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Freitag, 13.07.2018

Fünf Fakten zur Ruby-Schokolade

Ruby ist von Natur aus rosa und schmeckt überraschend. Wo sie herkommt und wie man sie probieren kann, erklärt Schoko-Sommelière Sarah Gierig.

Von Nancy Riegel

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Aus den kleinen, rosafarbenen Drops entstehen in der Bäckerei und Konditorei Gierig hübsche Schokoladentafeln aus Ruby.
Aus den kleinen, rosafarbenen Drops entstehen in der Bäckerei und Konditorei Gierig hübsche Schokoladentafeln aus Ruby.

© Steffen Unger

  • Aus den kleinen, rosafarbenen Drops entstehen in der Bäckerei und Konditorei Gierig hübsche Schokoladentafeln aus Ruby.
    Aus den kleinen, rosafarbenen Drops entstehen in der Bäckerei und Konditorei Gierig hübsche Schokoladentafeln aus Ruby.
  • Schoko-Sommelière Sarah Gierig ist begeistert von der Ruby-Schokolade. Nicht nur, dass sie lecker ist – „das Rosa passt einfach zu mir“, sagt sie lachend.
    Schoko-Sommelière Sarah Gierig ist begeistert von der Ruby-Schokolade. Nicht nur, dass sie lecker ist – „das Rosa passt einfach zu mir“, sagt sie lachend.

Ruby – ein malerischer Name für eine Schokolade. Rubinrot bedeutet das Wort übersetzt, passend zur Farbe der neuen Schokoladensorte. Die ist nämlich rosafarben, und das von Natur aus, ohne Farbstoffe, ohne Aromastoffe. Genau das macht Ruby zu einer kleinen Sensation. Neben dunkler, weißer und Milchschokolade gilt sie ab sofort als die vierte Schokoladensorte auf der Welt. Erst seit wenigen Wochen ist sie auf dem Markt und derzeit noch schwer zu bekommen. Manch einem ist vielleicht der rosafarbene Schokoriegel Kitkat im Supermarkt aufgefallen, die bisher einzige Süßigkeit mit Ruby. Eine, die hingegen mit der Schokolade arbeiten und sie auch verkaufen darf, ist Ostdeutschlands erste Schokoladen-Sommelière Sarah Gierig aus Neustadt in Sachsen. Sie nimmt uns mit in die Welt der rosafarbenen Schokolade Ruby.

Fakt 1: Ruby gilt als Weltneuheit.

Die neue Schokolade mit dem malerischen Namen „Ruby“ wirkt zunächst unspektakulär. Rosafarbene Schokolade? Kennt man doch, da gab es doch mal diese Einhorn-Tafel und auch diverse Sommersorten im Supermarktregal. Allerdings bestehen diese Tafeln aus eingefärbter weißer Schokolade. „Ruby-Schokolade ist von Natur aus rosa“, sagt Schoko-Sommelière Sarah Gierig-Thomas. „Neben weißer, dunkler und Milchschokolade gilt sie ab sofort als die vierte Schokoladensorte auf der Welt.“ Und ist damit eine absolute Weltneuheit. Zuletzt wurde vor 80 Jahren eine neue Sorte entwickelt, damals war das die weiße Schokolade. Der Schweizer Hersteller Barry Callebaut, bei dem Sarah ihr Zertifikat als Sommelière erworben hat und von dem sie ihre Rohschokolade bezieht, brachte Ruby im Mai dieses Jahres auf den Markt.

Fakt 2: Sie schmeckt so, wie sie aussieht.

Nimmt man ein Stück dieser ungewöhnlich gefärbten Süßigkeit in den Mund, erwartet man den Geschmack von Zucker und Sahne, wie bei weißer Schokolade. Doch so ist es nicht. „Ruby besteht zu etwa der Hälfte aus Kakao“, sagt Sarah Gierig. Das ist mehr als in Milchschokolade. Also schmeckt Ruby zartbitter? Nein, so kann man das auch nicht sagen. Ruby schmeckt wie Milchschokolade, nur etwas fruchtiger, vielleicht auch etwas süßer.

Das Rubinrote spiegelt sich im Aroma wider. Es erinnert an Beeren – ganz ohne die Zugabe von Farb- oder Aromastoffen. Als Schoko-Sommelière weiß die Neustädterin, wie man Schokolade am besten mit Gewürzen, Früchten und anderen Lebensmitteln kombiniert. Seit Juni probiert sie die rubinrote Sorte nun in ihren Kreationen aus. „Ich habe mir zu Beginn erst einmal 40 Kilo gekauft“, sagt sie und zeigt auf den großen Sack voller rosafarbener Schokodrops, die geschmolzen werden, um daraus Pralinen, Bruchschokolade, Tafeln und Formstücke zu kreieren. Als Deko nutzt Sarah gerne getrocknete Früchte oder kandierte Blüten. Zu Ruby passe aber eigentlich fast alles, sagt sie und erzählt von einem Event, bei dem die Sorte unter anderem zusammen mit Salzkaramell und Blauschimmelkäse kredenzt wurde.

Fakt 3: Die Entwicklung von Ruby dauerte fast 13 Jahre.

Wieso ist Ruby-Schokolade denn nun rosa? Weil die Kakaobohnen, aus der die Süßigkeit gewonnen wird, ebenfalls rosa sind. Die Bohnen wurden laut Süßwarenkonzern Callebaut rein zufällig entdeckt. Man müsse erst die Kakaofrucht öffnen, um zu erkennen, ob aus der darin eingeschlossenen Bohne Ruby-Schokolade gewonnen werden kann. Dadurch wurden die selten vorkommenden, rubinroten Bohnen bisher einfach übersehen und mit braunen Bohnen gemischt. Nun suche man gezielt danach.

Die Pflanzen wachsen vereinzelt in Brasilien, Ecuador und der Elfenbeinküste. „Weder die Gattung noch das Herkunftsland machen eine Kakaobohne zu einer Ruby-Bohne. Es ist das natürliche Vorkommen des typischen Ausgangsstoffes, das dafür sorgt, dass eine Bohne das Profil erfüllt und die Farbe und den Geschmack von Ruby hervorbringt“, heißt es auf der Website von Callebaut. Nach Entdeckung der Pflanzen habe es 13 Jahre gedauert, das Rezept so weit zu entwickeln, dass die Schokolade auf den Markt gehen konnte. Die Kakaobohne sei in diesem Prozess gentechnisch nicht verändert worden.

Fakt 4: Ruby-Schokolade gibt es sogar im Supermarkt.

Na, neugierig auf die rosafarbene Schokolade? Um Ruby in unserer Region auszuprobieren, gibt es zwei Möglichkeiten: die Produkte von Sarah Gierig kaufen oder einen Abstecher in den nächstgelegenen Rewe machen. Der Supermarkt vertreibt seit einiger Zeit exklusiv genau eine Süßigkeit mit Ruby-Schokolade, den Schokoriegel „Kitkat“ aus dem Hause Nestlé. Sarah berichtet, dass Nestlé dafür einen Vertrag mit Callebaut geschlossen hat. Sie könne sich aber nicht erklären, warum sich der Nahrungsmittelkonzern für genau diesen Schokoriegel entschieden hat. „Die Waffel und die Creme in Kitkat lenken leider zu sehr vom Geschmack von Ruby ab“, lautet ihr Resümee.

Um das volle Aroma herauszuschmecken, sei es besser, die Sorte pur zu probieren. In den Testmärkten Japan und Korea war der pinke Kitkat-Riegel trotzdem ratzfatz ausverkauft. Und das, obwohl er deutlich teurer ist als sein dunkles Pendant. Den 40-Gramm-Riegel in Rubinrot gibt es ab 1,29 Euro. Macht mehr als drei Euro pro 100 Gramm. Das Kitkat mit Vollmilchschokolade gibt es bei Rewe für unter einen Euro pro 100 Gramm.

Fakt 5: Die Schoko-Sommeliére probiert Ruby in allen möglichen Varianten aus.

„Die Ruby-Schokolade hat eine tolle Viskosität“, findet die Neustädter Schokoladenexpertin. Heißt, die Schokolade ist geschmeidig und lässt sich gut verarbeiten. Zu Beginn stellt Sarah Gierig zunächst Bruchschokolade und Tafeln aus Ruby mit Garnitur her, die sie in der Bäckerei in Neustadt in Sachsen verkauft oder an Kunden über Facebook verschickt. Im Edel-Restaurant Kastenmeiers in Dresden gibt es außerdem exklusive Pralinenkreationen, die sich Sarah hat einfallen lassen. Für eine gesprenkelte Halbkugel hat sie zum Beispiel blauen Chai-Tee mit Minze kombiniert und mit Ruby umhüllt. Nicht nur optisch, sondern vor allem geschmacklich eine echte Bombe. Wie sie diese kreiert, sehen Sie hier: