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Samstag, 24.02.2018

Finne gewinnt „schweinehartes Rennen“

Der Lauf über die 50 Kilometer ist die Königsdisziplin im Skilanglauf. Siegreich in Pyeongchang ist der Finne Iivo Niskanen. Die Deutschen zeigen eine gute Leistung.

Iivo Niskanen feiert seine Goldmedaille nach dem 50-Kilometer-Rennen.
Iivo Niskanen feiert seine Goldmedaille nach dem 50-Kilometer-Rennen.

© Matthias Schrader/AP/dpa

Pyeongchang. Total entkräftet brach Andreas Katz im Ziel zusammen. Beinahe bis zur Bewusstlosigkeit quälte sich der Schwarzwälder in der durch den Nebel gespenstischen Atmosphäre von Pyeongchang über die olympischen 50 Kilometer zu einem respektablen 14. Platz. Beim Sieg des Finnen Iivo Niskanen in der Königsdisziplin der Langläufer musste Katz nach seinem Finish mit gut fünf Minuten Rückstand von zwei Betreuern aus dem Zielraum gebracht und erst einmal wieder stabilisiert werden.

„Das ist die pure Realität, wenn man die 50 Kilometer läuft. Es ist ein schweinehartes Rennen. Hintenraus ist es der pure Kampf, wenn man Krämpfe hat“, stammelte der abgekämpfte Katz, nachdem er sein bestes Saisonergebnis egalisierte. Auf seinem Weg war der 30-Jährige zwischenzeitlich gestürzt, musste nach einem Stockbruch eine 20-Meter-Lücke wieder schließen und konnte daher mit dem Resultat leben. Und nicht nur er. „Ich habe selten so einen 50er erlebt. Andi hat ein sehr gutes Rennen gemacht, von Anfang an hat er das Rennen offensiv gestaltet“, lobte Andreas Schlütter, Sportlicher Leiter der Langläufer.

Schlechter lief es beim Rest des DSV-Teams: Thomas Bing belegte Rang 30, Lucas Bögl verlor als 46. über 15 Minuten auf die Besten und Jonas Dobler kam erst gar nicht ins Ziel. „Es sah so aus, als ob er extreme Krämpfe hatte. Er hat dann gesagt, er beendet das Rennen“, erklärte Schlütter. Von den Medaillenrängen war sein Team die gesamten Spiele in Südkorea weit entfernt. „Im Großen und Ganzen können wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein“, sagte der ehemalige Langläufer zur Bilanz seiner Mannschaft.

Gold-Gewinner Niskanen, der 2014 Olympiasieger im Teamsprint wurde und vor einem Jahr bei der Heim-WM in Lahti Weltmeister über die 15 Kilometer wurde, ließ seinen Rivalen Alexander Bolschunow weniger als zwei Kilometer vor dem Ziel stehen. Der Läufer aus dem Team „Olympischen Athleten aus Russland“ auf Silber. Bronze ging an Bolschunows Teamkollegen Andrej Larkow. Die favorisierten Norweger blieben wie in Sotschi ohne 50-Kilometer-Medaille.

Das deutsche Olympia-Fazit fällt nach dem letzten Wettbewerb der Männer über die längste aller Distanzen gemischt aus. Überzeugend konnte vor allem Bing im Skiathlon und im Sprint. Über 50 Kilometer lief es dann nicht mehr so, wie von ihm gewünscht. „Ich habe schon gemerkt, dass die Speicher nicht mehr ganz voll sind. Das hat das Ganze natürlich erschwert. Ab Kilometer 30 hatte ich Krämpfe“, sagte er. Der Thüringer kündigte an: „Ich nehme mit, dass ich mitlaufen kann, wenn ich in Topform bin. Das war nicht immer ganz klar, aber wenn die Topform da ist, dann kann man bei einzelnen Events auch vorne mitmischen.“ (dpa)

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