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Freitag, 11.05.2018

Frauenfußball vor dem Aus

Trotz großer Erfolge in der Vergangenheit: Es ist fünf Minuten vor Zwölf beim ESV Lok Döbeln.

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Wollen auch in der kommenden Saison noch über Tore und Siege jubeln: Die Frauen-Fußballerinnen des ESV Lok Döbeln, die dazu allerdings dringend personelle Verstärkung benötigen.
Wollen auch in der kommenden Saison noch über Tore und Siege jubeln: Die Frauen-Fußballerinnen des ESV Lok Döbeln, die dazu allerdings dringend personelle Verstärkung benötigen.

© Dietmar Thomas

  • Wollen auch in der kommenden Saison noch über Tore und Siege jubeln: Die Frauen-Fußballerinnen des ESV Lok Döbeln, die dazu allerdings dringend personelle Verstärkung benötigen.
    Wollen auch in der kommenden Saison noch über Tore und Siege jubeln: Die Frauen-Fußballerinnen des ESV Lok Döbeln, die dazu allerdings dringend personelle Verstärkung benötigen.
  • Thomas Jäschke (45) fungiert seit über zehn Jahren als Trainer der SpG SV Lok Döbeln/BC Hartha.
    Thomas Jäschke (45) fungiert seit über zehn Jahren als Trainer der SpG SV Lok Döbeln/BC Hartha.

Döbeln. Ein Hobby steht in der Region vor dem Aus: Frauenfußball. Der Leipziger Bezirksmeister von 2015 und 2017, die SpG ESV Lok Döbeln/BC Hartha, hat mit immer größeren Personalproblemen zu kämpfen. So sieht es derzeit danach aus, als ob beim ESV Lok Döbeln, der ab kommender Saison wieder eigenständig antreten soll, eine 30-jährige Tradition zu Ende geht. Der Döbelner Anzeiger sprach darüber mit Trainer Thomas Jäschke.

Thomas Jäschke, in den vergangenen beiden Punktspielen hat Ihre Mannschaft zwei Niederlagen hinnehmen müssen. Auch weil es Ausfälle von wichtigen Stammspielerinnen gab. Ein Spiegelbild der derzeitigen Situation?

Natürlich. Den Ausfall von Leistungsträgerinnen kann man ohnehin nicht abfangen und dann ist es in einem Spiel dazu gekommen, dass wir in Unterzahl spielen mussten.

Ihre Mannschaft ist in der Region seit Jahren ein Leuchtturm, noch dazu ein erfolgreicher. Wie konnte es zu diesen Problemen kommen?

Es gibt talentierte Mädels in fast jedem Verein, die bis zu den C-Junioren bei den Jungs mitspielen dürfen. Dann allerdings ist Schluss, da es verpasst wurde, irgendwo eine Nachwuchsabteilung zu schaffen, wo es im weiblichen Bereich eine Perspektive gegeben hätte. So hören die Mädchen dann leider auf oder wechseln zu anderen Sportarten, weil sie im Frauenbereich mit Sondergenehmigung erst ab 15 Jahren spielen können.

Damit entsteht das Problem, dass im Frauenbereich keine Spielerinnen ankommen?

Genauso wie bei uns jetzt, sodass wir die Situation haben, dass mehr Spielerinnen aufhören als nachrutschen.

Wie wäre das Problem aus Ihrer Sicht zu lösen?

Es ist echt schwierig. Ich bin der Meinung, dass die Mädchen so lange es möglich ist, bei den Jungs mitspielen sollen, weil sie die nötige Spielpraxis bekommen. Aber um den Frauenfußball zu fördern, müsste dann, vielleicht einmal in der Woche, ein Stützpunkttraining für alle Altersklassen stattfinden. Auch für die Spielerinnen, die nicht mehr im Nachwuchs spielen können, aber noch nicht im Erwachsenenbereich dürfen.

Wie könnte das aussehen?

Vielleicht erklärt sich die eine oder andere Spielerin bereit, solch ein Training durchzuführen, die damit gleichzeitig auch an das Traineramt herangeführt würde.

Das ist allerdings eher die längerfristige Lösung, wie kann eine kurzfristige aussehen?

Erst einmal muss die Frauenfußballmannschaft erhalten werden, damit die jungen Spielerinnen überhaupt eine Perspektive bekommen. Dafür brauchen wir Spielerinnen, die einfach Lust und Interesse haben, bei uns Fußball zu spielen.

Wie müssen Vorkenntnisse aussehen?

Ich möchte alle interessierten Mädels und Frauen aufrufen, die Lust zum Fußballspielen haben, kommt bei uns vorbei, probiert euch aus. Voraussetzungen sind der Spaß am Sport, vor allem am Mannschaftssport, um sich in die Gruppe einzubringen. Und schlecht wäre es nicht, wenn sie schon einmal an den Ball getreten haben.

Was erwartet die Spielerinnen?

Eine super Truppe, die sich untereinander gut versteht, Spaß am Sport und natürlich auch sportliche Erfolge, die wir weiter gemeinsam feiern wollen. Wer Interesse hat, meldet sich bitte per E-Mail bei uns.

Es fragte: Dirk Westphal

esvlokdoebelnff@web.de