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Freitag, 21.11.2014

Felssturz verzögert Straßenfreigabe

Der Weg vom Bielatal nach Cunnersdorf sollte längst wieder befahrbar sein, doch die Natur funkte dazwischen.

Von Ines Mallek-Klein

So viel Lob ist selten, wenn eine Straße gebaut wird. Für die Anwohner bedeutet das Lärm und Dreck, für die Pendler lange Umwege. Trotzdem trifft man in Cunnersdorf auf viele zufriedene Einwohner. Sie warten geduldig auf die Verkehrsfreigabe für die S 169, die hinunter in das Bielatal und damit nach Königstein führt. Ende Oktober sollten die Bagger eigentlich verschwunden sein. Doch jetzt wird immer noch gearbeitet, noch vereinzelt am Bankett, vor allem aber in den Felsen. Grund für die Bauverzögerungen ist ein Felssturz. Der hat bereits im August stattgefunden und ist in seinen Dimensionen nicht mit dem Gesteinsabgang kürzlich im Kirnitzschtal zu vergleichen, bestätigt der Sprecher des Landesamtes für Verkehr, Peter Welp. Die Behörde geht trotzdem auf Nummer sicher.

Experten fürchten, dass ohne Sicherungsmaßnahmen weitere Gesteinsbrocken auf der neu gebauten S169 landen könnten. Seit Mitte voriger Woche haben die Arbeiten in den Felsen begonnen. Verankerungen und Netze sollen verhindern, dass weiteres Geröll abrutscht, Klüfte werden untermauert oder mit Spritzbeton verfüllt. Bleiben die Temperaturen so mild, können die Arbeiten bis zum Monatsende abgeschlossen werden, heißt es aus dem Landesamt. Eine Verkehrsfreigabe für die S 169 zwischen dem Bielatal und der Ortslage Cunnersdorf könnte dann im Dezember erfolgen, sagt Peter Welp. Die ursprünglich nicht geplante Felssicherung verteuert die Arbeiten um rund 100 000 Euro.

Unterdessen sorgt ein Erdwall am Ortsausgang von Cunnersdorf weiter für Diskussionen. Eine unmittelbar betroffene Anwohnerin hatte sich beschwert, sie fürchtet bei Starkregen einen Rückstau des Bachwassers auf ihr Grundstück. Die im Wall verbauten Erdmassen stammen von den Bauarbeiten an der S 169. Sie sind nicht mit Schadstoffen belastet, eigneten sich aber nicht für den Wiedereinbau. Mittlerweile ist der Aushub mit Muttererde abgedeckt. Das Areal soll nach Aussage des Landratsamtes als Holzlagerplatz genutzt werden. Offen ist allerdings noch immer, oder die Erde dort überhaupt hätte gelagert werden dürfen. Der private Grundstückseigentümer hat einen entsprechenden Antrag erst gestellt, nachdem schon Tatsachen geschaffen waren. Die Prüfung läuft. Unterdessen äußern viele Cunnersdorfer Unverständnis, dass die Aufschüttung so viele Diskussionen auslöst.