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Donnerstag, 28.06.2018

Evolution der Hoden

Wie sich Weichteile über die Jahrtausende entwickelt haben, ließ sich bisher schwer erforschen. Ein Dresdner Forscherteam hat eine Methode entwickelt, die genau das klären kann.

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Beim Embryo entstehen die Hoden in der Bauchhöhle, wandern aber später bei fast allen Säugetieren in den Unterbauch oder einen Hodensack. Eine Ausnahme sind einige afrikanische Arten, wie der Elefant.
Beim Embryo entstehen die Hoden in der Bauchhöhle, wandern aber später bei fast allen Säugetieren in den Unterbauch oder einen Hodensack. Eine Ausnahme sind einige afrikanische Arten, wie der Elefant.

© dpa

Dresden. Wale ohne Beine, Menschenaffen ohne lange Schwänze – im Laufe der Evolution gehen anatomische Merkmale oft einfach verloren. Beweise für deren einstiges Vorhandensein liefern Fossilien. Doch sind meist nur Knochen und Zähne erhalten. Wie aber haben sich Weichteile entwickelt? Ein Dresdner Forscherteam hat eine Methode entwickelt, die genau das klären kann. Sie zeigt erstmals, wie sich der Hoden bei Säugetieren evolutionär entwickelt hat.

Statt die Weichteile direkt zu untersuchen, haben die Forscher die Evolution der Gene verfolgt, die für ihre Bildung notwendig sind. Beim Embryo entstehen die Hoden in der Bauchhöhle, wandern aber später bei fast allen Säugetieren in den Unterbauch oder einen Hodensack. Eine Ausnahme sind einige afrikanische Arten wie Elefanten, Rüsselspringer, Seekühe oder Borstenigel. Bei ihnen bleibt der Hoden an der ursprünglichen Position. Bisher war ungeklärt, ob dieser Hodenabstieg verloren ging oder ob alle anderen Arten diese Eigenschaft im Laufe der Evolution erlangt haben.

Um die Frage zu klären, wurde die DNA von 71 Säugetieren analysiert. Dabei sahen die Wissenschaftler, dass die besagten afrikanischen Säugetiere noch Überbleibsel von zwei Genen besitzen, die bei den anderen Säugetieren für den Hodenabstieg benötigt werden. Das deutet darauf hin, dass der Prozess des Hodenabstiegs auch bei den Vorfahren der afrikanischen Säugetiere stattfand und im Laufe der Evolution verloren ging.

Beteiligt am Forschungsprojekt war das Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik, das Max-Planck-Instituts für Physik komplexer Systeme sowie die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden und das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. (jam)

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. SaHoMax

    Aber mir Sachsen haben die grössten, egal was die “Forscher“ sagen!

  2. Tim K.

    @SaHoMax Da will man nur hoffen, daß das "Mehr" nicht zulasten der Gehirnmasse geht.

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