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Freitag, 24.11.2006

Fast 2100 stimmen über Brücken-Entwurf ab

Waldschlößchen. Es gibt neue Hoffnung auf einen Kompromiss. Bis 18 Uhr läuft die Ted-Aktion.

Von Thilo Alexe und Kay Haufe

Das Interesse am Thema Brückenbau am Waldschlößchen ist ungebrochen. Fast 2100 SZ-Leser riefen gestern bis 18 Uhr an, um ihre Meinung zu äußern, ob der auf Seite 1 gezeigte Entwurf einer Hängebrücke des Stuttgarter Büros Schlaich Bergermann und Partner für Brückengegner und Befürworter einen Kompromiss darstellen kann. Aufgrund des Interesses hat die SZ die Telefonaktion bis heute 18 Uhr verlängert. Unter 01805253211können Sie für „Ja“ stimmen, unter 01805780079 für „Nein“. Ein Anruf kostet zehn Cent.

Neue Hoffnung auf weitere Gespräche gibt Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen Unesco-Kommission im SZ-Gespräch: „Bei einem Kompromiss müssen alle mit den Zähnen knirschen“, sagte er und schließt damit neue Brückenvorschläge offenbar nicht aus.

Aus den Stadtratsfraktionen kommen unterschiedliche Reaktionen. Der Stadtratsfraktions-Chef der Grünen, Jens Hoffsommer, reagiert zurückhaltend: „Wir respektieren den Wunsch der Dresdner nach einer Elbquerung im Osten der Stadt“. Mit Blick auf den nun vorgelegten Kompromiss-Entwurf fügt der Grünen-Politiker allerdings hinzu: „Entscheidend ist, was die Unesco dazu sagt.“ Deren bislang gültige Stellungnahme sei sehr klar: Eine Brücke am Standort Waldschlößchen gefährde den Welterbetitel. Für die Linksfraktion betont André Schollbach: „Wir sind dankbar für alle Vorschläge, die einen Kompromiss mit dem Ziel der Erhaltung des Welterbes ermöglichen“. Schollbach kündigt die Prüfung dieser Variante in seiner Fraktion an.

Ähnlich sieht es Jan Kaboth von der Bürgerfraktion: „Jede Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen Kompromiss zu finden, sollten wir nutzen.“

Für Hans-Joachim Brauns von der CDU ist es an der Unesco, jetzt aktiv zu werden und eine Person zu autorisieren, die mit der Stadt verhandelt. „Wichtig ist eine klare Aussage, ob an der Stelle eine Brücke stehen könnte und welche Vorstellungen die Unesco hat“, so Brauns. „Jeder darf Brückenzeichnungen machen, aber ich beteilige mich nicht an Spekulationen“, so Brauns.

Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Peter Lames zeigt der Entwurf, dass mit einer weniger monströsen Konstruktion ein anderer Charakter entstehen kann. „Es gibt Ansätze, nun mit der Unesco ins Gespräch zu kommen. Jetzt müssen wir alle Möglichkeiten ausloten, um für Dresden das Optimum herauszuholen“, so Lames. Durch die Vermittlung und den Druck durch das Oberverwaltungsgericht seien die Türen zu Gesprächen aufgestoßen worden.