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Samstag, 14.07.2018

Fünf Millionen Menschen in Deutschland wollen mehr Arbeit

Wiesbaden. Die Arbeitskraft in Deutschland wird knapper – aber noch gibt es ein erhebliches Potenzial von Menschen, die gern mehr arbeiten würden. Rund 5,1 Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren wollten 2017 mehr tun, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Allerdings waren das 373 000 Menschen oder 6,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, weil in der guten Konjunktur auch insgesamt mehr Jobs vergeben werden. Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial schmilzt also.

Die größte Teilgruppe von rund 2,4 Millionen Menschen sind sogenannte Unterbeschäftigte. Sie haben zwar Jobs, würden aber nach eigenen Angaben gern mehr arbeiten. Das trifft beispielsweise auf jeden achten Teilzeitbeschäftigten zu.

Laut Enzo Weber vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat es bei Frauen vor allem familiäre Gründe, warum sie – oft ungewollt – in die Unterbeschäftigung rutschen: Kindererziehung, Haushalt, Pflege. „Man müsste hier Bedingungen schaffen, dass man auch mit Kindern mehr arbeiten kann“, sagt Weber.

Bei den Männern mit Teilzeitjob sei der häufigste Grund für die Unterbeschäftigung: „Sie haben schlicht nichts anderes bekommen.“ Dies treffe aber besonders auf junge Menschen zu – deren Situation müsse also nicht dauerhaft so bleiben. Zudem sei es im jeweiligen Betrieb, in dem die Leute arbeiten, oft nicht möglich, dass mehr Stunden gearbeitet werden kann.

1,4 Millionen wird es zu viel

Denjenigen Menschen, die mehr arbeiten möchten, stehen 1,4 Millionen Erwerbstätige gegenüber, die bei der Arbeit lieber kürzer treten und dafür auch Gehaltseinbußen akzeptieren würden. Die Zahl dieser sogenannten Überbeschäftigten hat sich binnen Jahresfrist um 234 000 oder satte 20 Prozent erhöht. Eine hohe Qualifikation und eine hohe berufliche Stellung – etwa als Führungskraft – sind nach Webers Angaben die wesentlichen Gründe für Überbeschäftigung. (dpa)

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