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Freitag, 13.07.2018

Flutschäden sind beseitigt

Fünf Jahre nach dem Hochwasser von 2013 nähern sich die großen Bauprojekte dem Ende. Nur noch zwei Vorhaben sind offen.

Von Thomas Möckel

Mario Friedrich (l.) und Lars Kastner (r.) von der Firma Wolfgang Hausdorf aus Dobra bei Radeburg verlegen auf der Langen Straße 800 Quadratmeter Pflaster neu. Sie beseitigen Schäden, die bei der letzten Flut 2013 entstanden.
Mario Friedrich (l.) und Lars Kastner (r.) von der Firma Wolfgang Hausdorf aus Dobra bei Radeburg verlegen auf der Langen Straße 800 Quadratmeter Pflaster neu. Sie beseitigen Schäden, die bei der letzten Flut 2013 entstanden.

© Daniel Schäfer

Pirna. Reichlich fünf Jahre ist das verheerende Elbehochwasser von 2013 nun her, es war die dritte Flutkatastrophe innerhalb von elf Jahren. Seit über fünf Jahren ist die Stadt auch dabei, die Flutschäden von damals beseitigen zu lassen. Inzwischen sind die Bauleute auf der Zielgeraden angekommen, geschafft ist allerdings noch nicht alles. Die SZ gibt einen Überblick über den aktuellen Stand.

Wie viele Flutschäden waren in Pirna zu beseitigen?
Nach dem Hochwasser 2013 hatte Pirna einen Wiederaufbauplan eingereicht, die sächsische Landesregierung bestätigte diesen Plan mit insgesamt 124 städtischen und nichtstädtischen Vorhaben. Diese betraf beispielsweise Schäden an Gebäuden, Straßen, Wegen, Grünflächen, Ingenieurbauwerken, Gewässern und Kanälen. Nichtstädtische Projekte betreffen Vorhaben, bei denen die Stadt zwar die Fördermittel erhält, diese aber einem anderen Bauherrn zugutekommen – beispielsweise bei den zerstörten Abwasserkanälen den Stadtwerken oder im Falle des Postaer Hafens einem Verein. Bis zum 30. Juni 2015 hatte Pirna alle Fördermittel bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) sowie beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) beantragt.

Wie teuer ist es, die Flutschäden zu beseitigen?
Die 124 Vorhaben aus dem Wiederaufbauplan haben finanziell ein Volumen von 36,9 Millionen Euro. Ob das Geld ausreicht, alles zu finanzieren, muss sich aber erst noch zeigen. Pirna hat mit erheblichen Mehrkosten zu tun, weil wegen der guten Auftragslage bei den Baufirmen Ausschreibungsergebnisse teilweise deutlich über dem Budget lagen. Pirna hat allerdings schon Anträge gestellt, um auch diese Mehrkosten erstattet zu bekommen. Jedoch sind nicht alle Kosten förderfähig, so unter anderem ein Großteil der Planungskosten. Derzeit sieht es so aus, dass etwa 4,3 Millionen Euro im Haushalt der Stadt als nicht förderfähige Kosten verbleiben. Im Etat 2015/16 wurden dafür aber schon vorsorglich 5,33 Millionen Euro eingestellt.

Bis wann werden die Flutschäden von 2013 verschwunden sein?
Pirna hatte sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2016 sämtliche Bauvorhaben umzusetzen. Dies Plan ist allerdings nicht aufgegangen. Mehrere Projekte mussten verschoben werden, mal wegen überteuerter Ausschreibungen, mal wegen fehlender Planungskapazitäten. Aber übertriebene Eile muss jetzt nicht gelten, die Fördermittelgeber haben den Zeitraum generell entzerrt: aktuell müssen sämtliche Flutschäden bis zum 30. Juni 2019 beseitigt sein.

Wie viele Projekte hat Pirna inzwischen geschafft?
Von den 124 Vorhaben sind inzwischen 116 erledigt, sechs laufen derzeit, zwei wurden noch nicht begonnen. Zu den dicksten Brocken bei der Flutschadenbeseitigung zählen unter anderem die Sanierung der Dohnaischen Straße, der Kanalbau auf der Breiten Straße, der Bau des Regenrückhaltebeckens am Schlosserbusch, der Neubau der Stützmauer an der Straße Alt-Neundorf und der Neubau der Brücke am Elberadweg nahe der Gottleuba-Mündung.

Welche Bauprojekte laufen derzeit noch?
In den letzten Zügen liegen die Arbeiten an der Breiten Straße. Das Vorhaben soll im August 2018 beendet werden – zwei Monate früher als geplant. Die Sanierung der Langen Straße hat vor Kurzem begonnen, hier wollen die Fachleute insgesamt am 15. November fertig sein. Die neue Brücke am Elberadweg über die Gottleuba wird in den nächsten ein, zwei Wochen fertig. Die Stützmauer in Neundorf soll bis Jahresende stehen. Die Arbeiten am Amalie-Dittrich-Weg in Copitz sollen in Kürze abgeschlossen. Die Arbeiten am Schlosserbusch liegen laut der Stadt im Plan, das Rückhaltebecken wird derzeit gebaut. Bis Ende 2018 soll es stehen.

Welche Vorhaben wurden bislang noch nicht begonnen?
Der Neubau der Brücke Dietzmühle, die im Ortsteil Jessen die Wesenitz überspannt, hat noch nicht begonnen. Der Fördermittelbescheid liegt zwar schon seit 2016 vor, allerdings wird das Vorhaben noch immer geplant, weil bislang die Planungskapazitäten fehlten. Darüber hinaus steht die Sanierung der Hospitalstraße in der Pirnaer Innenstadt noch aus. Das Vorhaben hat noch nicht begonnen, weil sich die Stadt mit dem Unternehmen Edeka auf einen Termin einigen muss, dass nebenan das Scheunenhofcenter baut.