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Dienstag, 19.06.2018

„Es waren vier sehr schöne Jahre“

Blickt zufrieden auf seine Zeit beim BSV 68 Sebnitz zurück: Trainer Uwe Rahle. In der kommenden Saison betreut er den Landesklässler SV Wesenitztal. Foto: Dirk Zschiedrich
Blickt zufrieden auf seine Zeit beim BSV 68 Sebnitz zurück: Trainer Uwe Rahle. In der kommenden Saison betreut er den Landesklässler SV Wesenitztal. Foto: Dirk Zschiedrich

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Der BSV 68 Sebnitz hat die Saison 2017/18 in der Fußball-Landesklasse Mitte auf Rang fünf beendet. In der Endabrechnung standen für die Mannschaft von Trainer Uwe Rahle 50 Punkte zu Buche. Während sich die Sebnitzer freiwillig in die Kreisoberliga zurückziehen, ist Rahle auch zukünftig auf den Fußballplätzen der 7. Liga unterwegs.

Herr Rahle, wie fällt die Bilanz nach ihrer letzten Saison als BSV-Coach aus?

Komplett zufrieden ist man sicher nie. Ich denke trotzdem, dass wir insgesamt eine ordentliche Serie gespielt haben. Wir haben einige Punkte liegengelassen, ein Platz unter den ersten drei war sicher möglich. Andererseits ist der Abstand auf Platz zwei ziemlich knapp. Für uns war vor allem die Phase nach der Winterpause kompliziert, als die Diskussionen über die Zukunft der Mannschaft aufkamen. Da war viel Unsicherheit zu spüren. So etwas geht nicht spurlos an den Spielern vorbei, die sich auch Gedanken über ihre sportliche Zukunft machen. Trotzdem muss ich den Spielern ein Kompliment machen, denn sie haben sich auch nach der Entscheidung zum Abstieg nie gehen lassen.

Sie haben den freiwilligen Rückzug als alternativlos bezeichnet. Warum gehen Sie nicht mit in die Kreisoberliga?

Mit der Spielklasse hat das nichts zu tun. Sehr wahrscheinlich hätte ich auch bei einem Verbleib in der Landesklasse beim BSV aufgehört. Der Punkt ist, dass sich die Mannschaft in den letzten vier Jahren nur marginal verändert hat. Da schleicht sich zwangsläufig Routine ein. Viel Neues kann man dann als Trainer nicht mehr anbieten. Vieles ist bekannt, wiederholt sich im Training und bei den Ansprachen vor dem Spiel. Insofern wird der Mannschaft ein neuer Trainer sicher besser tun, als wenn ich in Sebnitz geblieben wäre. Es waren vier sehr schöne Jahre, aber man muss auch wissen, wann Schluss ist.

Was gab den Ausschlag für den SV Wesenitztal? Sie hätten auch beim Landesligisten Großenhainer FV unterschreiben können …

Es hat mehrere Angebote und Gespräche gegeben. Mit den Verantwortlichen vom SV Wesenitztal waren das von Anfang an angenehme Gespräche auf einer Wellenlänge. Ein wesentlicher Punkt war auch, dass sich für mich der Aufwand gegenüber Sebnitz etwas reduziert, denn nun verbringe ich nicht mehr zwei Stunden pro Training und Spiel auf der Straße. Der sportliche Anreiz, in der Landesliga zu arbeiten, ist das eine, das andere ist der erheblich größere Aufwand, der dort zwangsläufig betrieben werden muss. Dreimal Training pro Woche, am Samstag ein Spiel mit weiteren Fahrtwegen und sonntags eine Spielbeobachtung – das war mir einfach zu viel.

Nehmen Sie Sebnitzer Spieler mit zum SVW? Man munkelt unter anderem von Pierre Nebes …

Die Begrifflichkeit stört mich etwas, denn von mir aus werde ich nie Spieler des alten Vereins dazu ermutigen, das Team zu verlassen – das wäre unseriös. Wenn aber der Spieler von sich aus zu mir kommt, ist das eine andere Sache. In Sebnitz ist das bisher nicht geschehen. Wenn Spieler von Sebnitz nach Wesenitztal wechseln sollten, ist das ganz allein eine Sache zwischen ihm und dem SVW. Natürlich weiß ich, was die Sebnitzer Spieler können oder nicht können. Und ich werde auch keinem Spieler sagen, dass ich ihn nicht haben will, das wäre dann zu viel der Loyalität.

Gibt es einen Spieler in der Liga, den Sie zum Fußballer der abgelaufenen Saison

wählen würden?

Da fehlt mir der Gesamtüberblick. Mehr als drei oder vier Spiele habe ich sicher von keinem Spieler einer anderen Mannschaft gesehen. Wenn man einen solchen „Titel“ vergeben wollte, ist das zu wenig.

Und wer war der beste bzw. beständigste Kicker der Sebnitzer 2017/18?

Da möchte ich keinen Spieler hervorheben. Jeder hat Riesenspiele gemacht und ebenso auch mal einen Durchhänger gehabt. Von der Beständigkeit her betrifft das genauso die gesamte Mannschaft. Immerhin sind wir wieder einmal mit einem Minikader durch die Serie gekommen. Da ist Beständigkeit ganz zwangsläufig eine Voraussetzung.

Sebnitz und Frankenberg ziehen ihre Mannschaft freiwillig zurück, die Coswiger wollen auch nicht mehr in der 7. Liga spielen. Was ist los?

Ich sehe die Ursachen in der Spielklasseneinteilung des Verbandes. Egal wen man fragt, die Oberliga ist überflüssig, die Trennung der Landesklasse in vier Staffeln genauso. Der Aufwand, der finanziell mittlerweile in der Landesklasse von vielen Vereinen betrieben wird, ist für einige nicht zu stemmen. Damit ist für diese Vereine der sportliche Anreiz auch nicht mehr gegeben. Mit weniger Aufwand in der Kreisoberliga gegen das „Nachbardorf“ zu spielen, ist dann viel interessanter. Eine Abschaffung der Oberliga und eine dreistaffelige Landesklasse würde das Niveau wieder merklich steigen lassen. Sicher gibt es da Regelungsbedarf was Auf- und Abstieg betrifft. Ich finde aber Aufstiegsspiele immer noch besser als einen freiwilligen Rückzug.

Wann beginnt beim SV Wesenitztal die Vorbereitung und haben Sie schon Testspiele vereinbart?

Wir beginnen am 19. Juli. Testspiele sind bisher mit dem Radebeuler BC, Blau-Weiß Zschachwitz, Radeberg und eventuell auch mit Sebnitz angedacht. Außerdem betrachte ich die erste Pokalrunde ebenfalls noch zur Vorbereitung zugehörig.

Ist Zeit für einen Familienurlaub und wie lange läuft eigentlich ihr Vertrag beim SV Wesenitztal?

Wir machen jetzt eine Woche Urlaub, bleiben aber zu Hause. Einen Vertrag habe ich in Wesenitztal noch gar nicht unterschrieben, das läuft quasi per Handschlag. Ich habe da vollstes Vertrauen. Auch eine Laufzeit halte ich für überflüssig. Wenn beide Seiten zufrieden sind, wird es etwas länger werden. Andererseits können immer Dinge passieren, die eine Trennung, egal von welcher Seite, vernünftig machen. Davon gehe ich aber grundsätzlich nicht aus.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.