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Dienstag, 10.07.2018

Freistaat ehrt Friedensfest-Macher

Die sächsische Landeszentrale für politische Bildung übergibt die Auszeichnung beim nächsten Friedensfest im November, das als Reaktion auf ein weiteres rechtsextremes Festival unter dem Titel „Schild und Schwert“ bereits geplant wird.

Menschenkette zur Eröffnung des Friedenfestes im April.
Menschenkette zur Eröffnung des Friedenfestes im April.

© Matthias Weber

Dresden/Ostritz. Die Organisatoren des Ostritzer Friedensfestes werden zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit mit einem Demokratiepreis geehrt. Diesmal kommt die Auszeichnung direkt vom Freistaat Sachsen. Die Landeszentrale für politische Bildung zeichnet die Initiative mit einem Sonderpreis im jährlichen Wettbewerb „Politische Orte in Sachsen“ aus.

Diese Nachricht überbrachte Bildungsreferent Stefan Zinnow am Montagabend beim ersten Vorbereitungstreffen für das nächste Friedensfest, das schon Anfang November stattfinden wird. Wiederum ist es als Reaktion auf ein weiteres rechtsextremes Festival unter dem Titel „Schild und Schwert“ geplant, das hochrangige NPD-Funktionäre für den 2. und 3. November auf dem Gelände des Hotels „Neißeblick“ angemeldet haben – wiederum als „Kundgebung“ und somit vom Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt.

Die Auszeichnung für das Ostritzer Friedensfest hat der Leiter der Landeszentrale, Roland Löffler, persönlich angeregt. Er hatte das erste Friedensfest im April besucht und war von den vielfältigen Aktionen für Demokratie und Toleranz beeindruckt. Mit ihren Aktivitäten hätten die Veranstalter des Friedensfestes es geschafft, die öffentlichen Räume in Ostritz nicht Extremisten zu überlassen, die einen ausländerfeindlichen und intoleranten Nationalismus pflegen. Die Auszeichnung wird voraussichtlich beim nächsten Friedensfest im November überreicht und ist mit 2000 Euro dotiert. Drei weitere Orte, die regulär mit dem Titel „Politischer Ort in Sachsen“ gewürdigt werden, sollen in Kürze bekannt gegeben werden.

Erst vor zwei Wochen hatte die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange in Berlin den „DEMO Kommunalfuchs“ entgegengenommen, eine Auszeichnung des sozialdemokratischen Magazins „DEMO“, das sich mit Kommunalpolitik befasst. (SZ/fs)