sz-online.de | Sachsen im Netz

Feuerwerk am Himmel

Der August ist traditionell der Sternschnuppenmonat. Dieses Jahr könnten die Bedingungen dafür kaum besser sein.

09.08.2018
Von Heiko Ulbricht

 am Himmel
In der Nacht vom 12. auf den 13. August gibt es am Himmel besonders viele Sternschnuppen zu sehen.

© Heiko Ulbricht

Freital. Für viele ist der August der bekannteste Sternschnuppenmonat. In seinen warmen Sommernächten können besonders viele davon beobachtet werden. Wie blitzschnelle Lichtpfeile ziehen die Sternschnuppen, von Fachleuten werden sie Meteore genannt, über den Himmel zwischen den Sternen hindurch. „Meteor“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Lufterscheinung“.

Ursache der sehr zahlreich im August auftretenden Sternschnuppen ist ein Meteorstrom, den die Erde jedes Jahr um diese Zeit während ihres Laufs um die Sonne kreuzt. Dieser Strom wird als „Perseiden“ bezeichnet, benannt nach dem Sternbild Perseus, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen.

Zu sehen sind sie jedoch über das gesamte Firmament. Verlängert man jedoch die Bahnen der Sternschnuppen sozusagen rückwärts, so scheinen sie sich alle in einem Punkte zu treffen, der im Perseus liegt. Dieser scheinbare Ausgangspunkt wird als „Radiant“ bezeichnet. Über die Entstehung des Radianten kann man ein Gedankenexperiment durchführen, indem man sich vorstellt, man stünde bei heftigem Schneesturm mit dem Gesicht in Windrichtung. Durch die Perspektive hat man nun den Eindruck, die Schneeflocken kämen alle von einem Punkte her und würden links und rechts am Beobachter vorbeifliegen. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn die Erde auf einen Meteorstrom trifft.

Der Perseidenstrom ist einer der schönsten und bekanntesten. In der Astronomie nutzt man als Indiz für die Ergiebigkeit eines Meteorstroms die Bezeichnung „Rate“. Sie liegt bei den Perseiden mit 70 bis 120 Meteoren pro Stunde sehr hoch, wobei viele sehr hell werden können. Sehr helle Sternschnuppen bezeichnet man als Feuerkugeln, die unter Umständen sogar Schatten werfen und am Ende ihres Aufleuchtens explodieren können.

Die Perseiden sind sehr schnelle Objekte, die mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre eintreten. Beim Eintritt eines solchen Teilchens erhitzt sich durch Reibung aufgrund der sehr hohen Geschwindigkeit die Luft in einer Höhe zwischen 90 und 110 Kilometern derart, dass sie zu glühen anfängt. Die entstehende Leuchterscheinung nennt man, wie erwähnt, Meteor oder „Sternschnuppe“. Den Körper selbst, der sie hervorruft, bezeichnet man als Meteorit. Bei den Meteorströmen, wie dem der Perseiden, handelt es sich um Auflösungsprodukte ehemaliger Kometen. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Art war 1997 Hale-Bopp, der Millionen Menschen in seinen Bann zog. Bei den Perseiden ist es der Komet Swift-Tuttle, dessen Überreste wir heute alljährlich um den 12./13. August als wunderschöne Sternschnuppen bewundern können.

In diesem Jahr könnten die Beobachtungsbedingungen für die Perseiden günstig wie selten werden. Das schon seit Wochen anhaltende, aber auch sehr trockene Hochdruckwetter könnte beste Durchsicht am Himmel ermöglichen. Ebenso stört auch der Mond nicht, denn in der Maximumsnacht, welche vom 12. auf den 13. August erreicht ist, geht selbiger als sehr schmale Sichel noch in der hellen Abenddämmerung unter.

Noch etwa bis zum 24. August kann man Nachzügler des Stroms über den Himmel huschen sehen.

Unser Autor Heiko Ulbricht ist Freitaler und engagiert sich in der Sternwarte Radebeul.