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Freitag, 14.09.2018

Für alle, die neugierig sind

Gemeinsam mit der Ausländerbehörde des Kreises bereitet die Diakonie die Interkulturelle Woche vor. Mit besonderem Hintergrund.

Von Catharina Karlshaus

Musik vereint unterschiedliche Sprachen und Kulturen. Der Instrumentenbauer Hannes Heyne aus Weinböhla zeigt deutschen und zugewanderten Kindern, wie Menschen im musikalischen Spiel vermeintliche Grenzen überwinden können. Während der interkulturellen Woche wird er zu Gast in einer Riesaer Grundschule sein.
Musik vereint unterschiedliche Sprachen und Kulturen. Der Instrumentenbauer Hannes Heyne aus Weinböhla zeigt deutschen und zugewanderten Kindern, wie Menschen im musikalischen Spiel vermeintliche Grenzen überwinden können. Während der interkulturellen Woche wird er zu Gast in einer Riesaer Grundschule sein.

© Diakonie

Großenhain. Sie hat eine lange Tradition: Die sogenannte Interkulturelle Woche ist mitnichten eine Erfindung der jüngsten Zeit. Ganz im Gegenteil. „Sie findet bundesweit bereits seit 1975 jährlich Ende September statt. An ihr beteiligen sich mittlerweile mehr als 500 Städte mit über fünftausend Veranstaltungen“, weiß Felix Kim. Wie der Mitarbeiter der Migrationsberatung Riesa-Großenhain betont, werde sie im Landkreis Meißen seit Wochen von der Diakonie, der Ausländerbehörde und zahlreichen Vereinen sowie Initiativen vorbereitet. Unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ solle vom 21. bis 30. September bei Veranstaltungen in mehreren Städten des Kreises gezeigt werden, wie diese Vielfalt gelebt wird.

Fachvorträge, Lesungen, Filmvorführungen, gemeinsames Feiern und Essen, Kreativ-Workshops und Erlebnisnachmittage für Familien und Kinder laden zum Miteinander ein. „Uns ist die große Verunsicherung in der Gesellschaft gegenüber dem Fremden und den Konsequenzen daraus natürlich sehr bewusst. Aber wir möchten mit unseren durchweg kostenlosen Veranstaltungen auch etwas Aufklärendes und durchaus Positives gegenüberstellen“, sagt Felix Kim. Vorfälle wie jüngst in Chemnitz und Köln erleichterten das Kennenlernenwollen oder den unbefangenen Umgang mit Menschen fremder Kulturen laut dem Politologen keineswegs. „Doch davon wollen wir uns nicht entmutigen lassen! Wichtig ist es gerade jetzt im Gespräch zu bleiben oder überhaupt erst zu kommen. Wir laden deshalb all jene ein, die neugierig sind und Fragen haben. Kommen Sie vorbei, reden Sie mit uns und machen sich selbst ein Bild!“

Buntes Straßenfest und Ländernachmittag in Radebeul

Zu Beginn der interkulturellen Woche am 21. September soll in Radebeul richtig gefeiert werden. Von 15 bis 18 Uhr erhalten die Besucher vor dem Radebeuler Kulturbahnhof im Osten der Stadt Einblicke aus anderen Ländern. Die Partnerstädte aus Radebeul präsentieren sich und es gibt Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen.

Meißen: Was macht die Angst vor den Fremden mit der Gesellschaft?

Zur Eröffnungsveranstaltung in der Frauenkirche Meißen am 23. September wird ab 16 Uhr die Publizistin Lamya Kaddor erwartet. Nach eigenem Bekunden beobachtet sie mit Sorge, dass die Angst vor Flüchtlingen und dem Islam die Demokratie in Deutschland schwächen könnte. Welche Probleme, aber auch vielleicht Chancen kommen auf die Gesellschaft zu? Und wie hat sich unser Deutschsein seit 2015 verändert? Gedanken dazu, können in der Domstadt geäußert werden.

In Riesa begegnen sich der Islam und der Feminismus.

Am 24. September steht Petra Klug von der Universität Bremen als Gesprächspartnerin zur Verfügung. Von 19 bis 21 Uhr wird im Riesaer Rathaus darüber gesprochen, ob sich Begriffe wie „Feminismus“ und „Islam“ gegenseitig im Weg stehen.

Menschen, egal welcher Herkunft in Großenhain für Literatur begeistern.

Anant Kumar ist ein eifriger Geschichtenerzähler. In der Vergangenheit besuchte der Mann aus Kassel mehr als 300 Einrichtungen – Schulen und Seniorenheime, auch Justizvollzugsanstalten. Am 25. September ist er von 9 bis 13 Uhr zu Gast in der Karl-Preusker-Bücherei Großenhain. Sein Ziel: Menschen, unabhängig ihres Status, für Literatur und Geschichten zu begeistern. Im Fokus des Kreativ-Workshops wird das Thema Indien stehen. Mitgestaltet wird die Veranstaltung von Schülern der fünften und sechsten Klasse der Großenhainer Oberschule Am Kupferberg.

Im Gespräch über Integration und Wohnsitzauflage im Coswiger Rathaus.

Seit April 2018 ist Sachsen ein weiteres Bundesland, welches mithilfe einer sogenannten Wohnsitzauflage die Niederlassungsfreiheit von Geflüchteten einschränkt. Ein erfolgreiches Instrument und wenn ja, wofür? Welche Chancen ergeben sich dadurch für den ländlichen Raum und die Flüchtlinge? Fragen, die Mitglieder des Midem Forums der Technischen Universität Dresden gemeinsam mit der Ausländerbeauftragten des Kreises, Franziska Pohl, beantworten.

In Dreierteams gemeinsam in Meißen beim Spendenlauf für Kinder.

Jeder, der flinke Beine hat, kann mitmachen: Der Spendenlauf – unter Schirmherrschaft des Kreissportbundes Meißen e. V. – wird zugunsten des Kinder- und Jugenddomizils Coswig e. V. veranstaltet. Dieser bietet Mädchen und Jungen Hilfe in Notsituationen, bei Verhaltensauffälligkeiten und Gefährdungen innerhalb ihrer kindlichen Entwicklung. Um diesem Anspruch auch weiterhin gerechtwerden zu können, soll die Spielfläche der Einrichtung neu gestaltet werden. Mitmachen kann jeder. Einzige Voraussetzung: Die Akteure müssen sich in Dreierteams zusammenfinden und einen Spender für das Team finden. Gespendet werden könne ein Festbetrag oder Geld pro gelaufene Runde gezahlt werden.

www.interkulturellewoche.de