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Samstag, 10.03.2018

Gaumenfreuden und Natur auf der Neiße genießen

Die SZ stellt die zehn Ideen vor, die beim Innovationspreis Tourismus in der Endrunde sind. Heute: ein ganz besonderes Café in Zentendorf.

Von Frank-Uwe Michel

Sich einen Kaffee gönnen und vom Grenzfluss aus völlig „unbegrenzt“ beide Seiten der „Geheimen Welt von Turisede“ entdecken – dieses Erlebnis bekommt man im Neißecafé.
Sich einen Kaffee gönnen und vom Grenzfluss aus völlig „unbegrenzt“ beide Seiten der „Geheimen Welt von Turisede“ entdecken – dieses Erlebnis bekommt man im Neißecafé.

© Kulturinsel

Zentendorf. Ungewöhnlich wie eigenwillig ist das, was sich dem Besucher mitten auf der Neiße bietet. Gerade erst hat sich die Kulturinsel Einsiedel in „Geheime Welt von Turisede“ umbenannt. Und schon kann sie auf eine Attraktion verweisen, die nachweislich zu einer längeren Verweildauer der Gäste in der Region und zu höheren Übernachtungszahlen in den Baumhausbetten der Zentendorfer Erlebniswelt geführt hat. Laut Inselgründer Jürgen Bergmann haben auch dank des 2015 neu in Betrieb genommenen Neißecafés im vergangenen Jahr zehn Prozent mehr Gäste ihr müdes Haupt in die Kissen von Einsiedel gebettet.

Sehr gern erinnert sich der Ideengeber der vielen Inselattraktionen an die Entstehungsgeschichte des Neißecafés. „Ich war mit meinem Sohn am Fluss unterwegs und wir beschlossen, ein Floß über die Neiße zu bauen. Das funktionierte wirklich gut. Und weil ich in dieser Zeit gerade Geburtstag hatte, setzten wir zwei alte Sessel drauf und fuhren hinunter bis Nieder-Neundorf. Das war die gedankliche Geburtsstunde für das Neißecafé.“ Zusammengesetzt ist es aus drei Teilen: aus einer Zugangsplattform mit Sitzgelegenheiten, einer Gastronomie- und einem Sesselfloß. Hier können die Gäste ganz gemütlich einen Kaffee schlürfen und sich dabei die umliegende Natur zu Gemüte führen. „Ein traumhafter Moment“, findet Jürgen Bergmann, „das Erlebnis ist hier das Entscheidende.“

Voraussichtlich ab Ostern hält das Neißecafé in der neuen Saison wieder „unbegrenzt“ Snacks und Getränke für die Besucher bereit, die das außergewöhnliche Bauwerk sowohl von der deutschen als auch der polnischen Seite erreichen können. Darüber hinaus wird es bei Bootsfahrten auf der Neiße gern als Anlegestelle genutzt, gilt aber auch als beliebter Rastplatz für Radler, die auf dem Oder-Neiße-Radweg unterwegs sind. Bootstouristen erreichen vom Neißecafé aus die anderen Attraktionen in der „Geheimen Welt von Turisede“ – zum Beispiel die Erlebnislandschaft, das Krönum oder das Baumhaushotel.

Mit dem Neißecafé ist den Kulturinsulanern ein echter Coup gelungen, ist es doch das erste schwimmende und zugleich ortsgebundene Café direkt auf der Neiße. Und auch das Outfit kann sich sehen lassen. Blickfänge sind schon allein die „Wurzelsteher“ – mit der Wurzel nach oben aufgestellte Baumstämme, die als Pfosten für das Geländer dienen. Gesichert wird die Gesamtkonstruktion durch Stahlseile. „Für uns ist das Neißecafé ein verbindendes Element zwischen zwei Welten innerhalb der ‚Geheimen Welt von Turisede‘“, erklärt Jürgen Bergmann die Bedeutung der Attraktion. Denn gegenüber des ursprünglichen Abenteuerfreizeitparks befänden sich direkt am polnischen Ufer der Neiße-Baumhausturm, anschließend dann der „Turiuswinkel“, in dem mit dem „Geheimen Versteckum“ der erste ostsächsische Escaperoom und eine Camera Obscura entstanden seien. Zudem gebe es noch einen Röhrenparcours ins Ziegenlabyrinth.

www.kulturinsel.com

www.innovationspreis.neisseland.de