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Freitag, 13.07.2018

Finale oho

Von Kristina Puck

Angelique Kerber freut sich auf den erneuten Kampf um den Titel. Foto: dpa/Nigel French
Angelique Kerber freut sich auf den erneuten Kampf um den Titel. Foto: dpa/Nigel French

© dpa

Angelique Kerber will sich mit der Wimbledon-Revanche gegen Serena Williams einen Kindheitstraum erfüllen. Julia Görges hat nach ihrem verpassten ersten Grand-Slam-Finale noch lange nicht genug. „Ich hätte mich über einen Erfolg von Jule gefreut, weil dann auf jeden Fall eine Deutsche gewonnen hätte“, sagte Kerber nach dem Halbfinal-Aus der Bad Oldesloerin.

Die Kielerin trifft am Sonnabend wie 2016 im Endspiel auf Serena Williams. Mit einem Sieg gegen die US-Amerikanerin würde sie als erste Deutsche seit Steffi Graf 1996 auf den Rasenplätzen in London triumphieren und sich mit ihrem dritten Grand-Slam-Titel verewigen. „Ich habe Wimbledon immer als kleines Kind verfolgt, mit Boris und Steffi. Es war immer mein Traum, da mal zu spielen“, sagte die glückliche, aber noch nicht zufrieden wirkende 30-Jährige. „Jetzt stehe ich zum zweiten Mal im Finale.“

Sie setzte sich mit einem souveränen Zweisatzerfolg gegen die French-Open-Siegerin von 2017, Jelena Ostapenko, durch. Mit ihrer überzeugenden Konstanz und Geduld spielte die Linkshänderin ihre Erfahrung gegenüber der 21-jährigen Haudrauf-Spielerin aus. „Wieder im Finale zu stehen, bedeutet mir schon sehr viel.“

Ihr Daumendrücken für Görges und das erste deutsche Frauen-Endspiel in Wimbledon seit 1931 half anschließend nicht. Die 29-Jährige wollte nach der verpassten Sensation gegen die 23-fache Majorgewinnerin und der deutlichen Zweisatzniederlage aber nichts von Frust wissen. Motiviert ging sie aus ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale. „Es macht einfach Spaß. Ich bin ein kleiner Tennis-Freak. Ich will so gut werden wie ich kann“, sagte die Weltranglisten-13., nachdem sie auch das vierte Duell gegen die 36-Jährige verloren hatte. „Das macht Freude auf mehr. Das sind Momente, für die man spielt. Ich will wieder auf dieser Bühne stehen und es besser machen.“ Sie verlasse Wimbledon „glücklich, stolz, motiviert“.

Kerber kennt die besonders bedeutenden Momente gegen Serena Williams inzwischen. Für die Neuauflage des Finals von 2016 scheint sie gerüstet zu sein. Damals hatte die Norddeutsche einen glänzenden Auftritt gezeigt, war aber der jahrelangen Branchen-Anführerin dennoch unterlegen gewesen. Doch wiederholt sie ihren Coup von 2016 in Melbourne, als Kerber Serena Williams im Endspiel der Australian Open bezwang, würde sie auch eine Bestmarke verteidigen, die sich Graf und Serena Williams noch teilen. Mit ihrem achten Wimbledon-Triumph würde Serena Williams Graf abhängen (sieben). „Es ist ein komplett neues Match“, sagte die Schleswig-Holsteinerin.

Serena Williams kann am Sonnabend bei ihrem zweiten Grand-Slam-Auftritt als Mutter ihren 24. Majortitel holen und den Rekord der Australierin Margaret Court einstellen. „Ich liebe es, sie spielen zu sehen. Egal, was für mich passiert, es ist eine unglaubliche Motivation für mich“, sagte Serena Williams über die Rivalität mit Kerber. „Es wird wieder ein großes Finale.“ Nach ihrem Zweisatzsieg über Görges fasste sie sich mit der Faust aufs Herz – ganz so, als wollte Serena Williams demonstrieren, wie sehr sie sich ihre Leidenschaft fürs Tennis auch als Mutter bewahrt hat.

Neben Kerber, Graf und Sabine Lisicki 2013 schafften es Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel ins Finale, die 1931 gegeneinander spielten. Aussem gewann. Serena Williams zeigte gegen Görges ihre beste Leistung im bisherigen Turnierverlauf. „Wenn sie so spielt, dann ist sie eine Klasse für sich“, sagte die deutsche Frauen-Chefin Barbara Rittner, und Görges ergänzte: „Der Unterschied war, dass sie mit ihrer Erfahrung wusste, wie man das Match gewinnt, und ich nicht die Erfahrung hatte.“ (dpa)

TV-Tipp: Das ZDF überträgt Sonnabend ab 15 Uhr live.

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