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Freitag, 19.12.2008

Früheres Schloss Sohland für 54000 Euro versteigert

Zur Winterauktionder Sächsischen Grundstücksauktionen AG kamen 17 Objekte aus der Lausitz unter den Hammer.

Von Helga Koch

Es dürfte erst mal ein Geheimnis bleiben, ob das ehemalige Schloss in Sohland an der Spree quasi als Weihnachtspräsent auf einem Gabentisch landet. Fakt ist: Für das denkmalgeschützte Gebäude aus der Mitte des 18. Jahrhunderts fiel bei der Winterauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG im Dresdner Hygienemuseum bei 54 000 Euro der Hammer. Insgesamt wurden 193 Immobilien aufgerufen, darunter auch zwei Dutzend aus der Lausitz. Bis auf sieben fand sich für alle ostsächsischen Objekte ein neuer Eigentümer. Insgesamt wurden bei den drei Versteigerungen in Dresden, Leipzig und Erfurt 3,3 Millionen Euro Umsatz erzielt.

Neben dem Sohlander Schloss wechselte auch eine Kaufhalle in Weißwasser für 54 000 Euro ihren Besitzer. Sie liegt am südlichen Stadtrand und ist vermietet. Der Plattenbau gilt jedoch laut Auktionskatalog als sanierungs- und modernisierungsbedürftig und war bei einem Mindestgebot von 29000Euro gestartet.

Viel Sanierungsbedarf

Aus der Gemeinde Großharthau bei Bischofswerda wurde ein denkmalgeschütztes, teils vermietetes Mehrfamilienhaus am Volkspark versteigert. Das Gebäude, in dem sich einst die Schlossbäckerei befand, kam für 29 000 Euro in neue Hände. Es muss allerdings weiter saniert und modernisiert werden.

Aus der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz kamen gleich fünf Häuser unter den Hammer: ein denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus in der Robert-Koch-Straße, ein Komplex aus zwei Mehrfamilienhäusern in der Hempelstraße sowie drei Mehrfamilienhäuser in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße. Dafür bewegten sich die Zuschlagspreise zwischen 9 000 und 26 000 Euro. Drei dieser Häuser stehen zurzeit leer, saniert werden müssen sie alle.

Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wurde ein Wohn- und Geschäftshaus aus der Görlitzer Innenstadt versteigert. Das 100-jährige Gebäude verfügt über eine attraktive Fassade mit Struktur- und Stuckelementen, beherbergt zehn Wohnungen und ein Geschäft unter seinem Dach, muss aber noch umfassend saniert werden. Für zwei weitere Immobilien aus Görlitz, ein Mehrfamilienhaus in der Lutherstraße und ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Brunnenstraße, fanden sich zur Auktion keine Interessenten.

Aus Zittau wurde ein denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit für 12000 Euro versteigert. Das leer stehende Gebäude verfügt über eine aufwendig gegliederte Fassade, Stuck- und Schmuckelemente, Erker und Balkone. Es sind sogar noch einige alte, sehr attraktive Kachelöfen vorhanden. Das Gebäude ist allerdings vom Schwamm befallen und bedarf einer sehr umfangreichen „Verjüngungskur”. Aus Zittau kamen noch zwei weitere denkmalgeschützte Altbauten unter den Hammer. Außerdem wurde ein Ladengeschäft nebst Lagerraum für insgesamt 9 000 Euro versteigert.

Flurstück für 500 Euro

Den niedrigsten Preis aller Lausitzer Immobilien erzielte ein fast 1500Quadratmeter großes Flurstück in Laubusch. Das Grünland wechselte für gerade mal 500 Euro den Besitzer.