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Dienstag, 30.01.2018

Fitnessstudio – Viele Mythen um den Kraftsport

Ein Fitnessstudio hat in verschiedensten Kreisen einen sehr unterschiedlichen Ruf

Bildquelle: 5132824 via pixabay
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und so gut wie jeder Deutsche hat eine Meinung dazu, die mit einer Vorstellung gekoppelt ist. Einige Menschen stellen sich einen Raum voller Laufbänder vor, andere eine protzige „Pumper-Bude“, in der sich ausschließlich muskulöse Bodybuilder aufhalten und tagein tagaus damit angeben, wie gut trainiert sie sind. Die Gerüchteküche brodelt um den Kraftsport: Viele Frauen machen keinen Kraftsport, weil sie nicht „aufgepumpt“ und „wie Männer“ aussehen möchten, außerdem kursiert das regelmäßige Gerücht, Bodybuilder wären nur „aufgepumpt“ und hätten weder Kraft noch Ausdauer. Unsportliche Menschen trauen sich häufig nicht, ins Fitnessstudio zu gehen, weil sie Sorge haben, beobachtet und ausgelacht zu werden. Diese und viele weitere Vorurteile und Gerüchte tummeln sich um die Welt des Kraftsports und kaum ist der Mensch bei etwas schneller, als beim Verteilen von Stempeln und Stigmata. Hier sind Top 5 Behauptungen und Mythen rund um die Fitnessstudios.

1. Ich bin zu unsportlich/dick für ein Fitnessstudio

Einige Menschen spielen selbst mit dem Gedanken oder haben mal einen Tipp bekommen, sich im Fitnessstudio anzumelden. Doch viele Interessenten trauen sich nicht: es herrscht die große Sorge, man wäre zu unsportlich oder zu dick und andere Sportler würden sich darüber lustig machen. Nach vielen Gesprächen und Erfahrungen in diversen Studios können wir mit Sicherheit sagen: Niemand interessiert sich für andere. Im Gym sind alle Menschen auf sich selbst konzentriert und teils ist es sogar kompliziert, in ein Gespräch zu kommen. Viele hören beim Training Musik, fokussieren sich auf die richtige Ausführung der Übungen und haben überhaupt keine Zeit, aber hauptsächlich kein Interesse, andere Menschen zu beobachten. Außerdem haben über 60% der Deutschen Übergewicht und Fitnessstudios sind dennoch proppenvoll. Im Jahr 2016 waren über 10 Millionen Menschen in einem Fitnessstudio angemeldet.

2. Ohne schädliche Zusätze und Chemiecocktails geht es gar nicht

Ebenfalls wird den (Kraft)Sportlern unterstellt, sie würden alle mit diversen Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln nachhelfen, sonst wären die Ergebnisse, die sie erzielen, gar nicht erst möglich. Diese Annahme basiert auf fehlerhaften Beobachtungen und vor allem Fehlinterpretationen. Tatsächlich nehmen viele Sportler jeder Art Zusätze, die ihre Ernährung unterstützen, vor allem Eiweiß. Menschen, die auf ihren Körper achten, beschäftigen sich auf eine andere Art und Weise mit der Ernährung und unterstützen diese mit gesunden und sauberen Nahrungsergänzungsmitteln, die beim Sport helfen, mehr Leistung aufzubringen und bessere Kondition trainieren zu können. Bedenkliche und schädliche Stoffe sind in der Sportlerszene geächtet und ohne Training bringt auch das beste Mittelchen nichts: Ohne Leistung kein Wachstum.

3. Vom Kraftsport nimmt man nicht ab

Vorerst muss man wissen, dass man beim Kraftsport Muskeln aufbaut, was natürlich eine Gewichtszunahme bedeuten würde. Zusätzlich muss man wissen, dass je größer die Muskelmasse ist, desto höher liegt der Grundumsatz des Menschen, also die Menge der in Ruhe benötigten Kalorien, um den Körper aufrecht zu erhalten. Um abzunehmen benötigt man einen Kaloriendefizit, also muss man weniger essen, als man verbraucht. Also verbrennt Mensch, der 80 kg wiegt und einen Körperfettanteil von 40% hat deutlich weniger Kalorien, als ein 80 kg schwerer Mensch derselben Größe mit einem Körperfettanteil von 15%. Je mehr Kalorien man verbrennt, desto mehr kann man essen und trotzdem abnehmen, also sind gut trainierte Menschen schneller schlank, als weniger trainierte. Außerdem sieht der Körper straffer und definierter aus, wenn man Kraftsport betreibt, sofern man auf den optischen Aspekt Wert legt.

4. Die „Pumper“ haben kaum Kraft

Wie dieses Gerücht zustande kommt, ist und bleibt ein Rätsel. Sportler haben genau das, was sie trainieren: Ein Läufer verbessert unter anderem seine Geschwindigkeit, ein Radfahrer seine Ausdauer, ein Tänzer seine Bewegung und ein Kraftsportler seine Kraft. Wer in der Lage ist, eine 120 kg schwere Stange zu stemmen, wird ausreichend kräftig dafür sein müssen. Die Kraftausdauer ist hier eine andere Schiene, für die Höchstleistungen werden keine hohen Wiederholungszahlen benötigt. Dennoch trainieren die meisten Kraftsportler auch Ausdauer und allgemeine Kondition.

5. Fitnessstudio ist langweilig

Wie jede andere Sportart auch empfinden manche Menschen den Kraftsport als spannend, andere als langweilig. Ein stumpfes Wiederholen von Bewegungen ist es aber nicht: Zum Kraftsport gehört eine Philosophie, der Einklang mit seinem Körper, die Ernährung und im Grunde auch ein Lifestyle. Ob man den Kraftsport spannend findet muss jeder für sich entdecken, aber wer sich beim Training langweilt, trainiert vermutlich einfach nicht hart genug.