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Freitag, 10.08.2018

Fünf Fakten zum Schulbeginn

Am Montag gehen viele neue Lehrer an den Start. Lücken bleiben trotzdem. Auch in den Reihen der Abc-Schützen.

Von Domokos Szabó

Statt die Kinder vor dem Bildschirm zu parken, sollten Eltern lieber mehr vorlesen. Das stärkt die sprachlichen Fähigkeiten der Kleinen.
Statt die Kinder vor dem Bildschirm zu parken, sollten Eltern lieber mehr vorlesen. Das stärkt die sprachlichen Fähigkeiten der Kleinen.

© dpa

Freital/Dippoldiswalde. Sechs Wochen Sommer, Sonne, Ferien – am Montag ist es zumindest mit Letzterem vorbei. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge beginnt für 21 300 Mädchen und Jungen die Schule. Nur jeder elfte Einwohner des Landkreises ist damit noch im schulpflichtigen Alter. Ganz neu kommen knapp 2 200 Erstklässler dazu.

Eine Herausforderung wird die Schule nicht nur für sie, sondern auch für die sächsische Kultusverwaltung. Denn es ist nicht gelungen, für das Schuljahr 2018/19 alle Lehrerstellen zu besetzen. Das ist aber nicht der einzige wichtige Fakt zum Schulbeginn. Ein SZ-Überblick.

Fakt 1: Es fehlen Lehrer, vor allem an den Gymnasien

In den Nachbarlandkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie der Stadt Dresden werden 7 611 Lehrer vor den Klassen stehen. Daten für die einzelnen Regionen kann das Landesamt für Schule und Bildung nicht zur Verfügung stellen. Fakt ist: Nicht alle ausgeschriebenen Stellen konnten besetzt werden, es bleiben Lücken. In der Großregion fehlen fast 35 Pädagogen, die meisten an Oberschulen. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sagt: „Wir werden den Unterricht möglicherweise nicht an allen Schulen zu jeder Zeit des Schuljahres absichern können.“ Stundenausfälle und Vertretungsstunden sind programmiert.

Fakt 2: Deutlich mehr Oberschüler als Gymnasiasten im Landkreis

Die Bildungsempfehlung für Viertklässler ist nicht mehr verbindlich wie früher. Eltern können ihre Kinder auch dann aufs Gymnasium schicken, wenn der Notenschnitt nicht reicht. Trotzdem gehen im Landkreis mehr Schüler auf die Oberschule als aufs Gymnasium. Das Landesamt gibt die Zahl der Oberschüler mit knapp 6 500 an, das sind 1 500 mehr als Pennäler.

Fakt 3: Viele Kinder haben Sprachprobleme

Viele Kinder im Landkreis fallen bei der Schuleingangsuntersuchung mit Problemen auf. Sprachprobleme haben 42,7 Prozent – das liegt weit über dem Sachsen-Schnitt von 33,9 Prozent. Motorische Schwierigkeiten wurden bei 27,5 Prozent entdeckt, ein Wert ebenfalls weit über dem landesweiten Schnitt.

Der Kinderarzt Sascha Ifflaender sagt: „Studien zeigen klare Zusammenhänge zwischen Fernseh- und Handykonsum im Kleinkindalter und Schwierigkeiten im Bereich der Sprachentwicklung, Aufmerksamkeitsschwierigkeiten sowie Verhaltensauffälligkeiten.“ Kinder unter zwei sollten deshalb keine Zeit vor Bildschirmen verbringen, auch nicht mitschauen. Bis ins Vorschulalter sollte sie sich der TV-Konsum auf 30 Minuten pro Tag beschränken.

Eine Rückstellung vor der Schule wurde aber im Landkreis nur für jedes 16. Kind empfohlen. Wohlgemerkt sind das Daten von 2016/17. Neuere hat der Landkreis noch nicht.

Fakt 4: Blick in den Busfahrplan ist dringend empfohlen

Beim Schülerverkehr gibt es einige Veränderungen, sodass jeder rechtzeitig in den Fahrplan schauen sollte. Außerdem laufen unter anderem in Rehefeld, Malter, Freital, Altenberg, Porschendorf und Göppersdorf Bauarbeiten. Hier wurden Umleitungen eingerichtet. An den ersten beiden Schultagen sind morgens an den Knotenpunkten Sebnitz, Pirna, Freital und Dippoldiswalde Schulbusbegleiter im Einsatz.

Fakt 5: Stundentafeln ändern sich, aber erst später

Zur Entlastung von Schülern und Lehrern sollen alle Stundentafeln überarbeitet werden. Das Unterrichtsvolumen wird um vier Prozent sinken. Das gilt für alle Schularten. Aber erst später: Geplanter Start ist dafür in einem Jahr zum Schulbeginn.