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Donnerstag, 13.09.2018

Fischsterben in Nedaschütz: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Das Schwarzwasser ist giftfrei. Das hat jetzt das Bautzener Landratsamt mitgeteilt. Doch eine wichtige Frage bleibt offen.

Von Jens Fritzsche

13 Tonnen Forellen starben im Juni im vergifteten Wasser.
13 Tonnen Forellen starben im Juni im vergifteten Wasser.

© Rocci Klein

Nedaschütz. Die Gefahr im Hoyerswerdaer Schwarzwasser bei Nedaschütz ist nun auch ganz offiziell gebannt. Wie das Landratsamt Bautzen mitteilt, sei kein Gift mehr im Wasser zu finden und auch die Fische seien wieder genießbar. Hintergrund: Am 8. Juni war hier Blausäure ins Wasser gelangt, rund 13 Tonnen Fisch in einer Forellenzucht in Nedaschütz starben. Wie die Säure in den Fluss kam, ist nach wie vor offen. Till Neumann, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz sagte auf SZ-Anfrage: „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Ein Tatverdächtiger konnte bisher nicht namhaft gemacht werden.“

Nach Bekanntwerden des Fischsterbens hatten sich schnell Spekulationen breitgemacht – auch, weil es Kontrollen in der Rätze-Mühle in Spittwitz gab, in der zu diesem Zeitpunkt eine Schädlingsbekämpfung lief. Sebastian Unger, einer der drei Geschäftsführer der Mühle, wies die Vorwürfe umgehend zurück. Die Feuerwehr und die Kriminalpolizei haben Gasmessungen in und um die Mühle vorgenommen sowie Luft- und Wasserproben entnommen, erklärte er gegenüber SZ. Damit habe die Kriminalpolizei klären wollen, ob Gas aus der Mühle ausgetreten sei und die Fische eventuell dadurch getötet wurden.

Die Schädlingsbekämpfung sei planmäßig gewesen. „Dabei werden die Gebäude von innen durch eine Fachfirma aus Dresden begast.“ So sollen Mehlmotten und Getreidekäfer, die in den leeren Maschinen und Lagerbehältern sein könnten, getötet werden. Der Verdacht gegen seinen Betrieb sei absolut unbegründet, unterstrich der Mühlenchef kurz nach dem Unglück. (SZ)