Jahre zuvor waren es nur 31 269. Auch der Schwerlasttransport hat sich in dem Zeitraum von 6 274 auf 8 410 pro Tag erhöht.

Der dabei entstehende Umgebungslärm ist nicht nur für seine Bürger belastend, sondern Bürgermeister Jörg Burkert quält sich selbst mit dem Geräuschpegel in seinem Haus. „Besonders schlimm ist es sonntags ab 22 Uhr, wenn die Lkw wieder fahren dürfen. Trotz Wärme sind die Fenster nicht zu öffnen“, sagt Burkert. Er wohnt direkt in einem sogenannten Hotspot. Das ist ein Gebäude, das besonders dem Lärm ausgesetzt ist. Es gibt insgesamt sieben dieser Hotspots in Großweitzschen, die sich sehr nah an der Autobahn befinden.

Aber nicht nur die Bewohner dieser Hotspots sind betroffen. Insgesamt sind 495 Menschen ganztägig einem Lärmpegel von über 55 Dezibel ausgesetzt. Zudem empfindet jeder Lärm auch unterschiedlich. Zwischen 22 und 6 Uhr morgens finden 29 Menschen durch diesen Pegel keine gute Nachtruhe. Denn ab einem Wert von 55 Dezibel hat der Lärm negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Acht Menschen sind ganztägig sogar mehr als 65 Dezibel ausgesetzt. Auch das habe eine gesundheitliche Relevanz, wie das sächsische Umweltministerium mitteilte.

„Es sind viele Bürger betroffen, deswegen haben wir uns entschlossen, Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Burkert. Gesetzlich vorgeschrieben ist das nicht, da die A 14 nur vierspurig ist. Erst ab sechs Spuren verlangt der Gesetzgeber Lärmschutzvorkehrungen. Die Gemeinde will trotzdem handeln. Denkbar wären Lärmschutzwände. „Wir wollen nun zunächst einen Maßnahmeplan erstellen lassen“, sagt der Bürgermeister. Dafür wird ein Ingenieurbüro gesucht. Vor gut zehn Jahren wurde schon einmal über dieses Thema nachgedacht. Da hätte die Planung etwa 11 000 Euro gekostet. Nun rechnet die Gemeinde mit einer Erhöhung von etwa 35 bis 40 Prozent. „Da müssen wir das Angebot abwarten“, sagt Burkert. Aber er hofft, bis Jahresende erste Ergebnisse zu haben.