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Freitag, 14.09.2018

Fünf Tipps für entspanntes Wandern

Im Erzgebirge beginnt die Herbst-Wanderwoche. Gelegenheit für den richtigen Einstieg, sagt eine Expertin aus Geising.

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Petra Oertel arbeitet im Tourist-Info-Büro Altenberg, das die Herbst-Wanderwoche in der Urlaubsregion vorbereitet hat. Die Geisingerin wandert selbst sehr gern und das auch mit Stöcken, weil das den Körper entlastet. Das ist nicht ihr einziger Tipp.Fotos: Egbert Kamprath
Petra Oertel arbeitet im Tourist-Info-Büro Altenberg, das die Herbst-Wanderwoche in der Urlaubsregion vorbereitet hat. Die Geisingerin wandert selbst sehr gern und das auch mit Stöcken, weil das den Körper entlastet. Das ist nicht ihr einziger Tipp. Fotos: Egbert Kamprath

© Egbert Kamprath

  • Petra Oertel arbeitet im Tourist-Info-Büro Altenberg, das die Herbst-Wanderwoche in der Urlaubsregion vorbereitet hat. Die Geisingerin wandert selbst sehr gern und das auch mit Stöcken, weil das den Körper entlastet. Das ist nicht ihr einziger Tipp.Fotos: Egbert Kamprath
    Petra Oertel arbeitet im Tourist-Info-Büro Altenberg, das die Herbst-Wanderwoche in der Urlaubsregion vorbereitet hat. Die Geisingerin wandert selbst sehr gern und das auch mit Stöcken, weil das den Körper entlastet. Das ist nicht ihr einziger Tipp. Fotos: Egbert Kamprath
  • Die Achttausender-Tour wurde in diesem Jahr neu aufgelegt.
    Die Achttausender-Tour wurde in diesem Jahr neu aufgelegt.
  • Der Geisingberg ist immer wieder ein lohnendes Ausflugsziel.
    Der Geisingberg ist immer wieder ein lohnendes Ausflugsziel.

Osterzgebirge. Wer Lust und Laune hat, kann seine Wanderstiefel schnüren und sich auf Achse machen. Und wem beides etwa fehlt, dem helfen ortskundige Wanderführer gern auf die Sprünge. Passend zur Saison, startet der Tourismusverband Erzgebirge am Sonnabend in die Herbst-Wanderwoche. Auf 57 Touren zwischen drei und vierundzwanzig Kilometern können Landschaft und Kultur am Wegesrand entdeckt werden. Die Urlaubsregion Altenberg ist dicke dabei. Allein hier werden neun Touren angeboten. „Das ist eine ganze Menge“, sagt Doreen Burgold vom Tourismusverband. Aber nicht nur die Masse macht‘s. Die Routen sind auch sehr vielfältig. Damit die Wanderungen tatsächlich zum Erlebnis werden und Spaß machen, ist allerdings vorab einiges zu beachten. Petra Oertel vom Tourist-Info-Büro Altenberg und selbst leidenschaftliche Wanderin hat fünf Tipps.

Tipp 1: Kleidung sorgfältig auswählen
Vor allem Wandereinsteiger sollten auf bequeme Kleidung achten, rät Petra Oertel. Sonst könnte es eng und ungemütlich werden. Funktionskleidung, also atmungsaktive Wäsche, kann unterstützend wirken. „Gerade wenn man den Berg hoch steigt und schwitzt.“ Dann zirkuliert die Luft besser, die Sachen kleben bei der Anstrengung nicht am Körper und trocknen im Fall der Fälle auch schneller. Ein T-Shirt aus Baumwolle tut‘s zur Not auch.

Tipp 2: Schuhwerk ist das A und O

Wer wandert, muss unbedingt festes Schuhwerk anziehen. Am besten knöchelhoch, weil das mehr Halt gibt, empfiehlt Frau Oertel. Aber wenigstens sollte ein Sportschuh ausgewählt werden. „Das Wichtigste ist eine gute Sohle mit einem guten Profil.“ Denn viele Touren führen über Stock und Stein. Der Untergrund wechselt stark, von Gras über Schotter und sogar Geröll. „Wir haben bei uns viele Basaltwege“, so Frau Oertel, wo auch immer mal Steinchen rausgucken.

Das Osterzgebirge unter den Füßen

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Zum Himalaya im Osterzgebirge. Eine Etappe der 14 Achttausender – gemessen in Dezimetern – wird am 15. September in Angriff genommen. Mit dem Bus geht es zunächst zur Fischerbaude nach Holzhau und dann zu Fuß über 24 Kilometer zu Steinkuppe, Kannelberg, Schickelshöhe, Pöbelknochen. Treff: 9. 30 Uhr am Tourist-Info Büro Altenberg. Kosten: fünf Euro, Kinder zwei Euro, Selbstverpflegung.

Wetterwanderung. Die Tour führt am 16. September durch einen der kältesten bewohnten Orte Deutschlands. Auf zehn Kilometern können die Gäste viel über das Zinnwalder Wetter erfahren. Treff: 9.30 Uhr am Hotel Lugsteinhof. Kosten: fünf/zwei Euro, Selbstversorgung, Einkehr möglich.

Weg der Steine. Von Edle Krone geht es am 16. September, 10 Uhr, am Bahnhof los zum Zentrum im geplanten Geopark in Dorfhain. Die Tour ist zehn Kilometer lang. Eintritt ist frei, eine Spende für den Förderverein Edle Krone willkommen.

George-Bähr-Wanderung. Interessierte können sich auf die Spuren des Erbauers der Dresdner Frauenkirche machen, der in Lauenstein aufgewachsen ist. Die Tour über 14 Kilometer beginnt am 17. September, 10.45 Uhr am Lauensteiner Markt. Kosten: fünf/zwei Euro, Selbstversorgung.

Mückentürmchentour. Auch ein Ausflug ins tschechische Nachbarland steht auf dem Programm. Am 19. September wird zum Mückentürmchen gewandert. Von dort gibt es bei gutem Wetter einmalige Ausblicke ins Osterzgebirge und ins Böhmische Becken. Start ist 9.30 Uhr am Hotel Lugsteinhof in Zinnwald. Die Tour ist 16 Kilometer lang und kostenfrei, Einkehr möglich.

Geisingbergtour. Gar nicht weit und immer wieder schön ist eine Wanderung zum Geisingberg. Nach sechs Kilometer Fußmarsch steht man in 824 Meter Höhe und hat mit etwas Glück eine herrliche Aussicht. Start ist am 18. September, 10.30 Uhr, am Tourist-Info-Büro Altenberg. Kosten: fünf/zwei Euro, Einkehr in der Baude möglich.

Moorwanderung. Kräuterfrau Bruni nimmt Interessierte am 20. September mit auf eine Tour ins Georgenfelder Hochmoor. Unterwegs können die Wanderer noch so einige Kräuter kennenlernen. Am Ausflugsziel angekommen, gibt es eine Führung durchs Hochmoor. Die Route ist etwa neun Kilometer lang und beginnt 9.30 Uhr in Altenberg am Tourist-Info-Büro. Kosten: fünf/zwei Euro. (SZ/ks)

(Auswahl)

Tipp 3: Rucksack mitnehmen
Egal, wohin die Tour führt, ein Rucksack sollte immer dabei sein. Denn man weiß nie, was unterwegs passiert. „Im Gebirge kann auch schnell mal das Wetter umschlagen“, sagt Petra Oertel. „Und wenn es neblig wird, wird es auch schnell kalt.“ Deshalb sollte in den Rucksack unbedingt ein Regenschutz eingepackt werden. Das kann eine Regenjacke sein oder ein Regencape oder -überwurf. Die Geisingerin empfiehlt zudem eine Kopfbedeckung, die übrigens auch vor Sonneneinstrahlung oder Wind schützt. Außerdem sollten ausreichend Getränke eingepackt werden. „Ein Tee ist immer gut“, sagt Frau Oertel. „Aber das muss jeder für sich entscheiden, auch wie viel er mitnimmt.“ Sie würde für den Notfall auch immer etwas zu essen einpacken, „falls etwas dazwischenkommt“. Wer den ganzen Tag zu Fuß unterwegs sein wird, sollte auch an ein Blasenpflaster denken.

Tipp 4: Die Tour vorher genau planen
Die Herbst-Wanderwoche bietet gute Gelegenheit, den richtigen Einstieg zu finden. Die Veranstalter nehmen die gedankliche Vorarbeit weitestgehend ab. Es gibt kurze Touren, aber auch Tagesausflüge. Manche Wanderungen wie die Geisingbergtour, die Bergbau-Runde oder die Kohlhaukuppentour sind sogar mit Kinderwagen zu bewältigen, sagt Frau Oertel. Jeder muss für sich entscheiden, was zu ihm und seiner Konstitution passt. Es gibt ansonsten auch die Möglichkeit, Details über die Strecke wie Höhenprofile vorher im Internet zu studieren. So wird man unterwegs nicht überrascht. Der Tourismusverband Erzgebirge hat bereits einen digitalen Tourenführer. Mit der Herbst-Wanderwoche bringt auch die Stadt Altenberg einen eigenen ans Netz. Die Routen können unter www.altenberg-erleben.de heruntergeladen werden.

Tipp 5: Für den Notfall vorsorgen
Wer ein Handy hat, sollte das zur Wanderung nicht vergessen. So kann man sich auf der Tour auch navigieren lassen, falls man vom Weg abkommt. Ansonsten tut es auch eine Wanderkarte, die in den Rucksack gehört. Das Wichtigste aber ist: Vorm Start unbedingt jemandem Bescheid geben, wohin die Tour führt, sagt Frau Oertel. Denn wenn es zum Notfall kommt, das vielleicht noch im Funkloch, dann hilft auch kein Handy weiter. „Die Wanderer sollten sich dann aber auch an ihre Tour halten und nicht einen anderen Weg einschlagen.“ Außerdem sollte man möglichst nicht alleine gehen.