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Dienstag, 13.03.2018

Experten auf der Suche nach Lösungen

In der Region Döbeln sollen mehr Menschen in soziale Prozesse einbezogen werden. Das hat Vorteile für sie.

Von Sylvia Jentzsch

Weniger Abwanderung

Im Volkshaus trafen sich Vertreter von Verwaltungen, sozialen Organisationen und Institutionen, um Ideen und Hinweise für das Handlungskonzept „Soziale Teilhabe“ zu sammeln.
Im Volkshaus trafen sich Vertreter von Verwaltungen, sozialen Organisationen und Institutionen, um Ideen und Hinweise für das Handlungskonzept „Soziale Teilhabe“ zu sammeln.

© André Braun

Döbeln. Im Döbelner Volkshaus sind Tische zu großen Arbeitsplätzen zusammengeschoben. Auf ihnen liegen Stifte und riesige Blätter. Auf denen sammeln die etwa 80 Akteure aus ganz Mittelsachsen Ideen, die im sogenannten Handlungskonzept „Soziale Teilhabe stärken “ fließen soll.

Es ging unter anderem um Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das gesunde Aufwachsen von Kindern, oder die Attraktivität der Region Döbeln. So wurde zum Beispiel im Sozialbericht des Landkreises festgestellt, dass es in der Region eine hohe Anzahl von sprachauffälligen Kindern gibt. In Döbeln waren es in den Jahren 2013/14 33,5 Prozent und in Hartha 29,3 Prozent. Auch wenn der prozentuale Anteil der sprachauffälligen Kinder zurückgegangen ist, muss etwas gegen das Problem unternommen werden. Welche Möglichkeiten es gibt, darüber diskutierten unter anderem die Experten.

Weniger Abwanderung

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Zur Sozialregionalkonferenz stellte Professor Isolde Heintze einige Daten aus dem Sozialbericht, der Daten von 2010 bis 2014 erfasst, aktuellem Zahlenmaterial gegenüber.

Die Abwanderung aus den Städten des Altkreises ist deutlich weniger. Döbeln hatte zum Beispiel von 2010 bis 2014 einen Bevölkerungsrückgang von rund vier Prozent. 2016 waren es nur noch 0,02 Prozent. In Hartha ging die Zahl um mehr als drei Prozent zurück.

Erhebliche Zuzüge hatten Döbeln, Roßwein und Zschaitz Ottewig zu verzeichnen.

Die meisten Kinder wurden in Döbeln und Waldheim geboren. Der Durchschnitt im Jahr 2015 lag bei 7,81 Kinder pro 1000 Einwohner.

Die meisten Alleinerziehenden leben in Döbeln, Leisnig und Roßwein. Ein Drittel bezieht eine Unterstützung.

Die Ergebnisse der acht Arbeitsgruppen sowie der bisherigen Erkenntnisse, die sowohl vom Landratsamt Mittelsachsen, dem Jobcenter und der Hochschule Mittweida zusammengetragen wurden, sollen nach Auswertung das Konzept einfließen. Geplant ist, es im Sommer fertig zu haben und dann drei Jahre auf dieser Grundlage zu arbeiten.

Im Handlungskonzept werden Möglichkeiten aufgezeigt, um den negativen Entwicklungen in der Region entgegenzuwirken und die Positiven zu stärken. Nach gut drei Stunden Erfahrungs- und Meinungsaustausch präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse. Und nicht nur das. Die Teilnehmer nutzten auch die Gelegenheit, sich bekannt zu machen, mehr über ihre Angebote zu erfahren und möglicherweise eine Zusammenarbeit anzuschieben. Es gab mehrere Vorschläge, wie die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, künftig besser genutzt werden können. Das kommt sowohl den Kindern als auch den Vereinen und Einrichtungen zugute.

Im Frühjahr 2017 legte der Landkreis gemeinsam mit der Hochschule Mittweida, Fakultät Arbeit, den ersten Sozialbericht für den Landkreis vor. Den dort sichtbar gewordenen negativen Erscheinungen und Tendenzen soll entgegengewirkt werden. Das notwendige Werkzeug dafür wird mit dem Handlungskonzept erarbeitet. Da das nicht für den gesamten Kreis erfolgen kann, wurde er sogenannte Sozialregionen untergliedert. Die Region Döbeln ist die Sozialregion sechs mit den Städten Döbeln, Hartha, Waldheim, Leisnig und Roßwein sowie den Gemeinden Ostrau, Zschaitz-Ottewig und Großweitzschen.