erweiterte Suche
Freitag, 14.09.2018

Gemälde zeigt Bernsdorfer Eisenwerk vor 100 Jahren

Von Ralf Grunert

Marlies Friedrich und Wilfried Steinborn (links) von der Bernsdorfer AG Stadtgeschichte übergaben dem Geschäftsführer der Gießereimaschinenbau GmbH, Jochen Stein, ein vor genau 100 Jahren entstandenes Gemälde, das einen Teil des einstigen Eisenwerkes zeigt. Auf dessen Gelände befindet sich heute der Metallbaubetrieb, der aktuell 45 Beschäftigte zählt, der unter anderem riesige Silos herstellt und weltweit an Kunden ausliefert.Foto: Ralf Grunert
Marlies Friedrich und Wilfried Steinborn (links) von der Bernsdorfer AG Stadtgeschichte übergaben dem Geschäftsführer der Gießereimaschinenbau GmbH, Jochen Stein, ein vor genau 100 Jahren entstandenes Gemälde, das einen Teil des einstigen Eisenwerkes zeigt. Auf dessen Gelände befindet sich heute der Metallbaubetrieb, der aktuell 45 Beschäftigte zählt, der unter anderem riesige Silos herstellt und weltweit an Kunden ausliefert.Foto: Ralf Grunert

© Ralf Grunert

Als legitimen Nachfolger des Bernsdorfer Eisenwerkes betrachtet Jochen Stein sein Unternehmen, die Gießereimaschinenbau GmbH, keineswegs, auch wenn es für so manchen Bernsdorfer nach wie vor das Eisenwerk ist. Von dem allerdings existiert heute nur noch die Fabrikanten-Villa. Alle anderen Gebäude waren von Ende 2011 bis Ende 2012 abgerissen worden. Zumindest einige Bilddokumente gibt es noch, die zeigen, wie das Eisenwerk einmal aussah. Unlängst ist nun ein Gemälde aufgetaucht, auf dem der ehemalige Hüttenhof aus Richtung Schmelzteich zu sehen ist. In Zukunft wird es wohl im Gießereimaschinenbau das Geschäftsführer-Büro zieren. Gesäubert und mit einem neuen Bilderrahmen versehen, wie Jochen Stein sagt. Der Unternehmer, der nach der Wende mit einem Geschäftspartner den Betrieb auf dem Gelände des ehemaligen Eisenwerkes an der Straße des 8. Mai von der Treuhand erworben hat, ist seit wenigen Tagen der neue Besitzer des Gemäldes. Das wurde ihm von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Stadtgeschichte zum Geschenk gemacht. Ein Gerhard Wiesner aus Bernsdorf hatte es den Hobby-Historikern überlassen. Schon seit Lebzeiten der Großeltern befand es sich im Familienbesitz. Die Großeltern, so hat die AG-Chefin Dr. Konstanze Höhne von Gerhard Wiesner erzählt bekommen, haben für die Eisenwerk-Eigentümer-Familie Uhlich gearbeitet. Das trifft auch auf den Vater von Gerhard Wiesner zu. Der war Schmelzer im Eisenwerk. Zuletzt hat das Gemälde in einer Garage gehangen, wo es ab und an mit einem Handfeger vom Staub befreit worden war.

Raum für Spekulationen

Anhand der Kennzeichnung lässt sich erkennen, dass das kleine Kunstwerk im Jahr 1918 entstanden ist. Es trägt die Unterschrift „E. Uhlich“. Das wiederum lässt Raum für Spekulationen, wer es gemalt hat. Der Fabrik-Besitzer, der das Eisenwerk vor genau 230 Jahren erworben und nachfolgend in ein florierendes Unternehmen verwandelt hat, hieß Ernst Uhlich. Als eher wahrscheinlich wird aber angenommen, dass seine Frau, deren Vornamen die Hobby-Historiker bislang nicht herausbekommen haben, das Bild gemalt hat. Dazu passt auch, dass Jochen Stein schon mal gehört hat, dass die Frau des Fabrik-Besitzers künstlerisch begabt gewesen sein soll.

Dass sich die AG Stadtgeschichte von dem Gemälde trennen wollte, liegt daran, dass die AG keine historischen Gegenstände sammelt und auch nicht die dafür nötigen Räume besitzt, so die Auskunft der stellvertretenden AG-Leiterin Marlies Friedrich. Schnell war man sich einig, dass es im Nachfolge-Betrieb des Eisenwerkes am besten aufgehoben ist. Diesen Gedanken kann Jochen Stein nachvollziehen, zumal auch sein Leben eng mit dem Eisenwerk verbunden ist. Hier hat sein beruflicher Werdegang einst mit der Lehre begonnen.