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Dienstag, 03.04.2018

Festerling muss nicht ins Gefängnis

Dank Spenden kann die Ex-Pegida-Frontfrau ihre Strafe zahlen – und hetzt weiter.

Von Andreas Weller

Tatjana Festerling
Tatjana Festerling

© dpa

Dresden. Wegen Volksverhetzung und Beleidigung hat das Dresdner Amtsgericht Tatjana Festerling zu 120 Tagessätzen verurteilt. Da die ehemalige Pegida-Frontfrau und Ober- bürgermeisterkandidatin nicht die gut 3 000 Euro zahlen konnte, sollte sie sich bis Montag im Chemnitzer Frauenknast einfinden und die 120 Tage absitzen. Festerling bat im Internet um Spenden.

Jetzt meldete sich die 54-Jährige erneut via Facebook zu Wort. Allerdings ließ sie diese Nachricht über eine Freundin verbreiten. Festerling ist bei Facebook derzeit gesperrt, weil sie auch dort gehetzt hat. Festerling bedankt sich bei „Freunden und Unterstützern“, die ihr „120 Tage Freiheit geschenkt“ haben. Dank der Hilfe könne sie ihre „Schuld“, die sie offensichtlich nicht anerkennt, nun abtragen. Sie behauptet, der Strafbefehl sei „aus politischen Gründen“ verhängt worden. Dann hetzt sie unverhohlen weiter gegen Ausländer: „Vor allem, da man bei ‚ner Messerei‘ unter Umständen ,günstiger‘ davon kommt, wenn man zum ,richtigen‘ Clan gehört und auf dessen kulturelle Besonderheiten besteht.“

Festerling werte die Unterstützung für sich als „Antrieb, weiter streitbar, unerschrocken und stellvertretend für die, die Denunziation fürchten müssen, in die widerwärtig moralisierende, politische Korrektheit zu holzen.“ Sie werde ausführlicher schreiben, wenn sie im sozialen Netz nicht mehr gesperrt ist.

Um die einst in Pegida-Kreisen bekannte Festerling war es seit dem Zerwürfnis mit Frontmann Lutz Bachmann ruhiger geworden. Mitte 2016 meldete sie sich mit einem Appell an die „Männer Europas“ aus Bulgarien, später demonstrierte sie gegen die Pegida-Spitze.