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Freitag, 03.07.2009

Freiberger Straße ab August für Autos offen

2004 beschloss der Stadtrat, den millionenschweren Umbau unter der Hochbahn wieder zu öffnen. Der im Mai gestartete Bau kommt schneller voran als erwartet.

Von Denni Klein

Dresden - Die Eisenbahnunterführung an der Freiberger Straße wird ab Anfang August für den Autoverkehr offen sein. „Die Arbeiten kommen schneller voran als geplant. Wir sind optimistisch, dass wir Ende Juli fertig sind“, sagte der Leiter des Straßen- und Tiefbauamts, Reinhard Koettnitz. Das Straßen- und Tiefbauamt setzt derzeit den Beschluss des Stadtrats vom Mai 2004 um. Das Vorhaben steht massiv in der Kritik, weil mit Steuer-Millionen die Straße wieder geöffnet wird, die erst im Jahr 2000 millionenschwer für den Autoverkehr gesperrt wurde.

Nach Angaben der Stadt kostet der Umbau insgesamt 2,2 Millionen Euro. 1,3 Millionen Euro davon kostet der Straßenum- und Ausbau. Der Rest wird für das Verlegen neuer Gleise benötigt. Neben diesen Arbeiten müssen auch die vor nicht allzu langer Zeit erneuerte Straßenbeleuchtung sowie Fuß- und Radwege umgebaut werden.

Wiederöffnung lange geplant

Schon beim Ausbau der Eisenbahntrasse zwischen Hauptbahnhof und Neustädter Bahnhof wurde die Unterführung an der Freiberger Straße erhöht und verbreitert. Der Platz für Autospuren in beide Richtungen wurde eingeplant. Die Strecke wurde geschlossen, um den Durchgangsverkehr im Zentrum zu reduzieren und auf die zahlreichen Ausfallstraßen zu lenken.

Obwohl etliche neue Straßen wie die B 173 mit Bramschtunnel und der 26er-Ring aufwendig ausgebaut wurden, werden nun neue Zufahrten zum Stadtzentrum geöffnet. Verkehrsplaner und Befürworter versprechen sich davon, die Gewerbeareale um die Freiberger Straße besser entwickeln zu können.

Gegner der Öffnung sehen darin einen Verstoß gegen das 1994 beschlossene Ziel der verkehrsberuhigten Innenstadt und erwarten deutlich mehr Verkehr am Postplatz. Dieser war auf Antrag der CDU millionenschwer verkehrsberuhigt umgebaut worden. Zum Teil gilt Tempo 20. Der Abschnitt zwischen Hertha-Lindner-Straße und Wilsdruffer Straße wird in Stoßzeiten häufig zur Staufalle. Verkehrsplaner Matthias Mohaupt sieht dennoch keine Probleme. Die Zahl der Fahrzeuge, die täglich den Postplatz queren, soll trotz Öffnung von derzeit 12 700 auf 9 500 sinken. Grund: Die Mehrheit der über die Freiberger Straße Richtung Zentrum rollenden Autos werde den Prognosen zufolge in die Marienstraße abbiegen. Viel hängt von der Entscheidung über die Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße ab. Wird die Durchfahrt für Autos offen bleiben, dürften vor allem Ortskundige die Abkürzung ins Zentrum stärker nutzen.

Zeitverlust für Straßenbahn

Auch die Verkehrsbetriebe sind mit der Öffnung nicht glücklich. Bisher war die Bahn das einzige motorisierte Verkehrsmittel, das unter der Bahnbrücke weiterfahren konnte. Nun werden Autos die Gleise in alle Richtungen kreuzen. Die Verkehrsbetriebe befürchten spürbare Zeitverluste an der Kreuzung.

Um die Auswirkungen gering zu halten, wird entgegen dem Stadtratsbeschluss jetzt jedoch auf zusätzliche Abbiegespuren an der Ammonstraße verzichtet.

Die Haltestelle am World Trade Center wird gerade umgebaut. Die neuen Gleise liegen bereits. Ab Herbst 2010 soll die Freiberger Straße bis zum Postplatz begradigt und saniert werden.