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Mittwoch, 07.03.2018

Film ab für den „Hauptmann“

Ab dieser Woche laufen nun doch zwei der 2017 hier gedrehten Filme in Görlitzer Kinos. Ein dritter kommt voraussichtlich im April.

Von Daniela Pfeiffer

Drehpause in Großschönau: Genau heute vor einem Jahr waren Regisseur Robert Schwentke (Mitte) und die Darsteller Max Hubacher (li.) und Milan Peschel mit der Filmcrew im Süden des Landkreises.
Drehpause in Großschönau: Genau heute vor einem Jahr waren Regisseur Robert Schwentke (Mitte) und die Darsteller Max Hubacher (li.) und Milan Peschel mit der Filmcrew im Süden des Landkreises.

© Bernd Gärtner

Görlitz. Ach, der Hauptmann kommt. Da habe ich als Komparse mitgespielt. Solche erfreuten Sätze hat Erika Heine in den vergangenen Tagen schon ein paar mal gehört. Seit sie das Filmplakat zu „Der Hauptmann“ in ihrem Offkino am Klosterplatz angebracht hat, wo sie ihn ab 29. März für mindestens zwei Wochen zeigt. Vor genau einem Jahr – im Frühjahr 2017 – machte die Crew um Regisseur Robert Schwentke in Görlitz und der Region Station, bevor es weiter zu Dreharbeiten in Polen ging. In Görlitz war wieder einmal die Altstadt Kulisse für das in schwarz-weiß gedrehte Kriegsdrama, das auf einer wahren Geschichte basiert. Im Umland war zwei Wochen lang das Basislager – auf dem Königshainer Schlossgelände nämlich. In und um Königshain wurde auch gedreht. Der junge Schweizer Max Hubacher spielt den Deserteur Willi Herold in der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Als er eine Offiziersuniform findet und sie anzieht, beginnt seine Wandlung. Denn Herold merkt, dass Kleider Leute machen und welche Möglichkeiten sich als Offizier für ihn ergeben. Er entwickelt sich schließlich zu einem Kriegsverbrecher. Beim San Sebastián International Film Festival 2017 war „Der Hauptmann“ als bester Film nominiert, zudem wurde Florian Ballhaus mit dem Jurypreis für die beste Kamera ausgezeichnet.

Auch im Filmpalast auf der Jakobstraße ist man stets bemüht, die Neugier der Görlitzer auf hier gedrehte Filme zu befriedigen. Zwar klappte es mit dem „Schweigenden Klassenzimmer“ nicht gleich zum Deutschlandstart. Dafür ist der systemkritische deutsche Streifen aber ab diesen Donnerstag zu sehen. Szenen dafür waren ebenfalls im vergangenen Frühjahr auf dem Görlitzer Bahnhof entstanden. Gedreht wurde auch in Eisenhüttenstadt – jener Stadt, in der der Görlitzer Kinoleiter Stefan Kretschmer ein zweites Kino leitet. Hier läuft der Film bereits und komme beim Publikum sehr gut an, so Kretschmer.

Und auch den „Hauptmann“ wird der Filmpalast im Programm haben: zum regulären Kinostart ab 15. März. „Papa Moll“ sei bereits angefragt, eine Antwort seitens des Verleihs stehe noch aus. „Papa Moll“ ist ein Schweizer Kinderfilm, der am 12. April in deutschen Kinos startet. Etliche Szenen wurden im Herbst 2016 im historischen Sudhaus der Görlitzer Landskron Brauerei gedreht. Im Film wird hier aber kein Bier hergestellt, sondern Schokolade.