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Dienstag, 15.05.2018

Gar nicht schwer

Die AugustoBar im Haus der Presse wird zur Galerie: Mit Viola Schöpes Werken als Premiere erfindet sie sich neu als Augusto FOOD · ART.

Von Siiri Klose

In der Augusto FOOD · ART lässt es sich kunstvoll speisen.Foto: Henrike Hilbert
In der Augusto FOOD · ART lässt es sich kunstvoll speisen.Foto: Henrike Hilbert

„Pesanteur – Apesanteur“ ist ein federleichtes Wortspiel im Französischen, das bei der Übersetzung ins Deutsche mit „Schwerkraft – Schwerelosigkeit“ erst einmal dumpf auf die Erde prallt. Aber egal, in welcher Sprache: Die Dresdner Künstlerin Viola Schöpe umfasst mit diesem Ausstellungstitel kurz und prägnant das ganze Universum (und den ganzen Rest).

Zu finden sind ihre hochlebendigen Bilder im Haus der Presse, das seit dem diesjährigen SZ-Kunstmarkt am ersten Maiwochenende eine Galerie beherbergt: Die AugustoBar im Foyer, die
vielen Mittagstisch-Aufsuchenden aus Dresden-Mitte bekannt sein dürfte,
hat sich dafür extra umbenannt.
Augusto FOOD · ART nennt sie sich jetzt. Dahinter stehen der Chef und Koch Eric Lindner und Sabine Schäufele, die der alten Tradition der DDV-Mediengruppe, zeitgenössische Kunst durch Ankauf oder Ausstellungen zu fördern, wieder mehr Leben einhauchen will. Als SZ Kunstmarkt-Organisatorin hat sie ohnehin stets die mitteldeutsche Kunstszene im Blick. Da sind auch die Ideen und Kontakte für ein Augusto FOOD · ART nicht weit.

Viola Schöpe wiederum gibt der Mitttagspause und allen folgenden die Leichtigkeit des Universums mit auf den Weg. In „God is a DJ“ steckt genauso viel String-Theorie wie archaische Signatur zur Schöpfungsgeschichte – weniger akademisch, dafür mehr
Humor. Der Ausstellungstitel selbst stammt vom größten Gemälde, das
ruhiger ist als alle anderen – vielleicht, weil die beiden Damen zwar am selben Tisch sitzen, aber nicht kommunizieren können – als wäre die Tisch-Diagonale eine imaginäre Spielgellinie. „Pesanteur – Apesanteur ist ein symbolisches Wortspiel. Wie nur ein A alles zum Kippen bringt und das untere nach oben befördert“, sagt Schöpe dazu. Ihr komplexer Kosmos ist zurzeit ungewöhnlich vielseitig in Dresden zu sehen: „La mujer azul“, die Blaue Frau, ist der Titel ihrer Ausstellung in der Galerie des Innside Dresden Hotels auf der Salzgasse, und die Mensch-großen Plastiken ihrer Ausstellung „THINK BIG“ sind im Foyer des Westin Bellevues zu sehen. Im „Kunsthof“ in der Dresdner Neustadt sind sie ohnehin ständig präsent.

Service

Was: Pesanteur – Apesanteur

Wann: bis 15. Juli, Mo-Fr 10-16.30 Uhr

Wo: Haus der Presse, Dresden

Tickets: Eintritt frei

Internet: www.violaschoepe.de